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VON DER HOHEN KUNST EINFACH ZU DENKEN

Seit einigen Tagen schreibe ich mal wieder fleißig an meinen kleinen NeverEnding Privatprojekten: den krolop-gerst’schen Foto-Lehr-eBooks! Und während des Schreibens ist mir ein Gedanke immer wieder gekommen und über genau diesen Gedanken möchte ich heute schreiben. Eigentlich könnte dieser Beitrag heute auch in der Kategorie PhotoSchool liegen, denn lernen kann man sicherlich mehr an den paar Zeilen als an vielen Fotosetups.

Es geht um die hohe Kunst einfach zu denken. Denn heutzutage ist diese Kunst das Schwierigste in der Fotografie überhaupt geworden. Kameras werden mit immer mehr Funktionen gefüllt und für jede Anwendung kommt eine spezielle Ausrüstung auf den Markt. Jeder Aufsteckblitz hat mehr Funktionen als all meine iPhoneApps zusammen. Wo ist die Schlichtheit der Fotografie hin?

In den letzten Wochen haben sich einige Kommentare bei Facebook und im Blog gehäuft,  in denen darüber gemeckert wird, dass eine Lichtquelle jetzt nichts “Neues” sei und dass da schon mehr kommen sollte. Sicherlich habt ihr mitbekommen, dass wir uns des öfteren schon über Ausrüstung beschweren und viele Ausrüstung als zu kompliziert bezeichnen. Darauf kommen dann immer die selbsternannten Fotoprofis aus ihren Löchern und behaupten, dass Sie alle Funktionen komplett drauf haben würden und wie schlecht wir sein müssten, dass wir es nicht haben.

Wir werden in Zukunft weiterhin versuchen noch einfacher zu fotografieren und mit noch weniger Technik um uns zu schlagen. Einerseits sind wir technikverrückt und lieben neue Technik aber andererseits müssen wir uns eingestehen, dass Technik viele Bilder verhunzt. Wir scheißen auf derlei Kommentare und versuchen weiter zu reduzieren. Und wenn man nach dem 100 hochfrontalen Setup dann nicht verstanden hat, dass eine Lichtquelle richtig geil sein kann, dann kapiert man nichts!

Wie viele Bücher und Tutorials habe ich schon gesehen, in denen mit 4-5 Blitzen ein einfaches Portrait ausgeleuchtet wird. Klassische Ausleuchtung mit Hauptlicht, Aufhellung, Streiflicht und Hintergrundlicht. Wer es braucht???? Was ist so falsch daran, wenn man einfach fotografiert und sich auf die Fotos konzentriert. Bei uns hat es Jahre gebraucht um das zu verstehen und wir kämpfen immer noch mit der Qual Technik benutzen zu müssen.

Bitte bitte bitte tut euch einen Gefallen und versucht gegen euren inneren Technik-Schweinehund zu kämpfen. Was bringen Tutorials und HowTos wenn man nicht mit einem Blitz oder einem Reflektor anständige Fotos machen kann. Und auch die Devise “haben ist besser als brauchen” ist eigentlich Mist. Man braucht nur wenig und was man hat, ohne es zu brauchen ist sinnlos. Was ist die Idee SINNLOSES zu kaufen und dafür Geld auszugeben?

Zwischenzeitlich frage ich mich aktiv, wie ich noch einfacher und noch schlichter fotografieren kann. Ich frage mich, was ich weg lassen kann. Denkt ihr denn auch in diese Richtung? Oder denkt ihr vielleicht in genau die andere Richtung? Was könnte man wohl beim nächsten Fotoshooting noch zusätzlich nutzen? Dann solltet ihr mal ne ruhige Minute suchen und kräftig darüber nachdenken.

Liebe Grüße

Martin

PS: Dieser Beitrag passt übrigens zum heutigen Tag. Sonntag. Nennen wir es daher also nachträglich einfach “DER-POST-ZUM-SONNTAG”.

Meinung dazu?

35 Kommentare

Dein Kommentar
  1. Das finde ich einmal eine tolle Aussage und kommt auch ehrlich gemeint an.
    Ich bin auch technikbegeistert und frage mich aber dann immer wieder, wozu?
    Es geht um fotografieren und nicht um die Beherrschung von mehr und mehr Technik.
    Danke für den Artikel, es ist doch gut, wenn man immer wieder daran erinnert und auf den Boden der Realität / Einfachheit zurückgeholt wird.

