G Master Talk – Fotografie verbindet
Mit dem G Master Talk werfen wir einen Blick über den eigenen fotografischen Tellerrand. Unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Genres und Herangehensweisen – verbunden durch die gleiche Leidenschaft für Fotografie. Genau dieser Austausch, das Kennenlernen neuer Perspektiven und die Gespräche über Kreativität, Technik und persönliche Erfahrungen machen die Interviewreihe für uns so spannend.
Beim Ersten Interview war Gamander Lopez zu Gast.
Jeden Sonntag wird ein neuer Teil ders G Master Talks veröffentlicht, und hier auch in den Blogbeitrag eingefügt. Deswegen lohnt sich das längere Scrollen und immer wieder reinschauen :).
Gamander Lopez Michael SchaakeMit dem Laden des Inhalts akzeptierst du die Datenschutzerklärung von YouTube.
Gamander López – Wildlife beginnt vor der eigenen Haustür
Gamander López ist Wildlife-Fotograf, Filmemacher und Sony Ambassador – und jemand, dessen Begeisterung für Tiere schon lange vor seiner professionellen Karriere begann. Bereits als Kind verbrachte er viel Zeit draußen, beobachtete Tiere und begann schließlich damit, diese Momente mit der Kamera festzuhalten.
Aus dieser frühen Begeisterung ist inzwischen eine beeindruckende fotografische und filmische Arbeit entstanden. Trotzdem ist der Kern seiner Arbeit erstaunlich bodenständig geblieben: Gamander möchte Menschen dafür begeistern, selbst nach draußen zu gehen und die Natur zu entdecken.
Dafür braucht es für ihn nicht zwangsläufig Bären in Skandinavien oder Moschusochsen in Norwegen. Eine Maus im Stadtpark, Vögel am Rhein oder ein Biber im heimischen Wald können genauso faszinierend sein. Genau diese Nähe zur Natur prägt seine Arbeit bis heute.
Gamander López im Steckbrief
- Name: Gamander López
- Fotografische Ausrichtung: Wildlife-Fotografie & Naturfilm
- Kamera: Sony Alpha 1 II
- Lieblingsobjektive: Sony FE 200–600mm F5.6–6.3 G OSS, Sony FE 400mm F2.8 GM OSS und Sony FE 70–200mm F2.8 GM OSS II
- Besonderheit: Für außergewöhnliche Wildlife-Fotografie muss man nicht ans andere Ende der Welt reisen. Gamander findet viele seiner Motive direkt vor der eigenen Haustür und möchte mit seinen Bildern vor allem eines erreichen: Menschen dazu bringen, selbst rauszugehen, genauer hinzusehen und die Natur in ihrer unmittelbaren Umgebung neu zu entdecken.
Wenn Geduld wichtiger wird als Technik
Ein Fasan, perfektes Morgenlicht – und am Ende trotzdem kein einziges Bild vom eigentlichen Motiv. Genau so begann Gamander López’ Tag vor unserem G Master Talk. Und vielleicht erzählt diese kleine Geschichte bereits ziemlich viel darüber, was Wildlife-Fotografie für ihn bedeutet.
Denn wer Tiere fotografieren möchte, muss vor allem eines lernen: Die Natur hält sich nicht an unseren Zeitplan.
Gamander verbringt deshalb unglaublich viel Zeit draußen. Er beobachtet, sucht nach Tieren, lernt ihr Verhalten kennen und kehrt immer wieder an die gleichen Orte zurück. Manchmal entsteht daraus ein Bild, manchmal nicht. Doch genau dieses Ungewisse ist für ihn Teil der Faszination.
Besonders eindrucksvoll erzählt er im Gespräch von jungen Sittichen, deren Ausflug aus dem Nest er unbedingt dokumentieren wollte. Den genauen Zeitpunkt konnte er nicht kennen – lediglich das Zeitfenster ließ sich anhand des Verhaltens der Tiere abschätzen. Also wartete er. Sechs Tage lang, mit mehreren Kameras, großen Speicherkarten und zunehmend wenig Schlaf. Dann kam der Moment. Und seine Kameras liefen.
Möglichkeiten schaffen statt Bilder planen
Spannend ist dabei, dass Gamander seine Aufnahmen gar nicht bis ins letzte Detail vorausplant. Vielmehr versucht er, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass besondere Momente überhaupt vor seiner Kamera stattfinden können.
