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Panasonic Leica DG Summilux 12mm F1,4 Asph. im Test

Panasonic hat gerade das neue LEICA Deluxe Objektiv in der Lumix mFT Familie vorgestellt. Ein offenblende Weitwinkelmonster von feinster optischer Qualität. Und was soll ich sagen, ich ja weitwinkelsüchtig, ich bin festbrennweitensüchtig und ich liebe Freistellung bzw. Unschärfe im Hintergrund. Diese Linse verspricht alles und ist gerade im mFT Bereich mehr als nur etwas wichtig. Den mFT Kameras wird ja nachgesagt, dass sie aufgrund des Crops beim Weitwinkel eher schwächeln und auch die Freistellung  durch das verringerte Sensorformat doch eher reduziert ist. Und es ist leider nicht nur ein Gerücht, es ist eine physikalische Wahrheit. Mit diesem Objektiv knackt Panasonic beide Knackpunkte. Weitwinkel und Freistellung. Und ich kann jetzt schon sagen, es rockt total. Wenn es bisher ein Objektiv gab, welches für mFT Kameras DAS ÜBEROBJEKTIV war, dann hat dieses ab sofort eine Schwester oder einen Bruder.

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Ich möchte in diesem Beitrag Punkt für Punkt die wichtigsten Merkmale der Linse durchsprechen. Ohne eine wirkliche Reihenfolge der Wichtigkeit nach sortiert sondern einfach so, wie sie mir in den Kopf kommen. Ich habe in den vergangenen Tagen über 7000 mal mit der Linse auf den Auslöser gedrückt. Die GX80 mit dem neuen 12er war unsere Reportage Kamera des Roadtrips. Alle Fotos nebenher, sei es jetzt beim Fotografieren des Sonnenuntergangs oder das nächtliche Biertrinken wurde damit abgelichtet.

Ich denke die Linse kenne ich jetzt relativ gut und kann deren Vor- und Nachteile gut zusammenfassen.

NACHTEILE

Es gibt keine! Klingt jetzt komisch aber ich habe nix feststellen können. Normalerweise sind derartige Linsen langsam im Fokus, FEHLANZEIGE, oder haben bei offenster Blende nicht die richtige Schärfe, FEHLANZEIGE. Die einzigen Nachteile die man finden kann sind Größe, Gewicht und Preis. Allesamt aber verbunden mit der optischen Qualität bzw. der offenen Blende. Also auch nicht ganz fair zu sagen, dass eine f1.4 Linse größer ist als eine f2.8 Linse. Sowas nennt man Physik :-)!

Schärfe und optische Qualität

Die Linse ist verdammt scharf bis in alle Ecken des mFT Sensors. Die gesamte optische Qualität ist herausragend. Sowohl Farben als auch Kontraste. Schärfe wohin das Auge blicken kann. Daher mal die 200% Ansicht der äußersten unteren Ecke. 🙂

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Verzerrungen

Das aller coolste an der Linse ist der Mangel an Verzerrungen trotz der 12mm. Man kann unfassbare Aufnahmen machen. So wie z.B. diese POV (POINT OF VIEW) Aufnahme hinter dem Lenkrad. Gerade Linien und dadurch eine sehr realistische Bildwirkung.

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Weitwinkel & Freistellung

Das schönste an der Linse finde ich ja die Kombination aus Weitwinkel und der Freistellung der f1.4. Damit entstehen ganz anders wirkende Fotos. Man bekommt Szenerie, durch den Weitwinkel, und gleichzeitig wird die Szenerie aber in den Hintergrund gedrückt und etwas unwichtiger durch die sanfte Unschärfe.

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Gegenlicht

Auch bei einer freien Morgensonne anstanden nur leichte Anzeichen von Flares. Die optische Qualität ist einfach extrem hoch wie die nachfolgende Aufnahme beweist. Übrigens bei f1.4 aufgenommen. Daher auch die leichten Streifen.

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LowLight

Die Fähigkeiten der Linse kommen extrem gut bei besonders wenig Licht zur Geltung. Ich weiß nicht warum aber die Wirkung ist einfach besonders realistisch. Dunkelheit bedeutet ja immer auch besonders hohe Dynamiken bzw. Kontraste. Ich glaube damit kommt die Linse echt gut zurecht. Es ist schwer zu beschreiben aber die nächste Aufnahme zeigt vor allem auch die kleinen Lichter in der Stadt besonders klar. Die Aufnahme wurde bei f1.4 aus der Hand aufgenommen.

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Größe & Gewicht & Verarbeitung

Wie oben bereits geschrieben ist die Linse jetzt nicht gerade ideal für die schlanke Frauenhandtasche. Aber die Qualität und der Look der Linse ist so außergewöhnlich, dass ich die Linse sowieso nicht aus der Hand geben würde. Was nämlich auch noch beachtet werden muss, ist die Tatsche, dass die große Linse extrem gut in der Hand liegt.

