G Master Talk: Fotografie, Kreativität und die Geschichten hinter den Bildern
Wildlife, Landschaft, Reportage oder Motorsport: Fotografie kann vollkommen unterschiedlich aussehen. Während der eine Fotograf stundenlang auf den richtigen Moment wartet, muss beim anderen das fertige Bild wenige Minuten nach dem Auslösen bereits beim Kunden sein. Manche tragen ihre Ausrüstung tagelang durch die Landschaft, andere stehen an der Rennstrecke und haben nur Sekundenbruchteile für das entscheidende Foto.
Mit dem G Master Talk wollen wir genau diese unterschiedlichen fotografischen Welten zusammenbringen.
Was ist der G Master Talk?
Im G Master Talk treffen wir Fotograf:innen und Filmemacher:innen aus vollkommen unterschiedlichen Bereichen und sprechen mit ihnen über das, was hinter ihren Bildern steckt.
Dabei geht es natürlich auch um Kameras und Objektive. Schließlich entsteht die Reihe gemeinsam mit Sony und viele unserer Gäste arbeiten seit Jahren mit dem Sony Alpha System und den Sony G Master Objektiven.
Ein klassisches Technikformat soll der G Master Talk trotzdem ganz bewusst nicht sein.
Uns interessiert vielmehr, wie Menschen fotografieren.
Warum entscheidet sich ein Wildlife-Fotograf für ein 200–600mm, während ein Reportagefotograf plötzlich fast nur noch mit zwei lichtstarken Zoomobjektiven arbeitet? Warum freut sich ein Landschaftsfotograf über schlechtes Wetter? Und weshalb fotografiert ein Motorsportfotograf ein vorbeirasendes Rennauto absichtlich mit einer langen Verschlusszeit?
Technik eröffnet Möglichkeiten. Wie diese Möglichkeiten genutzt werden, ist dagegen eine sehr persönliche Entscheidung.
Genau deshalb sprechen wir mit erfahrenen Fotograf:innen und Sony Ambassadors nicht nur über Brennweiten, Autofokus oder Lichtstärke, sondern vor allem über Kreativität, Erfahrungen und die Geschichten hinter ihren Bildern.
Jeden Sonntag erscheint ein neuer Teil des G Master Talks. Dieser Artikel wächst gemeinsam mit der Reihe weiter. Es lohnt sich also, immer wieder vorbeizuschauen und neue fotografische Perspektiven zu entdecken.
Die Fotografen im G Master Talk
Unterschiedliche Genres, unterschiedliche Anforderungen und vollkommen unterschiedliche Herangehensweisen. Hier findet ihr alle bisher erschienenen G Master Talks in der schnellen Übersicht. Mit einem Klick gelangt ihr direkt zum jeweiligen Gespräch.
Daniel Gossmann – People & Portrait
Für Daniel Gossmann steht bei der People-Fotografie nicht das perfekte Gesicht im Mittelpunkt, sondern der Mensch vor der Kamera. Kommunikation, Licht und die bewusste Wahl der Brennweite werden für ihn zu Werkzeugen, um Persönlichkeit sichtbar zu machen.
- Bereich: People-, Portrait- & Commercial-Fotografie
- Favoriten: lichtstarke G Master Festbrennweiten von 24 bis 135mm sowie das Sony FE 24–70mm F2.8 GM II
- Lieblingsbrennweiten: je nach Motiv und gewünschter Bildwirkung – mit einer besonderen Rolle für 50mm
- Sein Ansatz: Den Menschen verstehen, seine Stärken sichtbar machen und Brennweite, Licht und Kommunikation gezielt dafür einsetzen.
→ Mehr über Daniel Gossmann und seinen G Master Talk
Gamander López – Wildlife & Naturfilm
Gamander López zeigt, dass außergewöhnliche Wildlife-Fotografie nicht zwangsläufig am anderen Ende der Welt beginnen muss. Maus, Biber oder Vogel vor der eigenen Haustür können genauso faszinierend sein wie Moschusochsen im hohen Norden.
