DJI Mic Mini 2S im Praxistest: Zwei neue Features machen für uns den Unterschied
Es ist mal wieder DJI-Mic-Zeit. Mit dem DJI Mic Mini 2S geht das kompakte Funkmikrofon-System in die nächste Runde. Auf den ersten Blick hat sich gar nicht so viel verändert. Größe und Konzept kommen einem sehr bekannt vor. Trotzdem gibt es zwei Neuerungen, die das neue System für unsere Produktionen deutlich interessanter machen: internes 32-Bit-Float-Recording und die Möglichkeit, bis zu vier Kanäle über einen Empfänger zu nutzen.
Genau deshalb schauen wir uns das neue DJI Mic Mini 2S nicht nur anhand seiner Specs an, sondern aus Sicht einer echten Video- und Livestream-Produktion.
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DJI Mic Mini 2S: Evolution statt Revolution
Wer den Vorgänger kennt, wird beim neuen Mic Mini 2S zunächst keine große Überraschung erleben. Die Sender sind weiterhin extrem kompakt und auch optisch bleibt DJI seinem bisherigen Konzept treu.
Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Gerade bei einem kleinen Funkmikrofon muss nicht jede Generation das komplette Design neu erfinden. Viel wichtiger ist die Frage, ob neue Funktionen hinzukommen, die bei einer echten Produktion tatsächlich einen Unterschied machen.
Und genau hier wird das Mic Mini 2S interessant.
Für unseren Workflow sind es vor allem zwei Funktionen, die aus einem kleinen Update ein wirklich relevantes Upgrade machen:
- 32-Bit-Float Internal Recording direkt im Sender
- bis zu vier Funkkanäle über einen Empfänger
Beide Features lösen Probleme, die wir bei Produktionen tatsächlich regelmäßig haben.
32-Bit Float Internal Recording: Das Backup läuft einfach mit
Eine der wichtigsten Neuerungen des DJI Mic Mini 2S ist für uns das interne Recording. Direkt am Sender befindet sich ein Record-Button und das Mikrofon kann den Ton intern in 32 Bit Float aufzeichnen.
Das klingt zunächst nach einem technischen Detail. In der Praxis ist es aber eine der Funktionen, die bei größeren Produktionen enorm viel Sicherheit geben kann.
Warum ein internes Audio-Backup so wichtig ist
Bei umfangreichen Drehs lassen wir Backup-Ton teilweise über sehr lange Zeiträume mitlaufen. Das Prinzip dahinter ist simpel:
Lieber mehrere Stunden Audiomaterial haben, das man möglicherweise niemals benötigt, als genau die eine wichtige Aufnahme nicht zu besitzen.
Wenn eine Produktion beispielsweise morgens beginnt und bis zum Abend läuft, kann das interne Recording einfach durchlaufen. Passiert irgendwann am Nachmittag etwas Wichtiges, lässt sich die entsprechende Stelle später aus der langen Aufnahme heraussuchen.
Das ist nicht unbedingt elegant – aber unglaublich praktisch.
Vor allem bei Produktionen mit mehreren Kameras, Livestreams, Interviews oder Events kann ein solcher Backup-Track im entscheidenden Moment die komplette Aufnahme retten.
32 Bit Float gibt zusätzliche Sicherheit
Dass DJI beim internen Recording auf 32 Bit Float setzt, macht diese Funktion noch interessanter. Gerade bei einem Backup möchte man möglichst wenig darüber nachdenken müssen, ob der Pegel in jeder Situation perfekt eingestellt wurde.
Der Sender wird angebracht, die Aufnahme gestartet und anschließend kann man sich wieder auf die eigentliche Produktion konzentrieren.
Für unseren Workflow ist allein diese Funktion bereits ein ziemlich starkes Argument für das neue System.
Vier Kanäle: Das vielleicht spannendste Feature des DJI Mic Mini 2S
Die zweite große Neuerung betrifft den Empfänger. Dieser kann bis zu vier Kanäle empfangen und zusammenführen.
Und genau das eröffnet für uns völlig neue Einsatzmöglichkeiten.
Bei einem klassischen Interview mit einer oder zwei Personen sind zwei Funkstrecken normalerweise vollkommen ausreichend. Interessant wird es aber bei größeren Gesprächsrunden, Podcasts oder Livestreams.
