in

VON DRINNEN NACH DRAUßEN BLITZEN

Im heutigen Beitrag geht es um die Verwendung eines Blitzgerätes zum Ausgleich großer Differenzen in der Blichtungshelligkeit innerhalb eines Fotos. Ok, das klingt jetzt eher wissenschaftlich als verständlich aber wir kriegen das schon noch irgendwie einfach und reduziert erklärt.

Viele Fotografen fragen immer nach dem Grund für starkes Blitzlicht. Es geht nicht immer nur darum, die Sonne zu überblitzen. Oftmals sind es Gründe der Dynamik und der Helligkeit vor Ort. Warum braucht man einen Blitz? Diese Frage beschäftigt viele Fotografen und es gibt oft eine bestimmte Situation, an der lässt sich der Grund sehr gut erklären. Es handelt sich um Locations mit einem großen Helligkeitsunterschied im Motiv. Z.B. wenn wir vor einem Fenster stehen. Oder auf dem Balkon oder wir stehen vor der Tanzfläche und haben die hellen Disco-Lights im Hintergrund. Überall dort, wo hell und dunkel sich im Foto staffeln.

Im Endeffekt ist es nämlich sehr einfach. Draußen ist es verdammt hell und wir sind drinnen und dort ist es dunkel. Ohne Blitzlicht können wir uns entscheiden.

  1. Belichten wir auf den hellen Hintergrund, dann ist das Model eine schwarze Silhuoette.
  2. Belichten wir auf das Motiv, dann brennt der Hintergrund komplett aus und wir sehen dort nur noch weiß.

Auf dem nachfolgenden Foto sehen wir die Problematik. Ich habe gerade noch so belichten können, dass man Motiv und Hintergrund erahnt. Aber sowohl der Hintergrund ist irgendwie grenzwertig belichtet, genauso das Motiv. Während der Himmel schon fast “weiß” ist, so ist das Model “eher dunkel”. Unter dem Model die Mauer ist kaum zu erkennen.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Der Unterschied zwischen Model-Helligkeit und Hintergrund ist einfach zu groß. Es geht nicht mehr auf ein Foto. Jedenfalls wenn dann nur sehr knapp und das ist einfach keine Lösung. Grund dafür ist, dass unser Model im Schatten eines Hauses/Vorsprungs sitzt und dort einfach kein Licht ab bekommt.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Die Konsequenz für uns: Wir brauchen ein Blitzlicht. Und zwar in diesem Falle nicht gerade mit wenig Bums. Denn wir können wohl kaum das Licht auf dem Hintergrund weg nehmen. Dafür müssten wir die Sonne abdunkeln und würden wir das schaffen, dann hätten wir eine Folgeproblematik. Das Streulicht auf dem Model würde fehlen und damit würde der Unterschied bestehen bleiben, nur die Gesamthelligkeit des Bildes würde dunkler werden. Also selbst das Abdunkeln des Hintergrundes macht keinen Sinn, wenn das Vordergrundlicht auf dem Model anhängig davon ist. Das wäre eine Möglichkeit, wenn das Licht auf dem Model komplett getrennt vom Licht hinter dem Model wäre. Das ist aber bei uns nicht der Fall, weil das gesamte Bild über das Sonnenlicht belichtet wird.

Logischerweise können wir nur additiv mehr Licht hinzu fügen. Und genau das macht ein Blitzgerät. In unserem Falle ein portabler 400Ws Blitz von Elinchrom, der Ranger Quadra.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Die Herangehensweise ist denkbar einfach. Wir belichten auf den Hintergrund, stellen die Kamera so ein, dass wir den Hintergrund wie gewünscht belichten. Meistens eher dunkel sodass Himmel, Wolken und Landschaft erkennbar sind, evtl. sogar etwas tendenziell dunkler als normal.

Jetzt fehlt uns Licht und das fügen wir hinzu. In unserem Falle haben wir das Bild mit einer Blende von 16 bei ISO100 und einer 1/200s belichtet. Wir brauchten daher volle 400Ws an Blitzpower und mussten beim Lichtformer auch auf das vorderste Tuch verzichten. Genutzt haben wir die DEEP OCTA und diese Box ist durch die leicht konische Form sehr effizient, bringt das Blitzlicht sehr stark nach vorne. Ohne das vorderste Fronttuch ist die Box noch stärker in Punkto Blitzleistung.

Ein derartiges Foto wäre mit einem Aufsteckblitz nicht möglich gewesen, evtl. ganz ohne Softbox direkt auf dem Model gesetzt und mit einer etwas kürzeren Entfernung des Blitzes zum Model.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Jetzt frag man sich sicher, wie das Bild mit Blitzlicht ausschaut. Und auch diese Antwort will ich geben. Und zwar in Bildform. Das sind die Ergebnisse. Und wie man deutlich erkennen kann, auf den fertigen Bildern stimmen die Helligkeiten von Motiv und Hintergrund überein. Besonders interessant ist natürlich dann auch der Weitblick in die Ferne oder aber auch die extrem reduzierende Wirkung beim Fotografieren nach oben.

blog_rangerqlatex-10blog_rangerqlatex-6

Wenn euch also jemand in Zukunft fragt, warum Blitzlicht, dann gibt es zumindest eine Situation, die anders nicht zu bewerkstelligen ist. Möchte man Dynamiken angleichen, dann braucht man eine starke Lichtquelle, kann damit aber völlig abgefahrene Looks erstellen.

Blitzlicht liebe ich deswegen so, weil es mir die Möglichkeit gibt das Bild selbst zu bestimmen. Es verleiht Fähigkeiten eine bereits tolle Situation zu verändern und abzuwandeln. Natürlich wäre dort oben auch ein Foto ohne Blitz sicherlich schön geworden. Immerhin saß das Model im Schatten und Belichtungsdifferenzen können in einem Foto auch besonders spannend ausschauen. Aber in unserem Falle war der Wunsch einfach anders und mit einem halbstarken Blitzlicht konnte ich diesen Wunsch erfüllen.

Blitzlicht forever… 🙂

Liebe Grüße und euch ein tolles Wochenende.

Martin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

SteampunkTour 2014 v2 Kopie

SCHWAIGHOFER + DOMQUICHOTTE = <3

DSCF2092
Nicht sicher für die Arbeit
Klicke zum Anzeigen dieses Beitrags

VIDEO-DVD: AUFSTECKBLITZE (= ENTFESSELT BLITZEN) TEIL 4 + 5