    Gut Licht…
    Roland

  2. Sowas von wahr! Ich kann den Post nur unterstreichen.
    Weniger ist oft mehr und das gesparte Geld ist viel besser in Urlaub oder professionelle Modelle investiert oder auch in das ein oder andere Kaltgetränk beim schnack mit dem Modell

  3. Hallo Martin,

    dein Auffassung ist durchaus verständlich. Ich glaube aber das jeder erstmal selbst durch den Technikdschungel gereist sein muss, um sich dann wieder zu reduzieren. Jemandem dies zu erklären wird wohl nichts bringen. Diese Erfahrung muss jeder aktive (die Theoretiker vergessen wir eh mal) Fotograf wohl selbst machen.
    Grüße und wir sehen uns spätestens an der Photokina 😉

  4. Sehe ich auch so. Wenn wir weniger verwenden, haben wir den Kopf für das Foto frei. Außerdem gerade im Outdoor bereich ist es schrecklich kistenweise Technik mitzuschleppen, da ist weniger viel praktischer und dank der geringeren Wartezeit auch entspannter fürs Model.

    Amanda Berens war damals für mich der Punkt wo ich entschieden habe zu reduzieren. Natürlich ist es nicht leicht, ich mag das ganze technik Zeugs auch sehr gerne, aber alleine schon die Bedienung des Nikon Blitzes ist so nervend, das ich mir immer wieder einen ganz einfachen Yungnuo wünschen würde. Ebenso nehme ich lieber nur einen kleinen Rundreflektor mit anstatt den großen und zwei Blitze und Porty.

    Da ich selbst noch Auto bzw. vor allem Führerscheinlos bin, profitiere ich erstmal davon wenig mitschleppen zu wollen, weil ich dadurch auch weiter lerne, gut zu überlegen was ich mitnehme und auf was ich alles verzichten kann.

  5. Hallo Martin.

    Ich möchte deine Meinung etwas relativieren, um ihr zustimmen zu können. Oft liegt in der Reduktion auch eine Erleichterung. Manchmal braucht man aber eben mehr.
    Ich möchte meine Idee mit einem Vergleich verdeutlichen:
    Leckeres Essen kann ich mit einem einfachen Topf kochen. Mehr und bessere Töpfe können mir die Aufgabe sowohl vereinfachen, als auch erschweren. Gleiches gilt für Küchen-Hightech, wie den Thermomix. Brauche ich das für ein leckeres Essen? Nein!
    Ist es anstrengender? Meistens.
    Allerdings gibt es Anwendungsgebiete, wo ich mehr Technik brauche. Molekularküche zum Beispiel.
    Also weder die absolute Technikverliebtheit noch die absolute Reduktion ist der Weisheit letzten Schluss. Es kommt immer auf die Aufgabe, die Fähigkeiten und die Vorlieben des Anwenders an….
    Trotzdem verstehe ich deine Intention und möchte der voll und ganz zustimmen. Fotografie ist deutlich mehr als Technik. Wenn der absolute Techniker sich geniert mit einem Model zu reden, dann wird es kein gutes Foto geben. Genau wie der absolute Charmebolzen, der jede Frau um den Finger wickelt aber null Ahnung von fotografischer Technik hat, keine guten Bilder hinbekommen wird. 😀

    Wie überall im Leben, den goldenen Weg für jeden gibt es nicht.
    Dir noch viel Spaß beim Schreiben deiner Bücher, ich geh fotografieren… 😉

    Mit freundlichen Grüßen
    Ralf

  6. Offene Worte, wie wir sie gewöhnt sind und die meisten wohl auch gern haben!

    Ich bin zum Teil gezwungen dazu , zum Teil auch der Ansicht mit einfachen Mitteln gut arbeiten zu können. Das erleichtert das Drumherum ungemein und die Konzentration kann zu den wichtigen Dingen / Personen geleitet werden. Das beachte ich auch bei Kaufentscheidungen, wenn ich 5 mal drüber nachdenke ob es sinnvoll ist. Übrigens habe ich mich bezüglich Technik daheim auf euer Tutorial Heimstudio verlassen und da wird es ja schon deutlich, dass es einfach super funktioniert !