- Bereich: Wildlife-Fotografie & Naturfilm
- Kamera: Sony Alpha 1 II
- Favoriten: Sony FE 200–600mm F5.6–6.3 G OSS, FE 400mm F2.8 GM OSS und FE 70–200mm F2.8 GM OSS II
- Sein Ansatz: Tiere verstehen, Möglichkeiten schaffen und bereit sein, wenn der Moment passiert.
→ Mehr über Gamander López und seinen G Master Talk
Michael Schaake – Landschaft & Natur
Nebel, Schnee, Sturm und dunkle Wolken sind für Michael Schaake kein schlechtes Wetter. Oft sind sie genau die Zutaten, durch die seine Landschaften ihre beinahe malerische Atmosphäre bekommen.
- Bereich: Landschafts-, Natur- & Reisefotografie
- Kamera: Sony Alpha 7R VI
- Favoriten: Sony FE 24–70mm F2.8 GM II, FE 16–35mm F2.8 GM II, FE 12–24mm F2.8 GM und FE 70–200mm F2.8 GM OSS II
- Sein Ansatz: Weniger erzwingen, mehr beobachten – und vermeintlich schlechtes Wetter als fotografische Chance verstehen.
→ Mehr über Michael Schaake und seinen G Master Talk
Steffen Böttcher – Reportage & Politik
Bei Steffen Böttcher können Sekunden entscheidend sein. Seine Bilder entstehen mitten im politischen Geschehen und müssen teilweise bereits wenige Minuten später beim Kunden sein. Entsprechend konsequent hat er seinen fotografischen Workflow auf Geschwindigkeit optimiert.
- Bereich: Reportage-, Politik- & Portraitfotografie
- Kameras: zwei Sony Alpha 1
- Favoriten: Sony FE 28–70mm F2 GM und FE 50–150mm F2 GM
- Sein Ansatz: Die Kamera als Werkzeug verstehen, Probleme schnell lösen und bereits bei der Aufnahme möglichst nah am fertigen Bild sein.
→ Mehr über Steffen Böttcher und seinen G Master Talk
Philipp Platzer – Sport, Action & Motorsport
Formel 1, Mountainbike, Enduro und spektakuläre Actionproduktionen: Philipp Platzer arbeitet dort, wo Geschwindigkeit zum Alltag gehört und sich viele Situationen nicht einfach wiederholen lassen.
- Bereich: Sport-, Action-, Motorsport- & Commercial-Fotografie
- Kameras: Sony Alpha 1 II, Alpha 1 und Alpha 9 III
- Favoriten: Sony FE 70–200mm F2.8 GM OSS II, FE 400mm F2.8 GM OSS und FE 135mm F1.8 GM
- Sein Ansatz: Technische Sicherheit schaffen und diese Freiheit anschließend für neue Perspektiven, Bewegung und kreative Experimente nutzen.
→ Mehr über Philipp Platzer und seinen G Master Talk
Susanna Kosa – Video
Für Susanna Kosa stehen bei ihren Film- und Outdoor-Produktionen emotionale Geschichten, Dynamik und echtes Storytelling im Mittelpunkt. Ob in extremen Bedingungen wie der Arktis, bei Outdoor-Athleten in den Bergen oder mitten im Geschehen auf dem Wasser – Licht, organische Bewegungen und die passende Objektivwahl werden für sie zu Werkzeugen, um Momente nahbar und lebendig zu machen.
- Bereich: Videografie / Outdoor- & Action-Filmemacherin
- Favoriten: Das Trinity-Setup (16–35mm, 24–70mm, 70–200mm G Master) für maximale Flexibilität unterwegs sowie Teleobjektive wie das 400mm / 600mm / 100–400mm für Natur- und Tieraufnahmen
- Lieblingsbrennweiten: Das Sony FE 24–70mm F2.8 GM II als absolutes Workhorse und vielseitigstes Objektiv für die unterschiedlichsten Perspektiven
- Ihr Ansatz: Effizient und nah am Geschehen arbeiten, das Motiv in seiner Umgebung verstehen und mit leichtem, verlässlichem Equipment Geschichten voller Emotion und Tiefe erzählen.
→ Mehr über Daniel Gossmann und seinen G Master Talk
Daniel Gossmann – der Mensch bestimmt das Bild
https://youtu.be/Szr7QCqLR3M
24, 35, 50, 85 oder 135 Millimeter? Wer People fotografiert, entscheidet mit der Brennweite über deutlich mehr als nur den Bildausschnitt.
