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EIN EXPERIMENT… DAS REISEZOOM-SUPPENZOOM IM TEST // TAMRON 16-300MM

Das heutige Video wird wieder etwas länger. Perfekt für die Weihnachtsfeiertage. Es handelt von der Abartigkeit des Denkens. Dazu aber unten mehr! NACH DEM VIDEO!
Ein Objektiv steht zum Test und zwar das Tamron 16-300 Reise-Ultra-Duper-Super-Mega-Hyper-Zoom.

Tamron 16-300mm! Bei der Brennweitenbeschreibung dreht sich einem im Fotografen-Magen echt alles um. Das kann ja nur Schrott sein. Wie kann man mit sowas denn gute Fotos machen? Sowas kann doch gar nix sein! Warum eigentlich?

Warum sind Reisezooms denn so verschriehen? Das gleiche gilt für Kit-Objektive. An jeder Ecke lauert ein anderer Fotograf der behauptet, dass man damit gar kein einziges Foto machen könne. Dabei sind diese Objektive der Motor der gesamten Foto-Industrie. Während von einer ordentlichen L-Linse überschaubare Stückzahlen verkauft werden, rollen diese Dinge Lagerweise über deutsche Verkaufstresen.

Und die Industrie steckt sicherlich an vielen Stellen mehr in diese Objektive als in die Entwicklung von High-End Linsen. Klar, ein 100mm Macro wird sicherlich schärfer sein als ein 16-300mm. Es ist aber halt auch ein Spezial-Objektiv und kein Immerdrauf.

Ich selbst vertrete ja die Meinung, dass ein 50mm oder gar ein 35mm fast schon auf die Kamera getackert werden darf. Ich brauch nix Anderes… Aber halt, so einfach ist die Sache dann doch nicht. Und ihr wisst ja auch, warum viele Tests bei uns so spät kommen. Weil wir uns Zeit nehmen wollen und Dinge richtig machen.
Was bilde ich mir ein als Fotograf über ein Objektiv zu urteilen, wenn ich es nicht selbst wirklich im Einsatz hatte. Aber wer macht das schon freiwillig? 10000000 € an Objektiven ausgegeben und dann soll man mit nem Reisezoom arbeiten? Und zwar nicht nur mal kurz auf die Kamera sondern richtig lange damit arbeiten. Aber genau das haben wir gemacht. Einen wirklichen ERFAHRUNGSBERICHT basierend auf ERFAHRUNGEN mit dem Tamron 16-300 und wirklichen FOTOS!

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Im Nachfolgenden seht ihr das Ergebnis von 2 Tagen in Paris. Ok, mit An- und Abfahrt aber ohne wirklichen Schlaf gilt es auch gerne als 2 Tage. Der Versuch war relativ einfach. Eine 60D, keine 5D Mark III oder 1D, mit dem Tamron 16-300mm als einzigem Objektiv. Kein zweites Objektiv, kein Wechsel erlaubt. Und dann ging es nur noch um die Fotos! Paris mit der Kamera erobern und Erfahrungen sammeln. Das Ergebnis seht ihr im Video!

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Fazit: Man sollte nicht vorschnell urteilen. Schaut euch doch einfach mal die Fotos des Tamron 16-300mm an. Macht es denn überhaupt etwas aus, mit welchem Objektiv die Bilder gemacht wurden? Wer fragt sich denn nach dem Objektiv wenn das Foto einfach nur wow ist. Was zählt das letzte bisschen Objektiv-Schärfe dann noch? Wir konnten super tolle Fotos machen in Paris und haben davon auch vom Reisezoom profitiert. Stabi und Brennweite sind eben auch teilweise von Vorteil. Schaut euch doch die Bilder selbst an und macht euch ein eigenes Bild.