Drei oder vier Personen ohne großes Mischpult
Ein gutes Beispiel sind unsere Livestreams. Sobald drei Personen gleichzeitig vor der Kamera sitzen, wird das Audio-Setup deutlich aufwendiger. Bisher kommen dafür unter anderem Mischpulte und zusätzliche Audiotechnik zum Einsatz, damit alle Personen sauber in einem gemeinsamen Signal landen.
Mit einem kompakten System, das drei oder sogar vier Sender gleichzeitig empfangen kann, wird dieses Setup plötzlich deutlich kleiner.
Jede Person bekommt einen eigenen Sender. Gleichzeitig läuft auf jedem Mikrofon die interne Aufnahme als Backup. Für die Livesendung werden die verschiedenen Signale anschließend über den Empfänger zusammengeführt.
Für kleine Produktionen, YouTube-Formate, Gesprächsrunden oder mobile Livestreams ist das eine extrem spannende Möglichkeit.
Ein Wunsch bleibt: individuelle Pegel für jeden Kanal
Ganz perfekt ist die Vier-Kanal-Lösung allerdings noch nicht.
Eine Funktion hätten wir uns besonders gewünscht: die Möglichkeit, jeden einzelnen Kanal individuell zu pegeln.
Denn Menschen sprechen unterschiedlich laut.
Eine Person besitzt vielleicht eine sehr dominante und laute Stimme, während eine andere deutlich ruhiger spricht. Dazu kommen unterschiedliche Abstände zwischen Mund und Mikrofon oder verschiedene Positionen des Senders an der Kleidung.
Genau diese kleinen Unterschiede möchte man bei einer professionellen Produktion normalerweise ausgleichen.
Die Möglichkeit, mehrere Personen über ein einziges kompaktes System zusammenzuführen, ist deshalb großartig. Eine umfangreichere individuelle Kontrolle der einzelnen Signale würde das Konzept für unseren Workflow aber noch einmal deutlich verbessern.
Das komplette System passt endlich vernünftig ins Case
Ein Detail, das im Alltag fast genauso wichtig sein kann wie eine neue technische Funktion: das Zubehör.
DJI bekommt erstaunlich viel Technik in einem sehr kleinen Case unter.
Besonders angenehm ist, dass nicht ständig zusätzliche Einzelteile separat transportiert werden müssen. Kabel und Zubehör finden ihren Platz im Case und auch die Windschutzelemente können praktisch verstaut beziehungsweise auf den Sendern belassen werden.
Das klingt banal, macht unterwegs aber einen echten Unterschied.
Wer regelmäßig produziert, kennt Cases, bei denen nach dem Auspacken plötzlich Adapter, Kabel und Windschutz in verschiedenen Taschen verteilt sind. Irgendwann fehlt dann natürlich genau das eine Teil, das man gerade benötigt.
Beim DJI Mic Mini 2S wirkt das gesamte System dagegen angenehm kompakt und auf mobilen Einsatz ausgelegt.
USB-C: Nicht nur fürs Smartphone interessant
Zum System gehört außerdem eine USB-C-Lösung, die keineswegs nur für Smartphones interessant ist.
Der Empfänger lässt sich auch in Verbindung mit einem Computer nutzen. Dadurch ergeben sich weitere Einsatzmöglichkeiten für das DJI Mic Mini 2S.
Denkbar sind beispielsweise:
- Livestreams am Computer,
- Video-Calls und Web-Meetings,
- mobile Podcast-Produktionen,
- Streaming-Setups,
- Interviews am Smartphone,
- klassische YouTube-Produktionen.
Gerade diese Flexibilität passt sehr gut zum Grundgedanken des Systems. Das Mic Mini 2S möchte kein großes Audio-Rack ersetzen, sondern möglichst viel Funktionalität in einem extrem kleinen Paket anbieten.
Design-Spielereien: Brauchen wir wirklich mehr bunte Deckel?
Nicht jede Neuerung sorgt allerdings für Begeisterung.
DJI setzt weiterhin stark auf die sichtbare Gestaltung seiner Sender und bietet verschiedene optische Varianten beziehungsweise austauschbare Designelemente an.
Für Consumer-Content kann das durchaus Spaß machen. Aus Sicht einer professionellen Produktion stellt sich allerdings eine andere Frage:
Möchte man das Mikrofon überhaupt sehen?
Bei Kundenproduktionen wäre häufig genau das Gegenteil interessant. Ein Sender sollte möglichst unauffällig sein oder sich so individualisieren lassen, dass beispielsweise ein eigenes Branding oder Kundenlogo eingesetzt werden kann.