Für Daniel Gossmann verändert sich damit auch die Beziehung zwischen Fotograf, Kamera und der Person davor. Genau deshalb spielen Objektive in seiner Arbeit eine so große Rolle.
Für den G Master Talk treffen wir Daniel in Graz und sprechen mit ihm über People- und Portraitfotografie, Licht, Kommunikation und darüber, warum für ihn am Ende nicht das technisch perfekte Bild, sondern der Mensch darin entscheidend ist. Denn Daniel ist überzeugt: Jeder Mensch bringt etwas mit, das sich fotografisch herausarbeiten lässt. Die Aufgabe des Fotografen ist es, genau das sichtbar zu machen.
Festbrennweite oder Zoom?
Bei kaum einem unserer bisherigen G Master Talks wird die Wirkung unterschiedlicher Objektive so unmittelbar zum Thema wie bei Daniel.
Auf der einen Seite stehen flexible Zoomobjektive, mit denen sich ein großer Teil seiner täglichen Arbeit problemlos abdecken lässt. Auf der anderen Seite liegen G Master Festbrennweiten von 24 bis 135mm – und wenn Daniel sich entscheiden müsste, würde er die Festbrennweiten behalten.
Der Grund liegt weniger in technischen Daten als in der Art zu fotografieren. Wenn ein Shooting planbar ist, kann Daniel bereits vorher überlegen, welche Brennweite zur Person, zum Set und zur gewünschten Bildwirkung passt. Das Objektiv wird damit zu einer bewussten kreativen Entscheidung. Das 24–70mm bleibt für ihn trotzdem ein enorm vielseitiges Werkzeug, mit dem sich ein großer Teil seiner Jobs abdecken lässt.
Warum 50 Millimeter mehr als eine Zahl sind
Besonders interessant wird das Gespräch, wenn es um einzelne Brennweiten geht. Für Daniel ist beispielsweise das 50mm eng mit einer natürlichen Wahrnehmung und gleichzeitig mit der Kommunikation am Set verbunden. Der Abstand zum Motiv verändert schließlich nicht nur die Perspektive – sondern auch, wie Fotograf und fotografierte Person miteinander arbeiten.
Genau hier zeigt sich, was People-Fotografie für Daniel ausmacht: Kamera, Objektiv und Licht sind wichtige Werkzeuge. Entscheidend bleibt aber die Verbindung zum Menschen vor der Kamera.
Wie Daniel unterschiedliche Brennweiten gezielt für verschiedene Charaktere und Bildwirkungen einsetzt, welche Rolle künstliches Licht dabei spielt und warum Fotografieren für ihn auch etwas mit Übung und Mut zu tun hat, erfahrt ihr im kompletten G Master Talk.
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G Master Talk mit Daniel Gossmann auf YouTube
Gamander López – Wildlife beginnt vor der eigenen Haustür
Wer außergewöhnliche Tiere fotografieren möchte, muss nach Norwegen, Afrika oder in die Arktis reisen. Oder?
Gamander López sieht das anders.
Der Wildlife-Fotograf, Filmemacher und Sony Ambassador findet viele seiner Motive direkt vor der eigenen Haustür. Eine Maus im Stadtpark, Vögel am Rhein oder ein Biber im heimischen Wald können für ihn genauso faszinierend sein wie die großen Tiere auf seinen internationalen Reisen.
Entscheidend ist nicht unbedingt, was vor der Kamera steht, sondern wie intensiv man sich damit beschäftigt.
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Wildlife-Fotografie beginnt vor dem Auslösen
Gamanders Fotografie basiert deshalb stark auf Beobachtung. Er beschäftigt sich mit dem Verhalten seiner Motive, lernt ihre Gewohnheiten kennen und versucht herauszufinden, wann und wo besondere Situationen entstehen könnten.
Statt jedes Bild exakt planen zu wollen, schafft er die Voraussetzungen dafür, im richtigen Moment bereit zu sein.
Dann muss allerdings auch die Technik mitspielen. Tiere warten nicht darauf, dass der Fotograf seine Einstellungen korrigiert oder noch schnell das Objektiv wechselt.