Dazu gehört auch biologisches Wissen. Wann ziehen Kraniche durch Deutschland? Wann werden bestimmte Tiere aktiv? Wie lange bleiben Jungvögel im Nest? Gamander beschäftigt sich mit seinen Motiven, lange bevor er auf den Auslöser drückt.
Ist der Moment schließlich da, muss die Technik vor allem eines tun: funktionieren.
Genau hier kommt für Gamander die Kombination aus Sony Alpha Kameras und seinen Teleobjektiven ins Spiel. Aktuell arbeitet er mit der Sony Alpha 1 II. Besonders die hohe Auflösung ist für ihn in der Wildlife-Fotografie wertvoll. Schließlich lässt sich kaum vorhersagen, ob ein Tier im entscheidenden Moment nach links oder rechts läuft oder plötzlich losfliegt. Die Möglichkeit, den Bildausschnitt später noch anzupassen, gibt ihm zusätzliche Freiheit.
Mindestens genauso wichtig ist der Autofokus. Manche Situationen dauern nur wenige Sekunden. Wenn zwei Tiere plötzlich miteinander kämpfen oder ein Vogel unvermittelt losfliegt, gibt es keine zweite Chance. Gamander hat sein Sony Autofokus-Setup über die Jahre genau auf solche Situationen abgestimmt und weiß inzwischen sehr genau, wie sich sein System in unterschiedlichen Situationen verhält.
200–600mm oder 400mm F2.8 GM?
Müsste Gamander nur ein einziges Objektiv mitnehmen, wäre seine Wahl überraschend eindeutig: das Sony FE 200–600mm F5.6–6.3 G OSS.
Vor allem beim Filmen ist die Flexibilität des großen Brennweitenbereichs für ihn enorm wertvoll. Tiere lassen sich schließlich nicht dirigieren – und genau dann kann die Möglichkeit, innerhalb weniger Augenblicke den Bildausschnitt zu verändern, entscheidend sein.
Wenn es stärker um den fotografischen Look geht, kommt dagegen eine andere Linse ins Spiel: das Sony FE 400mm F2.8 GM OSS. Die offene Blende ermöglicht Gamander genau die Art von Freistellung, die in vielen seiner Bilder sofort auffällt. Tiere lösen sich aus einem wunderbar weichen Hintergrund, während selbst kleine Details im Motiv die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen.
Und dann gibt es noch das Sony FE 70–200mm F2.8 GM OSS II. Gerade weil Gamander seine Tiere nicht immer möglichst groß und formatfüllend zeigen möchte, passt diese Brennweite erstaunlich gut zu seiner Bildsprache. Er lässt seinen Motiven gerne Raum. Schnee, Landschaft, Äste oder unscharfe Vordergründe gehören für ihn genauso zum Bild wie das Tier selbst.
So unterschiedlich diese Objektive sind, erfüllen sie bei Gamander jeweils einen ganz konkreten Zweck: Das 200–600mm bringt Flexibilität, das 400mm F2.8 GM einen ganz besonderen Look und das 70–200mm F2.8 GM II verbindet Wildlife stärker mit der Umgebung.
Wildlife beginnt nicht in Norwegen
Dabei entstehen längst nicht alle Bilder von Gamander mit riesigen Teleobjektiven irgendwo in der Wildnis Skandinaviens.
Natürlich reist er. Natürlich fotografiert er Moschusochsen, Bären und andere Tiere, für die man nicht einfach am Sonntagnachmittag in den nächsten Stadtpark gehen kann. Und natürlich üben gerade der Norden, Schnee und Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt eine besondere Faszination auf ihn aus.
Doch eine der schönsten Botschaften unseres Gesprächs ist eine andere: Wildlife beginnt vor der eigenen Haustür.
Eine Mäusefamilie in Bonn kann Gamander genauso faszinieren wie ein Moschusochse in den norwegischen Bergen. Vögel am Rhein, ein Feldhamster, ein Fasan am frühen Morgen oder ein Biberprojekt in der Nähe seiner Heimat – Motive sind überall.
Vielleicht braucht es deshalb für den Einstieg in die Wildlife-Fotografie gar nicht sofort die Sony Alpha 1 II und ein 400mm F2.8 G Master. Gamanders wichtigster Tipp ist viel einfacher: Kamera nehmen und rausgehen.
Beobachten. Fotografieren. Über die Tiere lesen. Wiederkommen.
Die Technik wird wichtiger, je anspruchsvoller die Situationen werden. Eine hohe Auflösung schafft Reserven, ein schneller Autofokus kann den entscheidenden Augenblick festhalten und ein gutes Teleobjektiv eröffnet Möglichkeiten, die vorher schlicht nicht da waren.