  7. Hallo Martin, mir gefällt deine bzw. eure Sicht der Fotografie und auch einerseits die Freude an neuer Technologie aber auch am Gedanken wie man diese jeweils voll ausreizen bzw. reduzieren kann.
    Gerade weil ihr soviel mit Menschen arbeitet gehört meiner Meinung nach diese Interaktion in den Focus. Ein Shooting mit einer Person ist ja ein kommunikativer Akt, der volle Aufmerksamkeit fordert um Emotionen zu kreieren, zu fördern und zu erkennen.
    Zu viel Technikspielerei ist dabei hinderlich und lenkt zu sehr ab. Zumindest für mich.
    Ansonsten, ich habe sooo viel gelernt bei euch. DANKE!

  8. Ich verkaufe auch gerade wieder ungenutzte Fototechnik. Vielleicht kaufen wir uns auch Dinge verbunden mit der Hoffnung, das damit alles leichter und perfekter wird. Werden diese Hoffnungen nicht erfüllt, dann bleibt es bei mir erst eine Weile im Schrank und dann verkaufe ich es. Gern nehme ich Eure Erfahrungen auf und teste es. Vielen Dank für Eure Beiträge. Vg Andreas

  9. Martin, ich unterschreibe diesen Post zu 100%. Auch ich habe in meinen Anfangsjahren immer mehr Equipment gekauft, investiert und kann nach Jahren der Erfahrung nun sagen, dass ich am allerliebsten mit nur einer Lichtquelle arbeite. Die heißt Sonne. Und in Innenräumen, die es nicht erlauben, setze ich auf einen Blitz. Nur in seltenen Fällen nutze ich einen zweiten Blitz oder Reflektoren. Aber die Einfachheit und Reduktion ist auf jeden Fall eine Bereicherung und erlaubt es, mehr Gefühl in die Fotografie zu bringen.

    Danke also für Deinen “Post zum Sonntag”.

  10. Derlei Aussagen kommen derzeit immer häufiger, und ich betrachte es als nächste Sau, die durchs Dorf getrieben wird. Denn man muss offen sagen, dass mit Fotografen eine Menge Geld gemacht wird bzw. werden kann: Tonnen an Ausrüstung, Workshops und Tutorialvideos ohne Ende, zusammen mit dem Heilsversprechen, dadurch irgendwann einmal ein richtig geiler Fotograf zu sein. Anstelle der Materialschlacht scheint dann jetzt die neue Bescheidenheit zu rücken, was kommt also als nächstes? Workshops “Einfach Fotografieren ohne Alles” als Masterclass im 1:1-Training für nur 5000 Euro pro Tag? Irgendjemand würde auch das buchen.

  11. Hi Martin,

    schöne Worte. Ich bin ehrlich, eure Bilder sind schon nett, aber ich fiebere keinem neuen Upload von euch entgegen, sondern von Leuten wie Joana Gröblinghoff oder auch Amanda Berens. Einfache Fotografie ohne viel Technik. Etwas, was man alleine gut händeln kann, was natürlich ist und bleibt und zu guter letzt natürlich auch etwas, dass man (oder eben ich) sich leisten kann.

    Klar sind Bilder mit x Lichtquellen beeindruckend, vor allem von dem Standpunkt aus, das man damit umgehen können muss. Aber wenn ich sehe, was viele mit deutlich weniger zustande bringen frage ich mich, ob das nötig ist. Ok, Technikstarke Bilder haben nicht viel mit dem Look von Joana zu tun. Da treffen märchenhafte und mädchenhafte Bilder auf sexy, starke Fotos. Mädchen gegen Model. Natürlich ist dann auch klar, dass das mehr fasziniert, was den persönlichen Geschmack trifft. Ich mag beides. Stark und Sanft. Hart und Weich. Mädchen und Model.

    Aber, auch Modelle können ohne Blitze perfekt und sexy in Szene gesetzt werden, zumindest bin ich davon überzeugt. Ich mag beispielsweise den Look von harten Schatten in der grellen Mittagssonne. Ganz ohne Reflektor oder Blitz und dabei sehr sexy und stark.

    Letztendlich ist es jedoch so, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss. Und so, wie für mich richtiges Fotografieren nicht mit einer kleinen Knipse funktioniert, sondern einer DSLR benötigt (ich spreche hier jetzt vom Gefühl des “richtigen Fotografierens”, nicht von der technischen Möglichkeit), gibt es Menschen da draußen, die immer mehr wollen. Mehr Power, mehr Licht, mehr Formen, mehr Aufwand. Und dann, nur dann, ist es für sie richtige Fotografie.