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Der Gott der Street-Fotografie bin ich jetzt wahrlich nicht, aber ich finde die S/W Bilder aus Paris sind echt ordentlich und solide geworden. Ob Bombe, dass müsst ihr entscheiden. Ich weiß jetzt schon bei jedem Foto was man besser machen sollte.
In Paris haben wir auch viel in schlechten Lichtverhältnissen fotografiert. Bei Nacht z.B. oder in der Metro. Und alles mit dem Suppenzoom mit f3,5 bis f5,6. Geht doch gar nicht… Geht wohl! 🙂

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Beim nächsten kritischen Suppenzoom-Kommentar im x-ten Forum bedenkt doch einfach diesen Beitrag und die Lehren aus dem Video. Die Welt ist nicht nur schwarz und weiss. Natürlich wird ein 16-300mm niemals die optische Qualität eines 100mm Marcos oder eines Zeiss Otus gehen können. Aber kommt es darauf in jeder Situation der Fotografie an?

Ich selbst hätte nicht gedacht, dass damit so gut fotografiert werden kann. Ich selbst war vor-indoktriniert von fremden Meinungen ohne selbst die Erfahrung gemacht zu haben. Klar, ne PhaseOne wäre in Paris auch nicht schlecht gewesen, wahrscheinlich wäre ich aber totgeschlagen und ausgeraubt worden und die Fotos kann man nicht als Leiche machen :-)…

Ich muss jedenfalls sagen, dass ich es genossen habe mit nur einem Objektiv durch Paris zu laufen und mich auf die Momente und das Drumherum konzentrieren zu können. Ich will keine 30 Objektiv im Rucksack schleppen. Ich will mobil und spontan fotografieren können und dafür ist ein Suppen-Super-Mega-Zoom einfach nur Klasse. Alleine die Begrifflichkeit Suppenzoom trifft den Nagel voll vorbei am Köpfchen. Es ist ein Spezial-Objektiv in Punkto Brennweitenabdeckung, Größe, Gewicht und Preis. Das ist nämlich was das Objektiv wirklich gut kann und wofür es gemacht wurde. Ein spezielles Objektiv um unglaublich viel Brennweitenspielraum in ein möglichst leichtes und kleines Objektiv für einen günstigen Preis zu stecken.

In diesem Sinne, frohe Restweihnachten.

LG
Martin

Meinung dazu?

19 Kommentare

Dein Kommentar
  1. Hi Martin,

    ich habe meine absolute persönliche Meinung zu diesen Objektiven. Mein immerdrauf ist das 28-300 3.5-5.6 in Kombination D600 oder D810. Was die meisten Photografen vergessen ist das ein Objektiv wie diese auch einen speziellen Auftrag haben und zwar flexibel zu sein. Natürlich ist die Qualität nicht die gleiche wie bei einem 50er f1.4 , aber wenn man ehrlich ist und das Licht gut ist reichen die Photos für einen DIN A2 Druck aus und man kann auf jede Situation einstellen.

    Ich mache Tierfotografie und gerade bei grösseren Tieren die man zufällig trifft entstehen viele Photos mit dem 28-300. Nach ein paar Aufnahmen, kann man sehr entspannt, da Bilder im Kasten sind ein Hochwertiges Objektiv aufschnallen. Aber gerade Tiere reagieren nicht vorhersehbar, da ist Photografenstress nicht gerade das beste und förderlich für gute Photos und 5 Bodys mit 5 verschidenen Objektiven kann man nicht wirklich schleppen.

    Meine Taktik ist einfach, paar Schüsse mit dem Universellen und wenn das Model noch Motiviert ist, ein paar mit dem 600mm oder einem anderen Objektiv. Dann gibt es noch die andere Situation wie einen Eisvogel zu erwischen… da weis man, dass er auf genau diesen Ast sitzt da kommt das 600er auf die Kamera aufs Stativ und ein Tarnnetz über alles. Aber auch hier kommt das 28-300 zum Einsatz und zwar auf den 2ten Body… evtl sitzt ein anderes Tier an einem anderen Ort ab und das motiviert beim warten auf den Schuss des Tages.