Für Gamander gehören deshalb flexible Teleobjektive wie das Sony FE 200–600mm F5.6–6.3 G OSS genauso zum Setup wie das lichtstarke Sony FE 400mm F2.8 GM OSS.
Welches davon zum Einsatz kommt, hängt davon ab, ob gerade maximale Flexibilität oder ein ganz bestimmter fotografischer Look gefragt ist.
Das Tier ist nicht immer das ganze Bild
Besonders spannend ist Gamanders Umgang mit Brennweite und Umgebung. Wildlife muss für ihn nicht zwangsläufig bedeuten, ein Tier möglichst formatfüllend abzubilden.
Landschaft, Schnee, Äste oder unscharfe Vordergründe können genauso wichtig sein wie das eigentliche Motiv. Genau deshalb findet sich in seiner Ausrüstung auch ein 70–200mm, obwohl deutlich längere Teleobjektive verfügbar wären.
Im G Master Talk sprechen wir darüber, wie viel Geduld hinter solchen Bildern steckt, warum biologisches Wissen mindestens so wichtig sein kann wie das richtige Objektiv und weshalb eine spektakuläre Wildlife-Geschichte manchmal nur wenige Kilometer von der eigenen Haustür entfernt beginnt.
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Michael Schaake – wenn schlechtes Wetter zum perfekten Wetter wird
Zwei Wochen strahlend blauer Himmel sind für einen Landschaftsfotografen nicht zwangsläufig ein Grund zur Freude.
Zumindest nicht für Michael Schaake.
Nebel, Schnee, dramatische Wolken und wechselhaftes Wetter verleihen seinen Landschaften genau die Atmosphäre, nach der er sucht. Statt die Natur möglichst perfekt und makellos abzubilden, interessieren ihn Stimmungen, die ein Bild beinahe wie ein Gemälde wirken lassen.
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Wenn jedes Gramm zählt
Dafür zieht es Michael immer wieder nach Skandinavien, Island und in andere Regionen, in denen Landschaft und Wetter ständig neue Möglichkeiten schaffen.
Viele dieser Orte erreicht er allerdings nicht bequem mit dem Auto.
Auf mehrtägigen Trekkingtouren müssen Zelt, Verpflegung und Fotoausrüstung gemeinsam in den Rucksack. Spätestens dann bekommt das Gewicht eines Objektivs eine vollkommen neue Bedeutung.
Michael setzt deshalb besonders gerne auf flexible Zoomobjektive. Das Sony FE 24–70mm F2.8 GM II gehört zu seinen wichtigsten Allroundern, ergänzt durch Weitwinkel- und Telezooms für die beiden Extreme.
Landschaft muss nicht weitwinklig sein
Denn Michael fotografiert Landschaft keineswegs ausschließlich mit möglichst kurzen Brennweiten.
Mit einem 70–200mm kann er einzelne Bereiche isolieren, Ebenen optisch verdichten und vollkommen andere Kompositionen schaffen als mit einem klassischen Weitwinkel.
Viel wichtiger als eine feste Regel ist für ihn deshalb die Frage, was die Landschaft gerade anbietet.
Im G Master Talk sprechen wir über das Reisen mit schwerem Fotoequipment, die Vorteile moderner Zoomobjektive und darüber, warum Michael bei Schnee, Nebel und Sturm manchmal lieber zur Kamera greift als bei strahlendem Sonnenschein.
Und natürlich geht es um die Frage, warum sich manche Landschaften weniger wie eine dokumentarische Aufnahme und mehr wie eine Erinnerung an einen bestimmten Moment anfühlen.
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Steffen Böttcher – wenn drei Sekunden entscheidend sind
Morgens noch zu Hause, mittags vielleicht schon im Flugzeug und wenig später mitten in einem politischen Termin.
Planbarkeit gehört nicht unbedingt zu Steffen Böttchers fotografischem Alltag.
Seine Reportage- und Politikfotografie verlangt deshalb eine Kombination aus Kreativität, Erfahrung und enormer Geschwindigkeit. Ein entscheidender Moment kann nur wenige Sekunden dauern – und das fertige Bild muss teilweise kurz danach bereits beim Kunden sein.
