G Master Talk – Fotografie verbindet
Mit dem G Master Talk werfen wir einen Blick über den eigenen fotografischen Tellerrand. Unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Genres und Herangehensweisen – verbunden durch die gleiche Leidenschaft für Fotografie. Genau dieser Austausch, das Kennenlernen neuer Perspektiven und die Gespräche über Kreativität, Technik und persönliche Erfahrungen machen die Interviewreihe für uns so spannend.
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Gamander López – Wildlife beginnt vor der eigenen Haustür
Gamander López ist Wildlife-Fotograf, Filmemacher und Sony Ambassador – und jemand, dessen Begeisterung für Tiere schon lange vor seiner professionellen Karriere begann. Bereits als Kind verbrachte er viel Zeit draußen, beobachtete Tiere und begann schließlich damit, diese Momente mit der Kamera festzuhalten.
Aus dieser frühen Begeisterung ist inzwischen eine beeindruckende fotografische und filmische Arbeit entstanden. Trotzdem ist der Kern seiner Arbeit erstaunlich bodenständig geblieben: Gamander möchte Menschen dafür begeistern, selbst nach draußen zu gehen und die Natur zu entdecken.
Dafür braucht es für ihn nicht zwangsläufig Bären in Skandinavien oder Moschusochsen in Norwegen. Eine Maus im Stadtpark, Vögel am Rhein oder ein Biber im heimischen Wald können genauso faszinierend sein. Genau diese Nähe zur Natur prägt seine Arbeit bis heute.
Gamander López im Steckbrief
- Name: Gamander López
- Fotografische Ausrichtung: Wildlife-Fotografie & Naturfilm
- Kamera: Sony Alpha 1 II
- Lieblingsobjektive: Sony FE 200–600mm F5.6–6.3 G OSS, Sony FE 400mm F2.8 GM OSS und Sony FE 70–200mm F2.8 GM OSS II
- Besonderheit: Für außergewöhnliche Wildlife-Fotografie muss man nicht ans andere Ende der Welt reisen. Gamander findet viele seiner Motive direkt vor der eigenen Haustür und möchte mit seinen Bildern vor allem eines erreichen: Menschen dazu bringen, selbst rauszugehen, genauer hinzusehen und die Natur in ihrer unmittelbaren Umgebung neu zu entdecken.
Wenn Geduld wichtiger wird als Technik
Ein Fasan, perfektes Morgenlicht – und am Ende trotzdem kein einziges Bild vom eigentlichen Motiv. Genau so begann Gamander López’ Tag vor unserem G Master Talk. Und vielleicht erzählt diese kleine Geschichte bereits ziemlich viel darüber, was Wildlife-Fotografie für ihn bedeutet.
Denn wer Tiere fotografieren möchte, muss vor allem eines lernen: Die Natur hält sich nicht an unseren Zeitplan.
Gamander verbringt deshalb unglaublich viel Zeit draußen. Er beobachtet, sucht nach Tieren, lernt ihr Verhalten kennen und kehrt immer wieder an die gleichen Orte zurück. Manchmal entsteht daraus ein Bild, manchmal nicht. Doch genau dieses Ungewisse ist für ihn Teil der Faszination.
Besonders eindrucksvoll erzählt er im Gespräch von jungen Sittichen, deren Ausflug aus dem Nest er unbedingt dokumentieren wollte. Den genauen Zeitpunkt konnte er nicht kennen – lediglich das Zeitfenster ließ sich anhand des Verhaltens der Tiere abschätzen. Also wartete er. Sechs Tage lang, mit mehreren Kameras, großen Speicherkarten und zunehmend wenig Schlaf. Dann kam der Moment. Und seine Kameras liefen.
Möglichkeiten schaffen statt Bilder planen
Spannend ist dabei, dass Gamander seine Aufnahmen gar nicht bis ins letzte Detail vorausplant. Vielmehr versucht er, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass besondere Momente überhaupt vor seiner Kamera stattfinden können.
Dazu gehört auch biologisches Wissen. Wann ziehen Kraniche durch Deutschland? Wann werden bestimmte Tiere aktiv? Wie lange bleiben Jungvögel im Nest? Gamander beschäftigt sich mit seinen Motiven, lange bevor er auf den Auslöser drückt.
Ist der Moment schließlich da, muss die Technik vor allem eines tun: funktionieren.
