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Hasselblad X2D II – Mittelformat in neuen Sphären

Die Hasselblad X2D II ist da. Eine Kamera, die auf den ersten Blick vertraut wirkt, aber im Detail vieles weiterentwickelt. Hasselblad bleibt bei seiner Linie: klare Formen, minimalistisches Design, Fokus auf Bildqualität. Doch unter der Oberfläche hat sich einiges getan, das die Kamera von ihrem Vorgänger und auch von anderen Mittelformat-Systemen abhebt.

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Bekannte Form, neue Substanz

Optisch unterscheidet sich die X2D II kaum von der ersten Version. Das Gehäuse bleibt reduziert, solide und unaufdringlich. Hasselblad setzt weiterhin auf hochwertige Materialien und eine Ergonomie, die ohne Spielereien auskommt. Wer die Kamera in die Hand nimmt, merkt sofort, dass hier keine Kompromisse bei der Verarbeitung gemacht wurden.

Der Unterschied liegt weniger im Äußeren, sondern in der Handhabung und Technik. Schon beim Einschalten fällt auf: Menüführung und Touchscreen reagieren deutlich schneller. Kleine, aber entscheidende Anpassungen, die den Alltag erleichtern.

Autofokus der Hasselblad X2D II: ein überfälliger Schritt

Die größte Veränderung ist der neue Autofokus. Während frühere Hasselblad-Modelle oft als eher gemächlich galten, zeigt die X2D II eine deutlich gesteigerte Geschwindigkeit und Präzision. Für eine Mittelformat-Kamera ist das ein wichtiger Schritt – nicht jeder möchte ausschließlich mit statischen Motiven arbeiten.

Damit öffnet sich die X2D II stärker für Genres, die bisher weniger im Fokus standen: Street Photography, spontane Porträts oder Situationen, in denen man auf schnelle Reaktionen angewiesen ist. Ganz an die Performance moderner Kleinbild- oder APS-C-Modelle kommt sie nicht heran, aber der Unterschied zu bisherigen Hasselblad-Generationen ist deutlich.

Bildqualität: das alte Versprechen

Auch mit der X2D II bleibt der Kern unverändert: der große Mittelformat-Sensor. Hohe Auflösung, ein weiter Dynamikumfang und die bekannte, sehr natürliche Farbwiedergabe stehen im Mittelpunkt. Gerade Hauttöne und feine Abstufungen in Landschaftsaufnahmen profitieren von der Farbwissenschaft, die Hasselblad über Jahrzehnte aufgebaut hat.

Die RAW-Dateien bieten enorme Reserven, sowohl in Lichtern als auch in Schatten. Das macht die Kamera interessant für Fotografen, die Wert auf eine nachträgliche Bearbeitung legen und den vollen Umfang des Sensors ausschöpfen möchten.

Workflow und Praxis

Auch wenn Hasselblad Kameras oft mit Studioarbeit assoziiert werden, zeigt die X2D II, dass Mittelformat nicht zwangsläufig stationär sein muss. Das System bleibt zwar größer als eine typische Vollformatkamera, ist aber kompakt genug, um auch unterwegs eingesetzt zu werden.

Die Integration der Hasselblad X2D II in den digitalen Workflow wirkt durchdachter. Die Verbindung mit Rechner oder Tablet läuft stabil, und wer gerne direkt in Capture One oder Phocus arbeitet, kann sich über eine flüssige Übertragung freuen. Für viele Anwender ist das eine kleine, aber spürbare Verbesserung gegenüber der ersten Generation.

Design ohne Schnörkel

Beim Design bleibt Hasselblad konsequent. Keine überflüssigen Tasten, keine blinkenden Statuslichter – stattdessen ein ruhiges, funktionales Gehäuse. Das sorgt nicht nur für eine angenehme Haptik, sondern auch dafür, dass man beim Fotografieren wenig Ablenkung hat.

Das ist sicher nicht jedermanns Sache. Wer viele Custom-Buttons und tiefgehende Konfigurationsmöglichkeiten sucht, wird anderswo glücklicher. Wer jedoch eine Kamera möchte, die reduziert und auf das Wesentliche konzentriert bleibt, findet in der X2D II eine passende Lösung.

Fazit: Evolution statt Revolution

Die Hasselblad X2D II ist kein radikaler Bruch, sondern eine konsequente Weiterentwicklung. Der neue Autofokus macht die Kamera vielseitiger, die Verbesserungen im Workflow erhöhen den praktischen Nutzen, und die Bildqualität bleibt auf dem hohen Niveau, das man von Hasselblad erwartet.

Für Fotografen, die bereits mit der Marke arbeiten, ist die X2D II eine willkommene Modernisierung. Neueinsteiger müssen sich wie gewohnt auf einen höheren Preis und ein spezielles System einlassen, bekommen dafür aber ein Werkzeug, das auf Langlebigkeit und Klarheit setzt.

Unterm Strich zeigt die Kamera, dass Mittelformat heute nicht mehr nur ein Studioinstrument ist, sondern auch in Alltagssituationen bestehen kann. Keine Revolution – aber eine solide, durchdachte Evolution.

Wir sind dennoch schockverliebt. Denn was diese Kamera leistet, konnte bisher keine Hasselblad tun. Und setzt auch die Konkurrenz unter Druck.

2 Kommentare

Dein Kommentar
  1. Der Traum jedes Landschaftsfotografen! Jetzt weiß man schon, was man mit dem nächsten Lottogewinn anfangen könnte… 😉
    Aber tatsächlich ist der preisliche Abstand zu einer High-End Vollformat Ausrüstung gar nicht sooo weit entfernt und da muss man noch nicht einmal zu Leica gehen. Aber was aus der Hasselblad herauskommt, sieht wirklich noch einmal anders aus. Erste Sahne, auch das Review!
    Grüße
    Frank

    • Ach ja…, das einzige was mich tatsächlich daran stört ist, dass so eine tolle Firma wie Hasselblad, das nicht unabhängig von einer chinesischen Beteiligung und allem was leider damit verbunden ist, hinkriegt.

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