    Das schöne an all dem ist doch, dass Fotografie Kunst ist und Kunst macht jeder und gefällt jedem so wie er ist und mag.

    Wenn ihr eure Kunst nun auf wenig Licht oder gar nur auf den Einsatz eines Reflektors reduziert, dann freue ich mich auch mehr auf eure Uploads! Dann ist da für mich persönlich ein Bild, dass ich vielleicht in ähnlicher Form auch umsetzen kann. Dann kann ich für meine Art zu fotografieren wieder von euch lernen.

    Toleranz und Geschmack sind da hierbei wieder die großen Stichwörter.

    Ich bin gespannt, wohin ihr euch entwickeln werdet und danke dir für diesen Post!

    Einen schönen Sonntag,

    Ani

  12. Das wichtigste ist doch immer noch “die Seele” eines Bildes. Und letztendlich ist es doch wurscht, wieviel oder wie wenig Technik daran beteiligt war. Günstiger und schwereloser ist es ganz sicher mit dem Minimaleinsatz.
    VG
    Markus

  13. Herzlichen Dank für diese aussagekräftigen Zeilen. Als Anfänger und Hobbyfotograf möchte ich natürlich auch einmal die Tiefen der GUTEN Fotografie verstehen und beherrschen. Allerdings wird man immer etwas abgeschreckt von den immer noch tolleren Bildern, die mit noch besserer Technik gemacht werden. Ich kann mich glücklich schätzen, meinen Lebensunterhalt damit nicht verdienen zu müssen und mein Hobby auch als solches genießen zu dürfen. Dennoch wollen die Poträtierten mittlerweile beeinflusst von Werbung, Profis,… richtige Bilder, keine Fotos mehr. Das stimmt mich etwas demotiviert, da ich mich eben entsprechend Deiner Aussage auf das Foto konzentriere und etwas experimentiere. Ich kann mir als Hobbyfotograf keine Lichtsetups für 2500 Euro leisten. Also müssen Aufsteckblitze herhalten. Das klappt auch gut…für meinen Geschmack. Deshalb ein Danke an diese Zeilen. Das sollten auch Leute lesen, die nur die Profifotos aus dem Internet kennen und so etwas out of cam als Freundschaftsdienst erwarten.
    Gruß

  14. Es gibt für jedes Motiv die passende Ausrüstung. Wie wenig (oder eben viel) Technik eingesetzt werden muss/soll, entscheidet letzendlich der Fotograf. Es gab schon immer die Technikverliebten und die Puristen. Andreas Feiniger hat das in seinen Lehrbüchern sehr schön umschrieben. Den Spruch “Weniger ist oftmals mehr!” gibt es zudem nicht umsonst 🙂

    Ich persönlich finde Martins Meinung gut. Schließlich stagniert der Fotomarkt und echte Neuerungen finden kaum statt. Bestenfalls eine Überarbeitung von Details. Und anstelle Wert auf exklusive Gehäusefarbe oder 4K Video Funktion zu legen, wäre wieder die Konzentration auf das Kreative am Job wünschenswert. Aber das muss beim Fotografen statt finden (und nicht in Photoshop).

    Nein, nicht die Ausrüstung macht das Bild. Aber ich brauche gutes und solides Werkzeug um meine Fotos zu machen. Wenn mir der Ideenreichtum fehlt (damit meine ich die Möglichkeit, die Bilder in meinem Kopf auch Wirklichkeit werden zu lassen), dann nützt wir Kamera X, Objektiv Y oder Blitzanlage Z auch nichts. Aber wenn ich weis, wie die Technik einzusetzen ist und meine Bilder auch umsetzten kann, dann hoffe ich noch, dass meine Kunden das auch zu schätzen wissen 😉

  15. Bravo! Wahre Worte, letztendlich steht am Ende das Ergebnis, an dem man sich messen lassen muß und da helfen einem eine gesunde Portion ästhetischem Empfindens, gepaart mit Kreativität und einem gewissen Selbstanspruch eher weiter als die megateure und vor technischen Möglichkeiten strotzende Fotoausrüstung. Für mich muss nur soviel Technik sein, daß sie beherrschbar bleibt und ich ich vorranfig meine fotografischen Ziele verwirklichen kann. Solides Werkzeug ist auch da für mich ein Muß…aber man kann natürlich wie bei allem maßlos übertreiben.

