in

UNSCHÄRFE-BOKEH MONSTER FÜR MFT IM PRAXISVERGLEICH / MITAKON 25mm f0.95

Ok, das mit dem BOKEH MONSTER war ein reiner Clickbait. Aber wir müssen ja auch gucken wo wir bleiben. Weiterlesen lohnt sich trotzdem!

“MFT ist für Knipser. Portraitfotografen und Profis brauchen eine Vollformatkamera.”

So oder so ähnlich hört man hunderte in Fotoforen und auf Stammtischen munken. Und wir alle schielen immer nur zu gerne nach oben. Da krönt das Vollformat nur die Mittelformatkamera. Und wir reden uns dann gerne ein, dass wir das brauchen würden für den “Look”. Es ist dann schon fast egal, ob im Mittelformat plötzlich nur noch f2.8 fotografiert wird und nicht mehr die 1.4. Da ist auch egal welchen Preis derlei Kameras aufrufen. Hauptsache wir können angeben.

Natürlich ist eine MFT Kamera keine Kleinbildkamera. Aber hey… es gibt Mittel und Lösungen mit deren Hilfe die Bilder nicht mehr großartig zu unterscheiden sind. Und genau darum geht es heute. Um ein Objektiv mit f0.95er Apertür (Blendenöffnung). Damit erreicht man mit einer kleinen MFT Kamera den Look einer Vollformatkamera. Und zwar ohne unverzichtbare Abstriche.

25mm f0.95

Das Objektiv gibt es in verschiedenen Brandings. Von Mitakon über Meike bis hin zu Voigtländer wobei Voigtländer anscheinend andere Öle verwendet und das Objektiv in Deutschland nochmals auseinander nimmt.

Die Preise reichen dabei von 399 Dollar über 499 € mit deutscher MwSt. bis hin zu 799 € für das Voigtländer. Bei Amazon ist es aktuell auch ausverkauft.

Ich bin ein großer Fan kleiner Kameras. Und früher schon bei Olympus habe ich mit etwas Schmunzeln den Entwicklungsdrang zu großen Objektiven festgestellt. Olympus baut Objektive bei denen die Kamera fast schon ein Objektiv-Rückdeckel sein könnte. Für mich macht das wenig Sinn. Dann kann es doch auch gleich ne große Kamera sein. Natürlich sind Linsen wichtig und Linsen DÜRFEN auch größer als die Kamera sein. Dann darf ich mich aber nicht auf die Größe der Kamera berufen. Ich hoffe das ist hier verständlich. Mir geht es weniger um die tatsächlichen Größen. Mir geht es um die Argumente der lieben Kollegen.

Und wenn ich eine kleine Kamera wie die Lumix GX80 fotografiere, dann möchte ich keinen Trümmer vorne drauf, mit dem man Aliens abballern könnte. Aber ich möchte auch nicht auf Unschärfe verzichten, nur weil mein Glas immer kleiner wird. Große Blendenöffnungen brauchen große Objektive.

Nicht mit dem 25mm f0.95. Einfach mal die beiden nachfolgenden Fotos angucken. Jeweils gemacht mit einer D750 mit 50mm @ f1.8 und mit der GX80 mit dem 25mm @ f0.95.


Und hier gibt es das große Video dazu! Viel Spaß beim Angucken!

Spannende Ergebnisse nicht? Zu erwarten? Die meisten Kreativen können (oder mögen) vielleicht nicht rechnen oder beherrschen grundlegende physikalische Konzepte nicht?

25mm = 50mm?

Nochmal die Rechnung in Schriftform zur Sicherstellung vollständiger Übermittlung der Inhalte! 🙂

MFT hat durch die reduzierte Bilddiagonale sowohl Auswirkung auf den Bildwinkel als auch den Streukreis (Bokeh, Unschärfe, Verschwommenheit im Hintergrund). Um für MFT ein Äquivalent zu bekommen, muss man sowohl die Brennweite umrechnen aber auch die Apertür.