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Die Kamera als Werkzeug
Steffen hat seinen gesamten Workflow darauf ausgerichtet.
Er versucht, bereits bei der Aufnahme möglichst nah am finalen Bild zu sein und betrachtet seine Kameras dabei konsequent als professionelle Werkzeuge.
Eine seiner schönsten Aussagen aus unserem Gespräch bringt diese Haltung ziemlich gut auf den Punkt: Er möchte sich nicht in die Kamera verlieben, sondern in sein Motiv.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Technik unwichtig wäre. Im Gegenteil. Autofokus, Bedienung, Datenübertragung und Objektive müssen so zuverlässig funktionieren, dass Steffen möglichst wenig über sie nachdenken muss.
Zwei Zooms statt einer Tasche voller Festbrennweiten
Besonders interessant ist deshalb sein aktuelles Objektiv-Setup.
Obwohl Steffen lange intensiv mit lichtstarken Festbrennweiten gearbeitet hat, deckt er heute einen großen Teil seiner Arbeit mit dem Sony FE 28–70mm F2 GM und dem Sony FE 50–150mm F2 GM ab.
Die Kombination aus Flexibilität und durchgängiger Blende F2 passt zu einer Arbeit, bei der sich Situationen innerhalb weniger Sekunden verändern können.
Im G Master Talk sprechen wir darüber, warum ausgerechnet 28 Millimeter für Steffen eine ganz besondere Brennweite sind, weshalb er Fotografie als permanentes Problemlösen versteht und wie Erfahrung dazu führt, dass viele Entscheidungen irgendwann nicht mehr bewusst, sondern intuitiv getroffen werden.
Vor allem aber geht es um eine Frage, die weit über Technik hinausgeht: Wie schafft man es, nicht nur zu dokumentieren, was passiert ist, sondern auch zu transportieren, wie sich dieser Moment angefühlt hat?
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Philipp Platzer – wenn der Moment keine zweite Chance bekommt
Formel 1, Mountainbike, Enduro und spektakuläre Actionproduktionen: Philipp Platzer arbeitet in einer Welt, in der Geschwindigkeit zum Alltag gehört und sich viele Situationen nicht einfach wiederholen lassen.
Für den G Master Talk treffen wir den Sony Ambassador am Red Bull Ring in Spielberg. Ein Ort, den Philipp seit vielen Jahren fotografiert – und an dem er trotzdem immer wieder versucht, neue Perspektiven zu entdecken.
Technik schafft Raum für Kreativität
Natürlich spielt zuverlässiges Equipment in Philipps Arbeit eine große Rolle. Schnelle Kameras, moderner Autofokus und Objektive wie das Sony FE 70–200mm F2.8 GM OSS II oder das Sony FE 400mm F2.8 GM OSS helfen ihm dabei, Momente festzuhalten, für die es teilweise keine zweite Chance gibt.
Doch genau deshalb geht es im Gespräch überraschend wenig um technische Perfektion.
Philipp interessiert viel mehr, was passiert, wenn die Technik zuverlässig funktioniert und man sich wieder auf das eigentliche Bild konzentrieren kann.
Mitzieher, ungewöhnliche Kamerapositionen, Vordergründe und der bewusste Einsatz von Bewegungsunschärfe gehören zu seiner Bildsprache. Selbst ein Sony FE 135mm F1.8 GM, das viele wahrscheinlich zuerst als Portraitobjektiv sehen würden, bekommt bei ihm plötzlich eine ganz andere Aufgabe.
Das perfekte Bild muss nicht perfekt sein
Besonders spannend ist Philipps Haltung zur technischen Perfektion.
Natürlich sollen Fokus, Belichtung und Timing stimmen. Trotzdem kann für ihn ein Bild mit einem kleinen technischen Fehler stärker sein als eine vollkommen perfekte Aufnahme – wenn dafür der entscheidende Moment stimmt.
Wie er an bekannten Rennstrecken trotzdem neue Perspektiven findet, warum er sich manchmal bewusst mit einer Festbrennweite einschränkt und was passiert, wenn für ein Bild tatsächlich nur ein einziger Versuch zur Verfügung steht, erzählt Philipp im kompletten G Master Talk.
