Samyang hat es wieder getan. In Kooperation mit dem deutschen Traditionshersteller Schneider-Kreuznach wurde nun das dritte Objektiv einer ganz besonderen Reihe vorgestellt. Mit dem Samyang AF 60-180mm f/2.8 ist die hauseigene „Trinity“ (die heilige Dreifaltigkeit der Objektive) endlich komplett.
Der neueste Streich ist ein echter Exot: Das Samyang 60-180mm. Wir hatten den Neuzugang im Gepäck, haben ihn auf Herz und Nieren geprüft und die brennendsten Fragen geklärt: Braucht man die 20mm obenrum (zu den üblichen 200mm) und sind die 10mm nach unten hin (Start bei 60mm statt 70mm) der entscheidende Gamechanger im Alltag?
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Die Samyang & Schneider-Kreuznach Trinity
Wer die Foto-Szene aufmerksam verfolgt, weiß: Die Partnerschaft zwischen Samyang und Schneider-Kreuznach verspricht das Beste aus zwei Welten. Auf der einen Seite modernste Autofokus-Technologie – auf der anderen Seite die legendäre optische Expertise aus Deutschland.
Mit dem 60-180mm schließt Samyang nun die Lücke im Telebereich. Doch der gewählte Brennweitenbereich weicht bewusst vom klassischen 70-200mm-Standard ab. Warum? Das haben wir in der Praxis untersucht.
Der Brennweiten-Check: 60mm vs. 180mm in der Praxis
Ein Tele-Zoom, das bei 60mm anfängt und bei 180mm aufhört, klingt auf dem Papier erst einmal nach einem Kompromiss. Im echten Leben zeigt sich aber schnell, wie clever dieses Design eigentlich ist.
1. Der Gewinn nach unten: Sind die 10mm ab 60mm wichtig?
Klassische Tele-Zooms starten meist bei 70mm. Dass das Samyang bereits bei 60mm ansetzt, klingt auf dem Papier nach wenig – in der Praxis ist es ein riesiger Komfortgewinn:
- Mehr Flexibilität beim Porträt: Bei Reportagen oder Hochzeiten musst du deutlich seltener einen Schritt zurücktreten. Die 60mm fühlen sich viel „natürlicher“ an und bieten genau das Quäntchen mehr Weitwinkel, um auch mal etwas mehr Umgebung mit aufs Bild zu bekommen.
- Der perfekte Übergang: Der Wechsel zum Standard-Zoom (das meist bei 50mm oder 70mm endet) verläuft absolut fließend.
2. Das obere Ende: Vermisst man die 20mm zu den 200mm?
Die Gretchenfrage: Fehlen am langen Ende die 20mm im Vergleich zu einem typischen 70-200mm?
- Kaum spürbar im Alltag: In unserem Test hat sich gezeigt, dass der Unterschied zwischen 180mm und 200mm in der Realität verschwindend gering ist. Ein minimaler Schritt nach vorn oder ein winziger Crop in der Nachbearbeitung gleicht das sofort aus.
- Der große Vorteil: Durch den Verzicht auf die letzten 20mm am langen Ende konnte das Objektiv kompakter, leichter und optisch extrem scharf gerechnet werden. Schneider-Kreuznachs Handschrift zeigt sich hier in einer hervorragenden Performance bis in die Bildecken, selbst bei Offenblende.


Unser Praxis-Fazit: Ein genialer Schachzug?
Mit der Vervollständigung dieser Trinity liefert Samyang ein extrem rundes, scharfes und vor allem unglaublich vielseitiges Tele-Zoom ab. Wer auf der Suche nach einem erstklassigen Allrounder für Porträt, Event und Reportage ist, der das schwere 70-200mm-Monster im Rucksack ersetzen kann, wird hier definitiv fündig.