Wobei die Blende nicht in der Blendenöffnung umgerechnet wird sondern nur in deren Wirkung. Ein Handy hat trotz Blende 2 keine große Unschärfe im Foto. Die Blende hängt also nicht wirklich großartig mit der Unschärfe zusammen. Oder jedenfalls nur als einer von vielen Faktoren.

Man sagt, dass man bei MFT die Brennweite verdoppeln müsse. Blödsinn. Man verdoppelt nix. 25mm bleiben 25mm. Um das Bildwinkel-Äquivalent herauszufinden, dafür kann man die Brennweite verdoppeln. Es besteht kein Unterschied mehr im Bildwinkel zwischen einem 25mm MFT oder einem 50mm FF Objektiv.

Die Apertür bleibt bei MFT immer unangetastet. Also f1.4 würde f1.4 bleiben. Die Unschärfe bzw. die Freistellung entspricht aber einem Objektiv bei Vollformat mit einer um zwei Stufen geschlossenen Blende.

ERGO: 25mm f0.95 ist umgerechnet ein 50mm f1.8 bei dem aber das Licht von f0.95 durch kommt. (ACHTUNG, dabei haben wir die Transmission eines f0.95 Objektives einfach mal “vergessen”.).

Nachfolgend gibt es noch ein kleines Diagram bzgl. der Bildwinkel von Objektiven. Und auch wenn die Brennweite komplett verschieden ist, der Bildwinkel und damit der entscheidende Look-Faktor des Objektives ist IDENTISCH!

Hier gibt es die Fotos aus dem Shooting zu sehen. Ohne Vermerk mit welcher Kamera welches Foto gemacht wurde. Ich finde man merkt es etwas an den Farben. Aber dass zwischen beiden Kameras fast 1000 € liegen… naja…

Schärfe beider Objektive

In Textform ist Vieles sehr viel einfacher. Vor allem so delikate Dinge wie Schärfe oder generelle Abbildungsleistung.

Ich möchte mich kurz fassen. Das 35er ist nicht unscharf aber auch nicht die schärfste Linse die ich je gesehen habe. Es kommt mit dem 50er von Nikon absolut klar und leistet meiner Meinung nach sogar etwas besser ab, sobald man von f0.95 weg ist. Das macht für mich aber keinen Sinn, weil dann verliere ich auch den Look des Objektives und kann auch gleich das Kit-Objektiv nehmen.

Das Hauptproblem dürfte allerdings nicht die generelle Schärfe sein sondern die Schärfe richtig zu setzen. In unserem Shooting hatten wir extrem viel Ausschuss. Das ist eben nicht mehr so einfach wie ein f2.8 mit Hand zu fokussieren. Plötzlich hat man Schärfebereiche, die von der Kopfbewegung des Models geschluckt werden. Alleine das menschliche Kopf-Bewegen kann den Fokus verhauen.

Folglich gilt für das Mitakon. Schärfe wenn sie sitzt ist absolut überzeugend was aber eben meistens nicht der Fall sein wird. 🙂

Ich habe hier nochmals nachfolgend 100% Vergleiche angehängt.

Hier das Mitakon 25mm.

Jetzt das Nikon 50mm f1.8.

Und dann noch im direkten Vergleich Mitakon gegen Nikon.

Stand 21.7.2017 – Das Mitakon ist aktuell nicht mehr lieferbar bei Foto-Morgen. Ich habe scheinbar das letzte Objektiv gekauft und ich schätze die wissen von diesem Beitrag eher weniger. Von daher wäre es sicherlich sinnvoll einfach bei denen anzurufen oder eine Email zu schreiben mit der Bitte um Neubestellung.

Lieben Gruß

Martin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

DIE GROßE OBJEKTIVREIHE – TEIL 4 – LINIEN PRO MILIMETER

DIE GROßE OBJEKTIVREIHE – TEIL 5 – WIE TESTEN MAGAZINE