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WARUM SONY 40 PRESSEVERTRETER UM DIE HALBE WELT FLIEGT???

Ich habe mich schon vor dem Trip gefragt, ob ich überhaupt hinreisen solle. Während des Trips, da war diese Frage ja nicht mehr wichtig, da kam eine andere Frage in meinen Geist. Warum zum Henker leistet sich Sony so einen Trip? Mit jedem Tag wurden wir mehr verwöhnt. Ja, es handelte sich absolut um Arbeit, aber es war doch denkbar angenehm gestaltet. Viel angenehmer konnte man es uns eben kaum noch machen.

Jeder Tag der Reise war vollgestopft mit Inhalten. Wir wurden abgeholt, umhergefahren und uns wurde Japan gezeigt. Wir durften tolle Dinge machen und erlebten jeden Tag aufs Neue wirkliche Besonderheiten. Also warum? Eine Firma gibt nur Geld aus um Geld zu machen. Wenn eine Firma das nicht so handhabt, dann heißt die Firma Krolop&Gerst oder sie gibt es eben bald nicht mehr. Ein solcher Pressetrip mit 40 Journalisten plus Sony-Entourage ist eben nicht einfach so aus der Portokasse zu zahlen.

Ich habe mich ständig gefragt, welchen Zweck Sony darin sieht, werden wir manipuliert und wie soll das ausgegebene Geld zurück in Sonys Taschen fließen?

Ich kann die Sache etwas vorweg nehmen. Es war viel weniger Werbung als jemals gedacht und Sony hat wirklich nicht gespart. Dazu aber gleich mehr.

Alle Journalisten durften sich eine Art “Wunsch-Sony-Ausrüstung” zusammenstellen. Natürlich in Grenzen. Ich hatte mir folgende Ausrüstung zusammengesucht.

  • Alpha 6300* // Klein, handlich und kompakt mit tollen Werten
  • Alpha 6500* // Bildstabilisiert und mit Touch… 🙂 Videogeil!
  • 10-18mm UWW* // Wo viel ist, da muss viel aufs Foto!
  • Batis 25mm* // GEIL, ohne Kommentar! Traumlinse!
  • Batis 85mm* // Dito, siehe oben!
  • Sony ActionCam* // Wichtig, wichtig, wichtig… egal für was! Dabei ist Pflicht!

Grund dafür war Packgröße und eben das Anforderungsprofil. Ich wollte ja Video und Foto zusammen machen und trotzdem nicht als Packesel im fernen Asien an einer Überbelastung meines Rückens sterben. Außerdem war ich einfach total gespannt darauf, wie groß der Unterschied zwischen 63 und 65 wirklich ist. 10 Tage nonstop Fotografieren und Videografieren war dafür eben einfach ideal.

Und da wären wir eben schon bei einem Grund für den Trip: Auf dem Flug habe ich dann mitbekommen, dass viele Journalisten schon zig Reisen in die tollsten Länder gemacht haben und zwar mehrfach mit jedem Hersteller. Das kam mir dann doch etwas komisch vor.

Aber eigentlich ist es gar nicht so verrückt. Sony möchte, dass die Journalisten auch mit ihren Kameras arbeiten und dafür gibt es einen derartigen Trip. Wenn jemand bei einem Magazin nur über die Werte einer Kamera schreibt, dann hat er noch lange keine persönliche Erfahrung damit gemacht. Und teilweise war es echt erschreckend wie unwissend manch ein Foto-Journalist mit den Kameras umgegangen ist. Sony ist überzeugt von den Kameras und Objektiven. Und diese Überzeugen sollen die Journalisten eigenständig erfahren und erleben. Daher ist der Trip auch sehr fotografisch aufgebaut. Es geht wirklich jeden Tag darum, möglichst viel zu Fotografieren und zu Filmen. Motive über Motive werden angeboten und sollen auf die Speicherkarten gebannt werden.

Ein sehr nobler und edler Begriff von Marketing wie ich finde. Mit den tatsächlichen Produkten zu überzeugen! WOW!