Aber all das hilft wenig, wenn man nicht draußen ist, wenn der Moment passiert.
Und vielleicht erklärt genau das Gamanders Bilder am besten: Hinter ihnen steckt beeindruckende Sony Technik – aber vor allem unglaublich viel Zeit in der Natur.
Ein Foto gehört nicht auf die Festplatte
Wir investieren Stunden in unsere Fotografie. Wir stehen mitten in der Nacht auf, schleppen Equipment auf Berge, warten auf das richtige Licht und verbringen anschließend noch einmal Stunden damit, unsere Bilder zu bearbeiten. Und dann?
Dann landet das fertige Foto auf Instagram, bekommt für ein paar Sekunden Aufmerksamkeit und verschwindet anschließend auf irgendeiner Festplatte.
Aber warum fotografieren wir überhaupt, wenn wir unsere besten Bilder am Ende nie wirklich sehen?
Genau deshalb wollten wir im Rahmen der G Master Talks ausgewählte Aufnahmen unserer Ambassadors nicht nur auf einem Monitor zeigen. Gemeinsam mit Saal Digital haben wir sie großformatig als echte Prints produzieren lassen.
Und es ist jedes Mal wieder faszinierend, was in diesem Moment passiert. Ein Bild, das man vielleicht schon hundertmal auf einem Monitor gesehen hat, wirkt plötzlich vollkommen anders. Details werden sichtbar, Größenverhältnisse verändern sich und man beginnt, ein Foto wieder ganz bewusst zu betrachten.
Besonders beeindruckend ist die Präsentation im großen Format mit Schattenfugenrahmen. Durch den Abstand zwischen Bild und Rahmen bekommt das Motiv Raum und wirkt beinahe so, als würde es darin schweben. Aus einer Fotodatei wird plötzlich etwas Physisches. Etwas, vor dem man stehen bleibt.
Vielleicht sollten wir unsere Fotografie deshalb wieder etwas häufiger aus den Festplatten befreien. Denn es gibt kaum ein schöneres Gefühl, als ein eigenes Bild zum ersten Mal wirklich groß vor sich zu sehen – und zu merken: Genau dafür haben wir es fotografiert.
Michael Schaake – Landschaften, die wie Gemälde wirken
Dramatische Wolken, Nebel, Schnee und die raue Landschaft Skandinaviens: Michael Schaakes Fotografie lebt von Atmosphäre. Statt die Natur lediglich abzubilden, sucht er nach Stimmungen, durch die Landschaftsaufnahmen beinahe wie Gemälde wirken. Besonders auf mattem Papier entfalten seine ruhigen, teilweise minimalistischen Kompositionen genau die Wirkung, die ihn selbst an der Fotografie fasziniert.
Dafür zieht es Michael immer wieder in den Norden. Norwegen, Schweden, Island oder die Färöer sind nicht nur spektakuläre Kulissen, sondern Orte, an denen Wetter, Licht und Landschaft ständig neue Bilder entstehen lassen. Dabei arbeitet Michael häufig überraschend spontan: Er wandert, beobachtet seine Umgebung und reagiert auf das, was ihm die Natur in diesem Moment anbietet.
Genau deshalb muss seine Ausrüstung flexibel sein. Wer mehrere Tage mit Zelt, Verpflegung und Kameraequipment unterwegs ist, denkt über jedes zusätzliche Gramm nach. Statt vieler Festbrennweiten setzt Michael deshalb besonders gerne auf hochwertige Zoomobjektive. Die Kombination aus geringem Gewicht, unterschiedlichen Brennweiten und hoher Abbildungsleistung macht die Sony G Master Objektive zu einem wichtigen Bestandteil seiner Landschaftsfotografie.
https://youtu.be/lIggJbp-U4g
Michael Schaake im Steckbrief
- Name: Michael Schaake
- Fotografische Ausrichtung: Landschafts-, Natur- und Reisefotografie
- Kamera: Sony Alpha 7R VI
- Lieblingsobjektive: Sony FE 24–70mm F2.8 GM II, Sony FE 16–35mm F2.8 GM II, Sony FE 12–24mm F2.8 GM und Sony FE 70–200mm F2.8 GM OSS II
- Besonderheit: Michael liebt Landschaften mit Charakter. Nebel, dunkle Wolken, Schnee und vermeintlich „schlechtes Wetter“ sind für ihn keine Hindernisse, sondern oftmals die Voraussetzung für besondere Bilder. Seine Aufnahmen entstehen dabei weniger nach einem festen Plan als aus dem Zusammenspiel von Landschaft, Licht, Wetter und dem eigenen Gefühl im Moment.