Gerade weil DJI seine Marke sehr prominent auf den Produkten platziert, wäre etwas mehr Zurückhaltung oder Individualisierung aus unserer Sicht die spannendere Entwicklung als weitere farbige Designvarianten.
Warum das DJI Mic Mini 2S für Produktionen interessant ist
Am Ende sind es beim neuen Modell nicht die optischen Veränderungen, die uns interessieren.
Entscheidend ist, ob ein neues Werkzeug unseren Produktionsalltag einfacher macht.
Und genau dabei treffen die beiden wichtigsten Neuerungen einen Nerv.
1. Internes 32-Bit-Float-Recording
Ein Backup kann permanent mitlaufen. Gerade bei langen Drehtagen, Interviews und einmaligen Situationen gibt das zusätzliche Sicherheit.
2. Bis zu vier Funkkanäle
Mehrere Personen können mit einem erstaunlich kleinen Setup gleichzeitig mikrofoniert werden. Besonders für Livestreams und Gesprächsformate ist das interessant.
3. Extrem kompaktes Gesamtsystem
Sender, Empfänger, Windschutz, Adapter und weiteres Zubehör lassen sich in einem kleinen System transportieren. Genau das ist unterwegs ein enormer Vorteil.
DJI Mic Mini 2S für YouTube und Content Creator
Gerade für YouTube-Produktionen zeigt sich, warum kompakte Funksysteme inzwischen so beliebt sind. Man benötigt nicht mehr zwangsläufig einen großen Audiorecorder, lange Kabel oder komplexe Funkstrecken, um mehrere Personen mit sauberem Ton aufzunehmen.
Ein kleines Mikrofon wird an der Kleidung befestigt und kann anschließend sowohl das Funksignal übertragen als auch eine interne Sicherheitsaufnahme erstellen.
Das reduziert nicht nur das Equipment, sondern auch die Zahl möglicher Fehlerquellen.
Besonders interessant wird das bei Produktionen, bei denen man gleichzeitig filmen, moderieren oder andere Aufgaben übernehmen muss. Je weniger Aufmerksamkeit die Audiotechnik während der eigentlichen Aufnahme benötigt, desto besser.
Für wen lohnt sich das DJI Mic Mini 2S?
Nach den Erfahrungen aus unserem ersten Einsatz sehen wir das neue System vor allem bei Produktionen, bei denen Kompaktheit und Sicherheit gleichzeitig wichtig sind.
Besonders spannend ist es für:
- YouTuber und Content Creator,
- Interviews mit mehreren Personen,
- Livestreams,
- kleine Podcast-Produktionen,
- Event- und Behind-the-Scenes-Produktionen,
- mobile Videoproduktionen,
- Produktionen, bei denen ein permanentes Audio-Backup sinnvoll ist.
Wer lediglich eine einzelne Person vor der Kamera aufnimmt und mit dem bisherigen System zufrieden ist, bekommt möglicherweise weniger Gründe für einen Wechsel.
Sobald allerdings das interne Recording oder die zusätzlichen Funkkanäle in den eigenen Workflow passen, sieht die Sache ganz anders aus.
Fazit zum DJI Mic Mini 2S: Kleine Änderungen mit großer Wirkung
Das DJI Mic Mini 2S erfindet das Funkmikrofon nicht neu. Größe, Grundkonzept und Design bleiben dem bekannten System sehr ähnlich.
Und ja: Auf einige der optischen Spielereien könnten wir persönlich problemlos verzichten.
Aber darum geht es am Ende nicht.
Für uns besitzt das neue Modell zwei Funktionen, die im Produktionsalltag einen echten Unterschied machen: 32-Bit-Float Internal Recording und die Möglichkeit, bis zu vier Funkkanäle über einen Empfänger zu nutzen.
Das interne Recording liefert uns genau das Backup, das wir bei längeren und wichtigen Produktionen gerne haben möchten. Gleichzeitig können drei oder vier Personen deutlich einfacher in ein kompaktes Audio-Setup integriert werden.
Dazu kommt ein kleines Case, in dem erstaunlich viel Zubehör Platz findet, sowie die Möglichkeit, das System nicht nur mit Kameras und Smartphones, sondern auch in computerbasierten Setups einzusetzen.
Es sind also nicht unbedingt tausend spektakuläre neue Funktionen, die das Mic Mini 2S interessant machen.
Es sind zwei ziemlich konkrete Verbesserungen, die genau dort ansetzen, wo sie bei einer echten Produktion gebraucht werden.
Internal Recording. Vier Kanäle. Fertig.