Man kann sich den Trip in etwa wie extrem stressigen Urlaub vorstellen. Urlaub, weil es eben irgendwie doch cool ist, so ferne Länder zu bereisen. EXTREM STRESS, weil es eben doch Arbeit ist. Ausruhen gab es nicht und das volle Programm hatte wirklich wenig Raum für Ausruhen. Und das sage selbst ich… 🙂

Es gab mehrfach Situationen, da habe ich begriffen wie wichtig es für eine Firma wie Sony ist, die Journalisten auch mal wirklich auf ihren Kameras arbeiten und fotografieren zu lassen. Ich habe mich in solchen Situationen nur gefragt, was wohl der jeweilige Journalist über die Kamera geschrieben hat, wenn er schon eine grundlegende Funktion der Kamera gar nicht kennt oder eine weitere Funktion gar nicht bedient bekommt.

Wenn ein paar Leute wie z.B. Philip Bloom nicht dabei gewesen wären, dann hätte ich mich noch öfters wie ein Alien gefühlt. Immerhin arbeiten wir dauernd und schon seit der ersten Sony mit den Kameras.

Grundlegend bleibt aber einfach zu sagen, dass ein Pressetrip verschiedenste Funktionen hat, aber Networking ist sicherlich die wichtigste Funktion. Natürlich möchte Sony mit Werten überzeugen und gerade die Alpha 7 Reihe tut genau das. Sie überzeugt durch das Produkt und nicht durch Bestechung von Journalisten.

Trotzdem hatte ich auf dem gesamten Trip irgendwie ein schlechtes Gewissen. Ich frage mich heute noch, ob ich gerne mit Sony fotografiere weil die Kamera geil ist oder weil der Trip geil war?

Natürlich spielt auch Persönlichkeit eine Rolle. Trifft man den Chefentwickler einer Kamera, so verbindet man sich mental auch mit dieser Person und seinem Produkt. Die Bindung zu einer Marke wird durch solche Sachen eben höher und auch wenn man es selbst nicht merkt, es wirkt. Sonst würde Sony sicherlich nicht so viel Geld ausgeben.

Für mich war der Trip in technischer Hinsicht besonders spannend. Wer kann schon sagen, er hat gesehen wie Vollformatsensoren hergestellt werden und durfte die Fachleute vor Ort auch noch mit Fragen quälen.

Aber auch da wären wir wieder bei Markenbindung und einem kleinen schlechten Gewissen. Ich habe gesehen, wieviel Arbeit und Aufwand für einen Sensor betrieben wird. Ich weiß, wie sehr die Entwickler in einem Zwiespalt stecken bei der Entwicklung neuer Produkte. Ein Zwiespalt zwischen Zeit, Geld und Manpower der eigentlich ein Drei- oder sogar Vierspalt ist.

Ob der Trip sich für Sony lohnt kann ich sicherlich nicht entscheiden. Ich verstehe auf jeden Fall, warum er gemacht wurde und warum auch andere Hersteller solche Reisen veranstalten. Ich frage mich nur, warum ich eher selten davon gelesen habe und wer sonst noch so dabei war? Scheinbar halten dann doch einige “Eingeladenen” sowas eher unter der Decke und das erweckt dann doch wieder einen komisch Geschmack bei mir. Nicht gegenüber der Hersteller sondern gegenüber manch einem “Journalisten”.

Sony hingegen hat sich wirklich auf dem gesamten Trip nichts zu Schulden kommen lassen. Ganz im Gegenteil. Jeder Mitarbeiter, ob im Hauptquartier oder in beiden Fabriken, war zur größten Transparenz verpflichtet. Man versuchte stets, uns einen ehrlichen Einblick zu gewähren und es war wirklich klar erkennbar, wieviel Herzblut das Sony-Team in die Entwicklung der Kameras steckt. Übrigens ist das gesamte Team viel kleiner als man denken mag. Dazu aber vielleicht in den nächsten Beiträgen mehr.

Bleibt nur noch die Frage, ob ich ein so sinnvoller “Gast” war. Immerhin sind wir schon Sony-Fans, müssen weder von der Qualität noch von irgendwelchen Funktionen überzeugt werden. Toll war es aber trotzdem.

Euer Martin


*es handelt sich um Amazon Affiliate Partner Links. Das bedeutet, wir bekommen Miniprovisionen wenn jemand was kauft, das Produkt wird aber nicht teurer dadurch.

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