  16. Hallo Martin,

    wow…..ich kann diesem Beitrag einfach nur voll und ganz zustimmen. Ich fand viel Technik gerade in meinen Fotografieanfängen sehr beruhigend. Outdoorshootings habe ich gemieden, warum? Ich hatte kein Porty und habe mich nicht getraut bei natürlichem Licht ohne jegliche Unterstützung zu fotografieren. Ganz schön qautsch?! Aber so war es nun einmal. Nun veruche ich immer wieder so viel wie nur möglich aus vorhandenem herauszuholen, wenn man perfektes Licht hat reicht nur die Kamera. Schön wenn man auf die Technik zurückgreifen kann wenn man sie benötigt und sie vorhanden ist, aber nicht immer alles einsetzen nur weil man es hat. Auch wenn es auch ganz schön sein kann viel Technik-Schnick-Schnack zu haben und zu benutzen. Es ist oft einfach nicht nötig!

    Frei nach dem Motto: Keep it simple, stupid!

    Lieben Gruß
    Daniel

  17. Hallo,

    vor zwei Jahren hab ich mit der Fotografie begonnen und beim Kauf meiner EOS 600D stand für mich schon fest, dass diese nur eine Zwischenlösung sein würde. Mein Geld ist knapp und zwischenzeitlich bin ich verwundert, wie weit man mit dieser Kamera kommt! Die Technik ist tatsächlich selten das Problem, eher der User.

    Allerdings finde ich, dass ein gewisser technischer Aufwand sein muss, wenn man sich von Aufnahmen mit Smartphones abheben möchte. Die Handys sind mittlerweile so gut bzw. jeder Smartphonenutzer ist somit ein “Fotograf” und die Konkurrenz deshalb riesengroß.

    Tatsächlich muss ich feststellen, dass in meinem Bekanntenkreis nur die aufwendigen Bilder anklang finden, da alles andere eher als langweilig und “kann ich auch” empfunden wird. Ein Streiflicht hier, ein Effektlicht da oder eine Gegenlichtaufnahme bei der ich einfach eine starke Lichtquelle als einen Aufsteckblitz benötige sind der Unterschied zu einem Handybild.

    Aber ich bin erst seit kurzen bei Euch auf Facebook dabei, evtl. belehrt Ihr mich ja eines Besseren.

    Derzeit bin ich dabei mir ein Stativ zu kaufen. In Foren gucke ich schon gar nicht mehr nach und auch die Händler machen eine Wissenschaft daraus. Bis jetzt habe ich mit einer leichten Optik und einem 60,- Hama-Stativ auch verwacklungfreie Bilder gut hinbekommen. Was ein 1000,- Gitzo besser kann als ein 150,- Cullmann, hat mir bis jetzt noch niemand nachvollziehbar erklären können.

    Grüße

    • “Was ein 1000,- Gitzo besser kann als ein 150,- Cullmann, hat mir bis jetzt noch niemand nachvollziehbar erklären können.”

      Die Verarbeitung.

  18. Sehr guter Bolgpost!!
    Reduzieren und vereinfachen ist für den Menschen extrem schwer weil wir gelernt haben, nach mehr zu streben, mehr zu machen mehr zu besitzen und mehr zu benutzen.
    Oft ist es wirklich so wer das schlichte und einfache behersch der kommt weiter weil er anderes denkt als die andern.
    Daher müsste man es noch vereinfachen und nun mal mit den Vorhandenlicht und Model sich zu beschäftigen.Kein Aufheller kein Blitzlicht,das ist für viele fast schon unvorstellbar oder unmöglich aber wer dies beherst der begreift weniger ist mehr;)
    In diesem sinne
    Marcello

  19. Danke Martin für diesen veröffentlichten Gedanken.
    Ich gestehe das ich besonders Eure einfachen Setups sehr mag und die mit den Systemblitzen liebe! Weniger ist oft mehr. Ich bin seit zwei Jahren sogar soweit gegangen, das ich mein Kamera System komplett gewechselt habe. Ein modernes und trotzdem an die analoge Zeit anknüpfendes System (ich denke Du weißt welches ich meine 😉 )Blende, Verschlusszeit, ISO, am liebsten available light und wenn blitzen dann mit Systemblitzen. Klar, auch die haben ihre Grenzen und manchmal muss halt schweres Zeugs her, aber meine Priorität ist klein und leicht
    Ich will Mobil bleiben.
    Ihr macht das super! Bitte mhr davon!

