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Dieses Video ist inspiriert von einer Diskussion in einem Instagram-Posts. Es ging darum warum man überhaupt fotografiert, wenn man auch Bilder ohne Fotografie erschaffen kann. Klingt erstmal nach einer unnötig philosophischen Frage, aber zwischen neuen Kameras, KI-generierten Bildern und immer kürzeren Aufmerksamkeitsspannen geht manchmal genau das verloren, was uns ursprünglich fasziniert hat: das Staunen, das Erleben, der Moment. In diesem Video geht’s nicht um Technik oder Gear – sondern um das Gefühl hinter der Fotografie. Darum, warum wir überhaupt angefangen haben, zu fotografieren. Wir lieben Fortschritt, wir lieben Technik – aber manchmal ist es gut, einen Schritt zurückzugehen und sich zu fragen: Was bedeutet Fotografie eigentlich heute noch für uns? Bald zeigen wir euch etwas, das genau diese Frage weiterführt. Etwas, das wieder Raum gibt, Fotografie zu erleben statt nur zu konsumieren.


Hallo Martin,
zunächst einmal an dieser Stelle generell herzlichen Dank für deine Arbeit! Ich muss gestehen, dass mich moderne Gerätschaften so gut wie gar nicht interessieren, aber von der großartigen Objektivreihe mit Anders Uschold beispielsweise habe ich enorm viel mitgenommen und zehre bis heute davon.
Was das Thema des Videos betrifft, kann ich mir als Hobbyist eine entspanntere Haltung erlauben, glaube ich. In den Jahren um 2010 herum habe ich angefangen zu fotografieren, und sehr schnell war auch in Sachen Equipment die Devise: höher, schneller, weiter! Als ich dann irgendwann anfing, nebenberuflich zu fotografieren (hauptsächlich Hochzeiten und Konzerte), war irgendwann der Punkt erreicht, als aus dem Hobby Mühsal wurde, und ich hängte es komplett wieder an den Nagel.
Erst letztes Jahr habe ich wieder angefangen zu fotografieren, und diesmal unter der Prämisse: nur für mich und nur so, wie ich will! Und eine weitere Entscheidung hat meine fotografische Sicht sehr geprägt, denn mir war irgendwann aufgefallen, dass meine liebsten Bilder von „damals“ diejenigen waren, die ich mit alten manuellen Objektiven gemacht habe. (Ein Bild, das ich solcherart 2011 von einem Mädchen gemacht habe, das vor dem Louvre Spatzen füttert, ist bis heute mein Ideal in Sachen Emotion und Bildsprache geblieben, auch wenn ich es selten wieder erreicht habe.) Entsprechend gehe ich heute mit einer a7CII und ein oder zwei manuellen Festbrennweiten durch die Welt; als Nacharbeit habe ich mein SW-Preset, ggfs. noch etwas Belichtungskorrektur, und fertig. Seit ich das für mich klar habe, kann ich mich ganz auf Licht, Motiv und Geschichte konzentrieren (auch wenn mir dadurch umso mehr auffällt, wie unendlich viel ich hier noch zu lernen habe). Aber klar – ich muss natürlich auch nicht abliefern. 😀
Das Thema KI konnte ich mir glücklicherweise bisher noch ganz vom Leib halten. Ich benötige sie beruflich nicht, und privat interessiert sie mich nicht. Denn das Problem ist ja, und das ist ja auch der Kern deines Videos: Natürlich könnte ich (vor allem beim Schreiben, meinem eigentlichen Metier) mir vieles von der KI abnehmen lassen. Aber warum sollte ich das wollen? Denn bei dem, was ich tue, geht es mir (fast) nie um das Ergebnis, sondern um den Prozess des Machens. Und die Erlebnisqualität dieses Prozesses empfinde nur ich selbst – die kann mir eine KI nicht geben, sondern höchstens nehmen.
Ich will meinen Beitrag nicht übermäßig in die Länge ziehen; vielleicht war ja irgendein interessanter Punkt dabei.
Lieben Gruß
Jens