    Am Ende ist es mir egal mit welcher Ausrüstung ein Photo entsteht… es muss gut aussehen, es muss scharf sein und die Qualität muss gut sein. Bisher hatte ich auch noch nie das jemand gesagt hat ” Igitt das Bild wurde mit dem 28-300 Suppenzoom gemacht…” es hat noch nie jemand bemerkt das ich es einsetze. Die Qualität ist gut und lässt sich genauso verwenden wie alle anderen sehr teuren Linsen die alle ihre Berechtigung und Ihren Zweck haben.

    Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2015.
    …. und geile Photos 😉

    Phil

  2. Sehr ordentlich!
    Ich schraube mir ab und an auch mal ein Suppenzoom auf die D800.
    Und in genau den Situationen bin ich dann froh, auch so flexibel zu sein, was die Brennweite angeht.
    Abbildungsleistung? Wird oft unterschätzt 😉 …mir fallen diverse Bilder ein, bei denen sich auf dem Bild nicht sagen lässt ob es nun mit einer Goldkante oder dem Suppenzoom gemacht wurde.
    Allerdings sollte sich jeder darüber im Klaren sein, dass bei diesen Objektiven immer bestimmte Grenzen gelten – wie bei jedem anderen Glas auch.
    Nur sind es hier halt andere Grenzen.
    Und… die verschiedenen Suppenzooms haben in ihren Reigen auch untereinander ganz deutliche Qualitätsunterschiede.

    In diesem Sinne,
    immer gut Licht 🙂

  3. Tolles Turorial zur Reisefotografie, danke Euch dafür.
    Besonders der Trick mit der Langzeitbelichtung am Tag zum Wegbeamen der Touris ist immer wieder cool. Durch die lange Belichtung kriegen die Bilder auch diesen ganz eigenen Look.

    Martin, welche App hast Du benutzt, um die Bilder anzuzeigen? Zum EXIFs anzeigen hab ich PhotoReview. Das ist aber so gar nicht sexy.

  4. Klasse!
    Ich überlege schon einige Zeit, ob es nicht doch ein Travel-Objektiv werden soll,…für meine Nikon D300s:
    a. Nikon 28-300mm
    b. Nikon 18-300mm
    c. Tamron 16-300mm
    da ist das Tamron 100% das universellste , leichteste und günstigste!
    Von der Bildqualität kann ich noch nichts sagen, denn es ist das Einzige, welches ich noch nicht testen konnte…….
    Aber,…das habt IHR ja für mich erledigt! DANKE! 🙂
    Und mehrere huntert Euronen gespart…. 🙂

  5. Hallo Martin

    Danke für das Video! An Weihnachten habe ich beim Wettbewerb auf fotointern.ch das Objektiv gewonnen und freue mich wahnsinnig darauf! Gerade wenn ich mal wieder eine Spaziergang durch Zürich mache, habe ich immer nur das Superzoom dabei und kein weiteres. Nru so kann ich die Momente einfangen. Ich habe zwei Fragen: Crop-Faktor: Du erwähnst bei 19:30 Minuten, dass das Objekt bei der BRennweite 300mm durch den Cropfaktor eigentlich bei 480mm ist. Das Objektiv wurde für APS-C Sensoren entwickelt. Ist da dann nicht 300mm effektiv 300mm? Dann noch eine Frage: Welches Stativ von Manfrotto hattest du dabei? Du bist ja ordentlich viel in Paris rumgelaufen. Warf es dazu passabel?

    Viele Grüsse & einen guten Rutsch
    Michael aus der Schweiz

    • Brennweite ist immer das selbe und verändert sich nicht egal an was für einem Sensor ein Objektiv sitzt.

      Ein APS-C Objektiv leuchtet aber eben nur die Größe eines APS-C Sensors ausreichend aus, an einem Fullformat Body wären es immernoch 300mm jedoch mit schwarzen Rändern.

      Der Crop Faktor entsteht durch die kleinere größe des Sensors, als wenn du aus einem Vollformatbild einen Ausschnitt in APS-C Größe ausschneidest und dann vergrößert, daher die 480mm Angabe.