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G Master Talk mit Philipp Platzer auf YouTube
Susanna Kosa – Geschichten am Limit erzählen
Auf einem Expeditionsschiff mitten in der Arktis, mit dem Mountainbike im steilen Gelände oder bei stürmischem Wellengang an den Küsten Sardiniens: Der Arbeitsalltag von Filmemacherin Susanna Kosa spielt sich selten in kontrollierten Studiobedingungen ab.
Ihre Outdoor-, Action- und Tierdokumentationen entstehen dort, wo die Natur das Tempo vorgibt. Ob bei extremen Minustemperaturen, spontanen Wetterumschwüngen oder im rasanten Bewegungsablauf von Athleten – um packende Momente einzufangen, braucht es Reaktionsschnelligkeit, physische Ausdauer und den richtigen Blick für die Dynamik der Szene.
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Filmen ohne Ballast
Susanna begegnet diesen Herausforderungen mit einem konsequent pragmatischen Ansatz. Statt sich mit schwerem Equipment oder aufwendigen Rigs einzuschränken, setzt sie auf ein schlankes, verlässliches Setup. Für sie muss Technik vor allem eines sein: intuitiv und absolut robust. Wenn Blendenringe selbst mit dicken Handschuhen bedienbar bleiben und der Autofokus auch unter Extrembedingungen sitzt, bleibt der Kopf frei für das Wesentliche – die Geschichte.
Effizienz durch Flexibilität: Das Zoom-Prinzip
Diese Haltung zeigt sich besonders in ihrer Ausrüstungswahl. Während im Studio primär Festbrennweiten zum Einsatz kommen, baut Susanna bei ihren Reisen und Outdoor-Projekten fast ausschließlich auf ein flexibles Zoom-Trio.
Ihr zentrales Arbeitstier ist das Sony FE 24–70mm F2.8 GM II. Es erlaubt ihr, ohne Zeitverlust direkt von atmosphärischen Übersichten zu intimen Detailaufnahmen zu wechseln. Ergänzt durch das 16–35mm und 70–200mm – sowie lichtstarke Super-Teles für scheue Tiere in freier Wildbahn – deckt sie jede Situation ab, ohne wertvolle Momente durch ständige Objektivwechsel zu verpassen.
Im G Master Talk geht es darum, warum authentische Handheld-Aufnahmen für sie eine ganz eigene Magie besitzen, wie sie mit unvorhersehbaren Pannen am Set umgeht und weshalb gute Videografie weit über das reine Bild hinausgeht.
Ein inspirierendes Gespräch über die Balance zwischen technischer Präzision, organischer Bildsprache und der Kunst, Emotionen fühlbar zu machen.
Den kompletten Talk ansehen:
G Master Talk mit Susanna Kosa auf YouTube
Sechs Fotografen, sechs vollkommen unterschiedliche Welten
Wildlife, Landschaft, Reportage, Video, People und Motorsport könnten fotografisch kaum weiter auseinanderliegen.
Und trotzdem tauchen in den bisherigen G Master Talks immer wieder ähnliche Gedanken auf.
Technik ist wichtig. Manchmal sogar entscheidend.
Ein schneller Autofokus kann einen Moment retten. Eine lichtstarke Optik ermöglicht einen bestimmten Look. Ein leichteres Objektiv kann darüber entscheiden, welche Ausrüstung überhaupt mit auf die nächste Reise kommt.
Doch keiner unserer Gäste fotografiert ein Bild, nur weil ein Objektiv besonders scharf ist.
Gamander López beschäftigt sich mit dem Verhalten eines Tieres, bevor es überhaupt vor seiner Kamera auftaucht. Michael Schaake sucht nach Wetter und Licht, die eine Landschaft emotional verändern. Steffen Böttcher versucht, innerhalb kürzester Zeit Ordnung in eine chaotische Situation zu bringen. Und Philipp Platzer experimentiert mit Perspektive und Bewegungsunschärfe, obwohl seine Kamera ein vorbeirasendes Fahrzeug problemlos gestochen scharf einfrieren könnte.
Genau darin steckt für uns die Idee hinter dem G Master Talk.
Gutes Equipment erweitert die Möglichkeiten. Aber was man mit diesen Möglichkeiten macht, bleibt eine persönliche Entscheidung.