Wenn schlechtes Wetter zum perfekten Wetter wird
Zwei Wochen blauer Himmel können einen Landschaftsfotografen durchaus unglücklich machen. Zumindest dann, wenn dieser Landschaftsfotograf Michael Schaake heißt.
Denn Michael sucht nicht unbedingt nach dem perfekten Postkartenwetter. Ihn faszinieren die Tage, an denen Nebel durch die Landschaft zieht, dunkle Wolken am Himmel hängen oder Schnee die Welt auf wenige Farben reduziert. Es sind genau diese Bedingungen, die seinen Bildern ihren besonderen Charakter verleihen – und sie manchmal fast wie Gemälde wirken lassen.
Im G Master Talk sprechen wir mit Michael darüber, wie solche Aufnahmen entstehen, warum es ihn immer wieder nach Skandinavien zieht und weshalb bei einer mehrtägigen Trekkingtour plötzlich jedes Gramm Kameraequipment eine Rolle spielt.
38 Kilogramm auf dem Rücken – für das nächste Bild
Fotografie bedeutet für Michael häufig vor allem eines: unterwegs sein. Und damit ist nicht die kurze Strecke vom Auto zum nächsten Aussichtspunkt gemeint.
Eine seiner härtesten Touren führte ihn gemeinsam mit dem Fotografen Martin Hülle für 14 Tage durch Island. Keine Hütten, kein Handyempfang und alles, was für zwei Wochen benötigt wurde, auf dem eigenen Rücken. Am Ende brachte Michaels Rucksack rund 38 Kilogramm auf die Waage – etwa neun Kilogramm davon entfielen allein auf die Fotoausrüstung.
Spätestens bei solchen Touren verändert sich der Blick auf das Equipment. Ein Objektiv ist dann nicht nur Brennweite, Lichtstärke und Schärfe. Es ist auch Gewicht und Packmaß.
Genau deshalb spielen Zoomobjektive in Michaels Ausrüstung eine so große Rolle. Statt sechs verschiedener Festbrennweiten nimmt er lieber zwei oder drei flexible Zooms mit. Besonders die leichter gewordenen Generationen der Sony G Master Objektive kommen seiner Art zu fotografieren entgegen.
Das 24–70mm als Brot-und-Butter-Objektiv
Wenn Michael nur ein einziges Objektiv mitnehmen dürfte, würde die Entscheidung vermutlich auf das Sony FE 24–70mm F2.8 GM II fallen.
Der Grund ist weniger spektakulär als praktisch: Es funktioniert einfach in unglaublich vielen Situationen. Reichen 24 Millimeter für eine Landschaft einmal nicht aus, fotografiert Michael kurzerhand mehrere Aufnahmen aus der Hand und setzt sie später zu einem Panorama zusammen.
Gerade auf langen Wanderungen ist diese Vielseitigkeit entscheidend. Das FE 24–70mm F2.8 GM II wiegt laut Sony rund 695 Gramm – und zeigt damit ziemlich gut, warum Gewicht bei der Entwicklung moderner G Master Objektive für Fotografen wie Michael eben nicht nur eine Zahl im Datenblatt ist.
Für weitläufigere Landschaften greift er außerdem gerne zum Sony FE 16–35mm F2.8 GM II oder geht mit dem Sony FE 12–24mm F2.8 GM noch einmal deutlich extremer ins Weitwinkel.
Gerade diese Extreme gefallen ihm: 12 Millimeter für enorme Weite auf der einen Seite – starke Telewirkung auf der anderen.
Landschaft funktioniert auch mit 200 Millimetern
Denn Landschaftsfotografie bedeutet für Michael keineswegs automatisch Weitwinkel. Das Sony FE 70–200mm F2.8 GM OSS II nutzt er gerne, um einzelne Bereiche einer Landschaft herauszugreifen und Ebenen optisch stärker miteinander zu verbinden.
Statt möglichst viel Landschaft in einem Foto unterzubringen, entstehen dadurch konzentriertere Kompositionen. Berge, Bäume oder Tiere in der Landschaft rücken scheinbar näher zusammen und das Bild bekommt eine vollkommen andere Wirkung.
Für gelegentliche Tiermotive geht Michael sogar noch weiter. Mit dem Sony FE 100–400mm F4.5–5.6 GM OSS fotografiert er beispielsweise die Füchse und Dachse, die regelmäßig seinen Garten am Waldrand besuchen. Das 100–400mm lässt sich zudem mit Sonys Telekonvertern kombinieren und erweitert damit den möglichen Einsatzbereich noch einmal deutlich.