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Fazit

Das Objektiv ist ein Ausnahmeobjektiv. Das bekommt man natürlich nicht geschenkt. Mit rund 1400 € muss man auch ordentlich tief in die Tasche greifen. Ob es das wert ist, das muss jeder Fotograf selbst entscheiden. Ich würde liebend gerne einige andere Objektive gegen dieses eine Objektiv in Kombination mit dem 42,5er Noctilux her geben. Das sind auch genau die beiden Linsen die für mFT die absolute Traumkombi sind. 12mm und 42,5mm bei f1.4 und f1.2

Schaut euch doch einfach noch ein paar Fotos mit dem Objektiv an. Allesamt aus der Hand auf unserem Roadtrip bei f1.4 gemacht.


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Meinung dazu?

11 Kommentare

Dein Kommentar
  1. Nach dem Bericht juckt es mir in den Fingern.
    Mich würde es interessieren ob ihr auch einen Test der Linse in der Kombi mit einer OM-D gemacht habt und wie das Urteil dazu ausfällt.

  2. Danke, Danke, super toller Bericht! Ihr habt mir den Tag versüßt 🙂

    Ich habe eine Oly M1 und auch das 42,5 – 1,2er und und …. und auf das Glas habe ich mich schon gefreut und freue mich nach Eurem tollen Testbericht umso mehr :)))

    Das wird ein grandioser Herbst !!!

    schöne Grüße aus dem Alpenraum (Vorarlberg/Österreich)
    Thomas

  3. Diese Linse habe ich längst vorbestellt, um zusammen mit dem Nocticron an der Pana GX8 auf Städtetour zu gehen.
    Ich denke, dass diese Kombination für diese Motivwelt für mich das Optimum darstellt.
    Dann bleiben alle übrigen Pana- und Oly-Linsen zu Hause…

    • wo kannn man die Trülle vorbestellen – und zu welchem Preis ?
      Danke.

      Gut Licht – und Trülle
      Jean Gregor

  4. Vielen Dank für den wunderbaren Testbericht !
    Das einzige was mich ein klein wenig verunsichert: Warum sind fast alle Bilder so dunkel. Bei ausgewiesenen Gegenlichtaufnahmen kann ich dies eo ipso nachvollziehen – bei den anderen Bildern nicht.

    Vielleicht liegt dies auch an der verwendeten Kamera, die Bilder grundsätzlich etwas dunkler OOC ( Out Of Camera) herausgibt ?
    Kann man vielleicht noch einige Aufnahmen mit dem Pana. Leica Sumicron 12/1,4 an einer Olympus-Kamera OOC hier publizieren ?

    Allzeit gut Licht !
    Jean Gregor

  5. Danke für den Testbericht. Als Nikon Vollformat und MFT Nutzer kann ich nur sagen, dass zwischen dem rechnerischen Ergebnis (die neue Linse entspricht einem 24f2.8 Vollformat-Objektiv) und dem praktischen Ergebnis dennoch ein Unterschied bleibt. Das habe ich bereits mit dem 42,5/1.2 erlebt. Das erlebe ich mit dem 15/1.7 immer wieder und das ist sicherlich mit dieser Linse kaum anders……
    Dennoch muss man fairer Weise auch feststellen, dass man mit diesem 12mm und dem 42,5 Pendant in eine Preiskategorie vorstösst, in der man sich auch äquivalente Vollformat Optiken leisten kann. Man erkauft sich mit dem größeren Format Reserven, die eine MFT nicht hat. Büsst aber den Trage und Platzkomfort auf Reisen ein…..
    Deswegen ist mein Resume, dass es nicht die EINE richtige Entscheidung gibt. Im Idealfall investiert man in beide Systeme. Ich freue mich jedenfalls auf das neue LeicaDG12mm und habe schon einen Testtermin mit dem Fotohändler meines Vertrauens….

  6. Ich habe mich nun auch für die Kombi GX80-Nocticron-12 1.4 entschieden und ich liebe sie einfach! Sie ersetzt mein komplettes DSLR Equipment. Einzig meine kleine Ricoh GR II werde ich neben dieser Kombi mit mir führen. Das beste an dem ganzen ist die Tatsache das die GX80 das 12 1.4 (mit Hood) und das Nocticron (ohne Hood) alles zusammen in ein Peli 1120 Case passt! Ein Traum wird wahr! Die Eierlegende Wollmilchsau….ich habe Sie für mich gefunden. 🙂

  7. Ein sehr guter Testbericht. Aber folgendes muss ich einfach schreiben.
    1) MFT heit keinen grundsätzlichen Nachteil im Weitwinkel im Gegenteil einen Vorteil, weil der Spiegelkasten wegfällt und keine qualitätsmindernde, teure und schwere Retofocuskonstruktion erforderlich ist, was auch fast alle MFT Weitwinkelkonstruktionen belegen.
    2) Die rechnerische Vergleichbarkeit zu einer Vollformatlinse (24mm F2,8) bezieht sich nur auf die Freistellungsfähigkeiten die tatsächlich physikalsch bedingt ist. Jedoch alle Belichtungsdaten sind formatunabhängig ! Daher ergibt sich durch die große Blende ein Zeit und/oder ISO Vorteil (der nur teilweise durch besseres Verhalten der FF Sensoren ausgeglichen wird) für diese Art von MFT Objektiven, die im Vollformat mit der Abbildungsqualität (hier z.B Verzeichnisfreihet) nur durch extreme Konstruktionen oder gar nicht erreicht werden können grade mit Spiegelkasten.

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