Deshalb interessiert uns nicht nur, welche Kamera jemand benutzt oder welches G Master Objektiv im Rucksack steckt.
Uns interessiert vor allem: Warum?
Ein Foto gehört nicht nur auf die Festplatte
Eine Sache verbindet die G Master Talks außerdem ganz unmittelbar: Wir wollten die Bilder unserer Gäste nicht ausschließlich auf Monitoren betrachten.
Gemeinsam mit Saal Digital haben wir deshalb ausgewählte Aufnahmen großformatig produzieren lassen.
Und jedes Mal passiert etwas Ähnliches.
Ein Foto, das der Fotograf vielleicht schon hundertmal auf einem Monitor oder Smartphone gesehen hat, bekommt plötzlich eine vollkommen andere Wirkung. Details werden sichtbar, Größenverhältnisse verändern sich und man nimmt sich automatisch mehr Zeit für das Bild.
Aus einer Datei wird etwas Physisches.
Gerade in einer Zeit, in der wir täglich durch unzählige Bilder scrollen, ist das eine schöne Erinnerung daran, Fotografie auch wieder bewusst zu betrachten.
Wir investieren schließlich enorm viel Zeit darin, unsere Bilder zu produzieren. Wir reisen, warten, frieren, tragen Equipment, bearbeiten Dateien und suchen nach dem richtigen Moment.
Dann dürfen die besten Aufnahmen vielleicht auch mehr sein als der nächste Post in einem Feed.
Der G Master Talk geht weiter
Sechs Gespräche sind bereits veröffentlicht – und die Reise ist noch nicht vorbei.
In den kommenden Wochen kommen weitere G Master Talks hinzu und damit neue fotografische Genres, neue Arbeitsweisen und neue Sichtweisen auf die Frage, wie besondere Bilder eigentlich entstehen.
Dieser Beitrag wird deshalb regelmäßig erweitert.
Schaut gerne wieder vorbei, entdeckt die neuen Gespräche und vor allem: schaut euch die kompletten Talks an. Denn die spannendsten Geschichten, Erfahrungen und kleinen Insider aus dem Leben unserer Fotograf:innen wollen wir an dieser Stelle ganz bewusst nicht vorwegnehmen.
Manchmal steckt hinter einem einzigen Bild eben eine deutlich bessere Geschichte, als das fertige Foto vermuten lässt.
Am Ende spielt die Technik eben doch eine Rolle
Technik allein macht noch kein gutes Bild – aber sie entscheidet darüber, welche Möglichkeiten wir haben, unsere Bildidee umzusetzen.
Eine besonders große Rolle spielt dabei das Objektiv. Denn mit der Brennweite verändern wir nicht nur, wie nah ein Motiv erscheint, sondern vor allem den Bildwinkel und damit die gesamte Wirkung einer Aufnahme. Ein Weitwinkel kann Nähe erzeugen und viel Umgebung zeigen, während eine lange Brennweite Motive isoliert, Ebenen verdichtet und den Blick gezielter lenkt. Lichtstärke, Freistellung und Bokeh prägen den Look zusätzlich.
Das bedeutet aber keineswegs, dass die Kamera dahinter nebensächlich ist. Gerade in der Wildlife- oder Sportfotografie kann eine zuverlässige Autofokus-Performance darüber entscheiden, ob der entscheidende Moment scharf eingefangen wird. Eine hohe Auflösung und viele Megapixel schaffen wiederum Reserven beim Beschnitt und ermöglichen detailreiche große Prints. Dazu kommen Geschwindigkeit, Dynamikumfang und Bildstabilisierung.
Welche Eigenschaften am wichtigsten sind, hängt deshalb immer vom jeweiligen Einsatz ab. Das Objektiv beeinflusst maßgeblich, wie wir eine Szene sehen und abbilden. Die Kamera schafft die technischen Voraussetzungen, diese Idee zuverlässig umzusetzen.
Alle genannten Kameras bei Foto Koch:
Am Ende geht es also nicht darum, das technisch beste Setup zu besitzen, sondern Kamera und Objektiv so auszuwählen, dass sie zur eigenen Bildidee und Arbeitsweise passen.
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