  20. Moin Martin,

    in letzter Zeit erwische ich mich immer wieder und denke genauso. Ganz oft auch einfach, weil man nicht immer den riesen Fotorucksack mitnehmen möchte wo alles drin ist, falls man mal das eineObjektiv brauchen könnte. Ich persönlich fotografiere auch lieber mit vorhandenem Licht, als die Blitze aufzubauen. Wenn man Bilder im Studio machen möchte, kommt man da leider nicht immer drum herum… Aber es gibt meiner Meinung nach nichts schöneres, als einfach mit einer Kamera und einem Objektiv rauszugehen und zu fotografieren.

    Liebe Grüße

    Jonas

  21. Hi, Martin,
    das müsst ihr doch verstehen, da haben sich die Leute für mehr oder weniger Geld einen ganzen Stall (ich meine Studio) voll Equipment gekauft und jetzt das: K&G macht high-end Fotos mit minimaler Ausrüstung!!!??? Was sollen die jetzt von Euch halten und haben die jetzt voll falsch investiert? Das ist ja so, als ob Paddy auf einmal nur noch mit MFT-Kameras fotografiert. Da sind jetzt alle Technik- bzw. VF-Adepten angesch…en. Ist doch logisch!

    😉

    Ich stimme Euch voll zu! Mir kommt das wesentlich mehr entgegen als die volle Technik-Dröhnung, die ich sowieso nicht habe. Also endlich mal nachvollziehbare Shoppings. Danke dafür!

  22. Diese Aussage kann ich nur unterstreichen. Beruflich bin ich mehr als Babyfotografin unterwegs. Für die Bilder die ich mache, benötige ich lediglich einen Aufsteckblitz (indirektes Blitzen). Die Bilder sind schön ausgeleuchtet und haben ein weiches Licht. Oftmals hat es in den Wohnräumen der Eltern auch gar nicht so viel Platz für grosses Equipment. Zwar hab ich auch schon mal eine Softbox mitgehabt, aber mit dem Aufsteckblitz bin ich flexibler und er ist einfach zu verstauen in der Fototasche.

  23. Ich kann nur sagen Daumen hoch. Genau so ist. Oft ist viel einfacher sich einen neuen Blitz, Lichtformer, Objektiv… zu kaufen als zu versuchen sich auf das Wesentlich zu konzentrieren und damit das Maximum raus zu holen. Aber dies bedeutet Arbeit, dass man wirklich versteht was man macht. Das ist für viele einfach zu viel.
    Klar gibt es immer spezial Anwendung wo mehr Equipment notwendig ist. Aber zu 90% der Fotos reicht sehr wenig.
    Gruß

    Detlef

  24. Hallo
    Den Gedankengang kann ich voll nachvollziehen. Ich gehe sehr oft ganz bewusst nur mit einem Weitwinkel oder nur mit dem Standardobjektiv raus, wenn ich dann wieder Zuhause bin und mir die Fotos ansehe muss ich sehr, sehr oft feststellen das diese “einfachen” Fotos meist im Vergleich zu Bildern die mit viel Aufwand erstellt wurden die besseren Fotos sind. Aber……….in unsereer Technik verrückten Welt ist es leider ja wohl häufig so, das das Foto nur mit einem maximalen Aufwand gemacht werden kann, weil…. nur damit fällt man ordentlich auf und bekommt die Aufmerksamkeit die man möchte. Für mich stellt sich das nur wie eine technisch SCHw..verlängerung dar und deshalb finde ich Eure Gedanken hier richtig Klasse.