Wenn Schärfe selbstverständlich wird
Besonders spannend wird das Gespräch bei der Frage, welche Eigenschaften eines Objektivs Michael eigentlich am wichtigsten sind.
Seine Antwort: Brennweitenbereich, Gewicht und Lichtstärke. Und die Schärfe?
Die landet bei ihm beinahe am Ende der Liste – allerdings aus einem ziemlich guten Grund. Bei einem G Master Objektiv geht Michael inzwischen schlicht davon aus, dass die Abbildungsleistung stimmt. Statt sich im Alltag Gedanken über technische Testcharts zu machen, konzentriert er sich darauf, welches Objektiv ihm den benötigten Bildwinkel bietet und wie viel Gewicht er dafür durch die Landschaft tragen muss.
Gerade in Verbindung mit seiner hochauflösenden Sony Alpha 7R VI ist diese Zuverlässigkeit entscheidend. Denn Michaels Bilder sollen nicht auf einem kleinen Smartphone-Display enden.
Ein Foto wird erst als Print wirklich greifbar
Michael druckt seine Bilder leidenschaftlich gerne. Besonders matte Papiere passen zu seiner Bildsprache: Die zurückhaltenden Farben, nebligen Landschaften und feinen Strukturen bekommen dadurch eine beinahe malerische Wirkung.
Und genau hier schließt sich der Kreis. Hohe Auflösung und feine Details entfalten ihre Wirkung erst dann vollständig, wenn ein Bild groß vor einem hängt. Aus einer Datei wird plötzlich etwas Greifbares.
Für Michael gehört der Print deshalb zum fotografischen Prozess dazu. Bilder entstehen nicht nur, um durch einen Feed zu rauschen. Sie dürfen groß werden, an der Wand hängen und über Jahre hinweg betrachtet werden.
-35 Grad und trotzdem rausgehen
Natürlich wäre ein Gespräch über Michaels Landschaftsfotografie nicht vollständig ohne Skandinavien.
Eine Geschichte bleibt dabei besonders hängen. In Schweden wacht Michael bei rund -35 Grad auf und entdeckt draußen fantastisches Morgenlicht. Also Kamera nehmen, Drohne einpacken und raus. In der Hektik vergisst er allerdings seine Mütze. Erst als sein Ohr zu schmerzen beginnt und bereits steif geworden ist, bemerkt er, wie ernst die Situation geworden ist.
Die Geschichte zeigt ziemlich eindrücklich, unter welchen Bedingungen einige seiner Bilder entstehen. Gleichzeitig vertraut Michael seiner Sony Ausrüstung auch bei Schnee, Feuchtigkeit und extremer Kälte. Besonders beeindruckt ihn dabei, wie zuverlässig Kameras, Objektive und selbst die Akkus auf seinen bisherigen Touren funktioniert haben.
Und trotzdem ist Michael kein Fotograf, der stundenlang an einer Stelle sitzt und auf das perfekte Licht wartet.
Sehen, fühlen, fotografieren
Viele seiner Bilder entstehen spontan. Michael wandert durch eine Landschaft, entdeckt etwas, das ihn anspricht, und reagiert darauf. Wetter, Licht, Umgebung und die eigene Stimmung verschmelzen für einen kurzen Moment miteinander.
Wie eng diese Verbindung ist, zeigt eine besondere Geschichte aus seiner Bildbearbeitung: Jahre nach der ursprünglichen Aufnahme musste Michael eines seiner Bilder erneut entwickeln, weil er die fertige Datei nicht mehr finden konnte. Erst später tauchte die ursprüngliche Bearbeitung wieder auf – und beide Versionen waren nahezu identisch.
Für ihn war das eine Bestätigung dafür, wie stark die Bearbeitung mit der Erinnerung an den Moment verbunden ist. Er entwickelt ein Foto nicht einfach nach einem bestimmten Look. Er versucht, das wiederzugeben, was er draußen wahrgenommen und empfunden hat.
Vielleicht wirken seine Landschaften genau deshalb so atmosphärisch. Sie zeigen nicht einfach Norwegen, Schweden, Island oder die Färöer. Sie erzählen davon, wie es sich angefühlt hat, genau in diesem Moment dort zu stehen.
Und manchmal braucht es dafür eben Nebel, Sturm, einen schweren Rucksack und ein bisschen schlechtes Wetter.