  6. Hallo Martin,
    ein wirklich toller Bericht. Ich finde deine Fotos genial und auch die Beschreibung wie du dazu gekommen bist, bzw. was du dafür “einsetzen” musstest sehr hilfreich. Mit den Bildern die zu sehen sind, lässt sich wirklich eine gute Geschichte erzählen und sind in meinen Augen ziemlich perfekt. Interessant wäre jetzt sicherlich noch etwas von der späteren EBV zu zeigen, die du vorgenommen hast (auch wenn du Teile mit den Flaires schon gezeigt hast).
    Herzlichen Dank für deine Arbeit, bei der ich wieder einiges sehen und lernen konnte…
    Gerne weiter so!
    Grüße aus der Nachbarstadt //Michel-A.

  7. Hallo Martin,
    wirklich toller und spannender Film mit wirklich tollen Bildern. Ich habe sehr ähnliche Erfahrungen in Paris gemacht nur, dass ich damals dieses Thema für meine (damaligen) Begriffe noch auf die Spitze getrieben habe. Nachdem ich 1 Woche lang meine damalige DSLR Ausrüstung mit 28-70/2.8 und 70-200/2.8 durch Belgien geschleppt hatte, habe ich nach Paris ganz bewusst meine mFT Kamera (damals Olympus E-PL5) mit Kit-Objektiven mitgenommen. Das war so unendlich befreiend und ich habe trotzdem unglaublich schöne Erinnerungen im Bild festhalten können.
    Inzwischen bin ich komplett auf mFT umgestiegen und könnte jetzt sogar mit extrem hochwertigen Objektiven Bilder machen und hätte trotzdem nicht sehr viel mehr Gewicht dabei als du in Paris.
    Deshalb finde ich so ziemlich den wichtigsten Tipp in deinem Film: Man hat eh nie das optimale Objektiv dabei. Deshalb einfach mal frei machen und vor allem leicht und die Stadt und die Menschen und vor allem auch wieder das Fotografieren genießen!

    Viele Grüße und einen guten Start ins neue Jahr!
    Andi

  8. Bonjour!
    Also, in Paris war ich schon einige Male und bin um so manche dunkle Ecke gelaufen. Was ich aber bisher nicht herausfinden konnte: Wann wird in Paris das Licht ausgemacht? 😉
    Ernsthaft – um welche Uhrzeit wart ihr vor Notre Dame? Die permanente Belagerung durch Sperlinge und Touristen ist ja bekannt, Ratten haben scheinbar einiges später ihren Auftritt. Vermutlich hat mich die Angst, mit Kamera durch einsame Straßen und Metrotunnel zu laufen, bisher immer zu früh ins Hotel zurück getrieben. Vielleicht ein Fehler. Wie stark war eure Truppe? Zwei, drei, mehr Personen?

  9. Hallo Martin,
    ich habe das Video mit extrem viel Interesse verfolgt.
    Nur eine Frage habe ich noch, wo ich nicht weis, ob diese wirklich soo leicht zu beantworten ist wie ich es hoffe.

    Ich habe kein Suppen-Zoom sondern muss mich “leider” mit 4 Objektiven begnügen.
    Aber diese will ich auch gezielt nutzen.
    50 1,8 und Tamron 17-50 und 70-300 USD

    Ich möchte mir einen Graufilter genau für jene Art der Fotografie zulegen, wie du sie im Video demonstriert hast.
    Langzeitbelichtungen in der Nacht um die Stimmung einzufangen oder am Tag um z.b. Verkehr auszublenden.
    Ich würde mir einen 77mm Filter mit StepUp-Ringen (49-52-55-58-62-67-72-77mm) zulegen.
    Im Video verwendest du einen 1000x Filter.
    Findest du Ihn Ideal oder “reicht” auch ein 64x?
    Was hattest du an Filtern und dergleichen dabei und hast du wirklich verwendet?

    Liebe Grüße aus dem Erzgebirge 🙂

  10. Hallo Martin,

    danke für das super Video. Ich weiß jetzt worauf ich sparen möchte.
    Tamron 28-300mm F/3.5-6.3 Di VC PZD
    Das ist zwar nicht das gleiche, aber halt nur fast.

    Grüße
    Alex

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