    lg rolf

  25. Lieber Martin,

    Dein Post zum Sonntag steht natürlich in krassem Gegensatz zu Deinen Montags- bis Freitags-Postings, in denen Du Equipment für mehrere tausend Euro verehrst. Beides hat seine Bedeutung. Besondere Looks erfordern unter Umständen besonderes Equipment. Wobei den meisten Bilderkonsumenten überhaupt nicht auffällt, mit welchem einzigartigen Lichtformer das Bild nun gemacht wurde.
    Ich schleppe auch immer zentnerweise Ausrüstung mit zum Shooting und denke: Wenn alles perfekt läuft, benutze ich davon heute überhaupt nichts. Trotzdem BRAUCHE ich es für den Fall, dass das Licht nicht so perfekt ist, oder ich halt einen Look erreichen will, den man mit natürlichem Licht nicht hinbekommt.
    Aber natürlich hat es schon was, wenn man Dogma-mäßig behaupten kann: An diesem Bild ist nichts künstlich ausgeleuchtet, nichts retuschiert, keine eingefügten Flares, alles wurde bereits vor dem Auslösen so geplant. Es ist absolut den Versuch wert, mal so zu fotografieren. Man fängt quasi wieder von vorne an und muss genau überlegen, warum man künstliches Licht dazu nimmt.

    Deshalb liebe ich das Fotografieren on location. Es gibt keine Standardsituationen, jedes Set erfordert neues Nachdenken über die beabsichtigte Bildwirkung, mit welchem Outfit, welcher Pose, welchem Ausdruck und natürlich welchem Licht und welcher Bearbeitung das am besten erreicht werden kann.

    EINFACH zu fotografieren, heißt nicht, EINFACH zu denken oder ohne zu denken drauflos zu knipsen. Denn dazu verleiten unsere High-Tech-Kameras ja. Der ganze Prozess von der Bildidee bis zur Auslösung muss berücksichtigt werden. Klar, die Technik kommt erst zum Schluss ins Spiel, aber wenn sie entscheidend ist, muss ich mich mit ihrer ganzen Kompliziertheit auseinandersetzen.
    Wäre es alles einfach und ohne Technik ginge, bräuchten wir ja keine Paddys, Maddins oder Marcs 🙂

    LG,
    Oliver

  26. Ich habe zuviel Equipment zu Hause und stimme Alexander Gramlich zu. Auch ich musste erst den durch den Technikdschungel reisen um jetzt zuviel im Keller liegen zu haben. Das doofe ist halt, man schaut sich Tutorials an und dann sieht man was die Profis dort alles nutzen, also geht man shoppen und dann, dann darf man bei Euch Amanda sehen und fragt sich, wieso man soviel hat und sie so wenig und Ihre Bilder cooler aussehen als die eigenen. Jeder der mich fragt was man so braucht, dem zeige ich Amanda Ihre Seite und was sie lt. der LiveShow benutzt, aber oft höre ich dann immer wieder, dass man ja schon wenigstens 3 Blitze braucht für ein Portrait usw.

    Aber wenn ich meinen vollen Lowepro Rucksack zu Kunden mitnehme und den aufmache, sind viele “begeistert”, was ich alles habe und ich benutze beim Shooting dann nur maximal 2 Linsen.

    Gruß Marcus

  27. Hallo,
    wenn ich selber für mich etwas mache, dann kann ich bestimmen, wo ich was und wie ich shoote oder fotografiere oder Portraitiere.
    Die Technik richtet sich nach dem, was ich machen möchte und da gibt es Bilder, wo etwas Licht ein hübsches Mädel und die Kamera reichen, aber ebenso gibt es Bilder und Stile, da muss man Technik vom feinsten auffahren.
    Wenn ich frontal hartes Licht haben möchte, dann brauch ich einen Ringblitz oder Systemblitz oder einen 1200W Blitz, was auch immer um den entsprechenden Look zu erreichen.
    Wenn ich ein komplett ausgeleuchtetes Beautypotrait aufnehmen möchte, brauche ich 4 Lichtquellen, 3 Stative ein Galgenstativ, einen Reflektor usw. da hilt es mir wenig zu reduzieren.
    Und wenn man es überspitzt, dann könnte man auch gleich sagen, wieso Digital fotografieren und dann photoshoppen, wenn man doch den Look durch ne Analogkamera frei Haus bekommt.
    Das erinnert mich immer an die Diskussion .. “Ich bin Fotograf und kein Bildbearbeiter” (ihr wißt was ich meine)
    Ok, kurz gesagt … Ja, reduzieren ist toll und sich auf das wesentliche konzentrieren, aber manchmal muss volle Power Technik eben sein.
    Liebe Grüße
    Ufuk

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