Imagen AI: Was, wenn KI uns genau den Job wegnimmt, den wir gar nicht machen wollen?
„KI klaut unsere Jobs!“
„KI kopiert unseren Style!“
Ja. Über beides kann und sollte man diskutieren. Aber vielleicht lohnt es sich, den Gedanken einmal ein kleines Stück weiterzudenken.
Denn was passiert, wenn uns die KI genau den Teil unseres Jobs wegnimmt, auf den wir sowieso keine Lust haben? Den Teil, der Abend für Abend Stunden frisst, obwohl wir eigentlich viel lieber wieder hinter der Kamera stehen würden?
Und was passiert, wenn eine KI unseren persönlichen Bearbeitungsstil nicht kopiert, um uns zu ersetzen – sondern um unsere eigenen Bilder genau so zu bearbeiten, wie wir sie selbst bearbeitet hätten?
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Imagen AI lernt den eigenen Bearbeitungsstil
Genau hier wird Imagen AI für Fotografen interessant. Statt jedem Bild einen beliebigen vorgefertigten Look überzustülpen, geht es darum, einen bestehenden Bearbeitungsstil auf neue Aufnahmen zu übertragen.
Die Idee dahinter ist eigentlich ziemlich simpel: Wenn wir hunderte oder tausende Bilder immer wieder auf eine ähnliche Art bearbeiten, entstehen Muster. Wie hell mögen wir unsere Bilder? Wie gehen wir mit Kontrasten um? Welche Farbstimmung bevorzugen wir? Wie sollen Hauttöne aussehen?
Genau diese wiederkehrenden Entscheidungen sind ein Teil unseres persönlichen Workflows – gleichzeitig sind sie aber auch der Teil, den wir bei großen Bildmengen immer und immer wieder durchführen müssen.
Was ist eigentlich der kreative Teil unserer Arbeit?
Und damit kommen wir zu einer viel interessanteren Frage:
Was möchten wir als Fotografen eigentlich selbst machen?
Wir möchten Ideen entwickeln. Menschen fotografieren. Licht setzen. Reisen. Locations suchen. Momente einfangen. Geschichten erzählen.
Aber möchten wir wirklich unbedingt abends noch stundenlang vor dem Rechner sitzen und hunderte Bilder einzeln durchgehen, um immer wieder ähnliche Anpassungen vorzunehmen?
Natürlich gehört Bildbearbeitung zur Fotografie. Und natürlich kann auch die Entwicklung eines Bildes ein kreativer Prozess sein.
Aber nicht jeder einzelne Arbeitsschritt ist automatisch kreativ, nur weil er Teil unseres Berufs ist.
Wenn KI unseren Style kopiert – ist das vielleicht genau das Ziel?
Der Satz „Die KI kopiert deinen Style“ klingt zunächst ziemlich bedrohlich.
Aber in diesem speziellen Fall könnte man auch fragen:
Ist das nicht genau das, was wir wollen?
Wenn wir der Software unseren eigenen Stil beibringen und sie anschließend unsere eigenen Bilder nach genau diesen Vorgaben bearbeitet, geht es nicht darum, einen fremden Fotografen zu imitieren.
Es geht darum, einen wiederkehrenden Teil unseres eigenen Workflows zu automatisieren.
Die fotografische Grundlage entsteht weiterhin beim Shooting. Motiv, Licht, Perspektive, Brennweite, Timing und Bildidee kommen weiterhin von uns.
Nur der zeitintensive Teil danach kann deutlich schneller werden.
KI muss uns nicht ersetzen – sie kann uns Zeit zurückgeben
Genau deshalb versuchen wir, solche Technologien nicht grundsätzlich in „gut“ oder „schlecht“ einzuteilen.
Wenn KI versucht, den Fotografen vollständig überflüssig zu machen, kann man darüber völlig zu Recht kritisch diskutieren.
Wenn sie uns aber eine monotone Aufgabe abnimmt, die jede Woche mehrere Stunden unserer Zeit verschlingt, sieht die Sache vielleicht etwas anders aus.
Was wäre, wenn KI uns nicht unseren Job wegnimmt – sondern nur den Teil davon, den wir sowieso am liebsten abgeben würden?
Und was wäre, wenn wir die dadurch gewonnene Zeit wieder für das nutzen könnten, weshalb wir überhaupt Fotografen geworden sind?
Zum Fotografieren.
Fazit: Erst ausprobieren, dann diskutieren
Man muss KI nicht unkritisch feiern. Ganz im Gegenteil: Wir sollten über die Veränderungen sprechen, die solche Technologien für Fotografie und kreative Berufe mit sich bringen.
Aber vielleicht sollten wir auch nicht jede neue KI-Funktion reflexartig als Angriff auf die Fotografie betrachten.
Tools wie Imagen AI werfen eine spannende Frage auf: Welche Teile unserer Arbeit wollen wir wirklich selbst machen – und welche würden wir liebend gerne automatisieren?
Wenn eine KI unseren eigenen Bearbeitungsstil lernen und uns anschließend Stunden monotoner Arbeit abnehmen kann, dann finden wir zumindest, dass es sich lohnt, darüber nachzudenken.
Und genau deshalb freuen wir uns auf die Diskussion.
Kritisch? Sehr gerne. Andere Meinung? Unbedingt. Aber vielleicht denken wir kurz darüber nach, bevor der nächste Hate-Kommentar geschrieben wird. 😉
Also: Wie seht ihr das? Ist eine KI, die euren eigenen Bearbeitungsstil übernimmt, eine Bedrohung – oder genau die Art von Unterstützung, die ihr euch im fotografischen Alltag wünschen würdet?