Genau hier kommt für Gamander die Kombination aus Sony Alpha Kameras und seinen Teleobjektiven ins Spiel. Aktuell arbeitet er mit der Sony Alpha 1 II. Besonders die hohe Auflösung ist für ihn in der Wildlife-Fotografie wertvoll. Schließlich lässt sich kaum vorhersagen, ob ein Tier im entscheidenden Moment nach links oder rechts läuft oder plötzlich losfliegt. Die Möglichkeit, den Bildausschnitt später noch anzupassen, gibt ihm zusätzliche Freiheit.
Mindestens genauso wichtig ist der Autofokus. Manche Situationen dauern nur wenige Sekunden. Wenn zwei Tiere plötzlich miteinander kämpfen oder ein Vogel unvermittelt losfliegt, gibt es keine zweite Chance. Gamander hat sein Sony Autofokus-Setup über die Jahre genau auf solche Situationen abgestimmt und weiß inzwischen sehr genau, wie sich sein System in unterschiedlichen Situationen verhält.
200–600mm oder 400mm F2.8 GM?
Müsste Gamander nur ein einziges Objektiv mitnehmen, wäre seine Wahl überraschend eindeutig: das Sony FE 200–600mm F5.6–6.3 G OSS.
Vor allem beim Filmen ist die Flexibilität des großen Brennweitenbereichs für ihn enorm wertvoll. Tiere lassen sich schließlich nicht dirigieren – und genau dann kann die Möglichkeit, innerhalb weniger Augenblicke den Bildausschnitt zu verändern, entscheidend sein.
Wenn es stärker um den fotografischen Look geht, kommt dagegen eine andere Linse ins Spiel: das Sony FE 400mm F2.8 GM OSS. Die offene Blende ermöglicht Gamander genau die Art von Freistellung, die in vielen seiner Bilder sofort auffällt. Tiere lösen sich aus einem wunderbar weichen Hintergrund, während selbst kleine Details im Motiv die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen.
Und dann gibt es noch das Sony FE 70–200mm F2.8 GM OSS II. Gerade weil Gamander seine Tiere nicht immer möglichst groß und formatfüllend zeigen möchte, passt diese Brennweite erstaunlich gut zu seiner Bildsprache. Er lässt seinen Motiven gerne Raum. Schnee, Landschaft, Äste oder unscharfe Vordergründe gehören für ihn genauso zum Bild wie das Tier selbst.
So unterschiedlich diese Objektive sind, erfüllen sie bei Gamander jeweils einen ganz konkreten Zweck: Das 200–600mm bringt Flexibilität, das 400mm F2.8 GM einen ganz besonderen Look und das 70–200mm F2.8 GM II verbindet Wildlife stärker mit der Umgebung.
Wildlife beginnt nicht in Norwegen
Dabei entstehen längst nicht alle Bilder von Gamander mit riesigen Teleobjektiven irgendwo in der Wildnis Skandinaviens.
Natürlich reist er. Natürlich fotografiert er Moschusochsen, Bären und andere Tiere, für die man nicht einfach am Sonntagnachmittag in den nächsten Stadtpark gehen kann. Und natürlich üben gerade der Norden, Schnee und Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt eine besondere Faszination auf ihn aus.
Doch eine der schönsten Botschaften unseres Gesprächs ist eine andere: Wildlife beginnt vor der eigenen Haustür.
Eine Mäusefamilie in Bonn kann Gamander genauso faszinieren wie ein Moschusochse in den norwegischen Bergen. Vögel am Rhein, ein Feldhamster, ein Fasan am frühen Morgen oder ein Biberprojekt in der Nähe seiner Heimat – Motive sind überall.
Vielleicht braucht es deshalb für den Einstieg in die Wildlife-Fotografie gar nicht sofort die Sony Alpha 1 II und ein 400mm F2.8 G Master. Gamanders wichtigster Tipp ist viel einfacher: Kamera nehmen und rausgehen.
Beobachten. Fotografieren. Über die Tiere lesen. Wiederkommen.
Die Technik wird wichtiger, je anspruchsvoller die Situationen werden. Eine hohe Auflösung schafft Reserven, ein schneller Autofokus kann den entscheidenden Augenblick festhalten und ein gutes Teleobjektiv eröffnet Möglichkeiten, die vorher schlicht nicht da waren.
Aber all das hilft wenig, wenn man nicht draußen ist, wenn der Moment passiert.
Und vielleicht erklärt genau das Gamanders Bilder am besten: Hinter ihnen steckt beeindruckende Sony Technik – aber vor allem unglaublich viel Zeit in der Natur.
