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ICH BIN KEIN GUTER FOTOGRAF… ÜBER EINE GESUNDE SELBSTEINSCHÄTZUNG

Hallöchen Poppöchen,

wer hinter der etwas reißerischen Überschrift jetzt ein genauso reißerischen Artikel vermutet, den muss ich leider enttäuschen. Es geht mir heute um reinen Text bzw. dessen Inhalt. Es geht mir um eine persönliche Sache und ich hoffe den einen oder anderen damit zu erreichen und aufzuklären und vielleicht den anderen damit zu beruhigen.

Ich wurde erst vor wenigen Minuten zum wiederholten Male gefragt, warum wir so wenig Bilder auf Facebook zeigen und warum unser Portfolio sich gar nicht verändert. Die Frage ist berechtigt auch wenn die Frage in wirklich unterschiedlicher Manier gestellt wurde. Von freundlich interessiert bis hin zu gehässig und verletztend.

Schaut euch doch mal selbst unsere Fotos auf Facebook an. Da findet man viele Fotos aber kaum “richtige Fotos”. Ich steh nicht auf Vorher-Nachher Vergleiche, ich nutze keine Bildlooks und so richtige Alben gibt es dort auch nicht. Eher miese Handyfotos von unterwegs! 🙂

Ich will die Frage gerne beantworten.

Weil ich kein guter Fotograf bin und jedes Mal wenn ich ein Foto posten möchte, find ich es kurz vor dem Moment des abschickens einfach nur noch grottig.

Nein, das ist kein FishingForCompliments. Braucht man jetzt auch gar nicht in die Kommentare hacken. Ich weiß sehr wohl, dass es Menschen gibt, die meine Fotos schön finden, andere finden sie grottig. So ist die Welt. Mir geht es mir der Aussage um mein persönliches Gefühl.

Ich bin Martin, ich kenne meine Stärken und Schwächen. Ich bin frei Schnauze, reden den halben lieben langen Tag Müll, rede meist erst und denke dann und ich bin absolut technikverliebt. Ich kaufe mir jeden Driss den das Konto und Marc erlauben und ich arbeite mich gerne in neue Materien ein. Sicherlich bin ich technisch gar nicht mal so schlecht. Man könnte evtl. auch sagen, dass ich ein ziemliches Wissen angesammelt habe. Nur schaffe ich dieses Wissen meiner Meinung nach oft nicht auf die Straße zu bringen. Meine Fotos sind teilweise einfach viel zu technisch, viel zu klinisch und nach meiner persönlichen Definitiv fehlt den meisten das gewisse Etwas.

Ich kann damit leben, ich werd jetzt nicht von der Brücke springen. Aber es erklärt hoffentlich die seltenen Fotos auf Facebook und generell überhaupt überall. Ich fotografiere sicherlich 100 mal mehr als man denken mag, ich knipse immer und überall und fast immer genügt meinen Ansprüchen das was dabei raus kommt NICHT. Ich liebe meinen Job und ich liebe es jeden Morgen aufzustehen und mit Kameras und Blitzen spielen zu dürfen. Aber als großen Fotografen sehe ich mich selbst nicht. Werde ich sicherlich auch nie sein. Aber muss man nicht auch Ziele haben? Denn genau das ist der Motor. Sicherlich wären viele Fotografen erstaunt, wer meine Idole und Vorbilder sind. Und oft schaue ich Bilder auf Facebook und in Foto-Foren an und bewundere Fotos von viel weniger bekannten Fotografen als ich einer bin. Und ich finde das gut. Denn die Qualität von Fotos hat nix mit der Bekanntheit der Person zu tun. Meine Stärke und der Grund für meine Bekanntheit im Mikrokosmos der Fotoszene ist, dass ich quatschen kann und vielleicht kann ich auch komplexe Dinge gut zerstückeln und reduzieren… aber auch das macht meine Fotos nicht besser. Ich bin bekannt als Fotograf, weil ich quatsche. Vielleicht sollte ich eher als Redner bekannt sein :-)…

Ich gebe aber nicht auf und strebe nach immer besseren Fotos. Vielleicht bin ich nie glücklich mit den Ergebnisse, vielleicht irgendwann… Wer weiß das schon.

Also liebe Foto-Kollegen da draußen, seid nicht zu depri. Nutzt eure Selbstkritik als Motor für noch mehr Fotografie und Fotos.

Lieben Gruß

Euer Martin

PS: Wir lösen gerade das Studio auf und wer die Schmankerl aus der anstehenden Studio-Flohmarkt-Tombola haben möchte, der wird vorab über unseren Newsletter bei ausgewählten Sachen informiert und kann dann vorher zuschlagen. Einfach anmelden und auf dem Laufenden bleiben.

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