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Tamron 17-28mm f2.8 Di III RXD – Das E-Mount Ultra Weitwinkel MUST HAVE Objektiv (+ RAW-Download!)

UPDATE: Wir haben zusätzlich noch Bilder im RAW-Format zum Download bereitgestellt! Einmal nach unten scrollen!

Wir haben das neue Tamron 17-28 f2.8 für E-Mount getestet. Quasi das Schwester-Objektiv zum 28-75 f2.8. Und wie auch schon bei Tamrons erster nativen Linse für Sony E-Mount sind wir wirklich erstaunt, wie diese Optik sich im Vergleich mit sony-eigenen Objektiven schlägt, um ein kleines Fazit direkt schon einmal vorwegzunehmen. Mit unseren gemachten Vergleichsbildern darf sich aber jeder ganz persönlich seine eigene Meinung bilden.

#TRANSPARENZ
Auch hier ist es natürlich wieder nötig ein paar Worte im Sinne der Transparenz zu verlieren. Tamron hat uns das 17-28 als Presse-Objektiv zur Verfügung gestellt. Um es zu testen. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn dieser Beitrag online ist, ist das Objektiv schon lange wieder weitergewandert zum nächsten Tester.

Unsere Kernfragen (0:00-01:08)

Das neue Tamron 17-28 f2.8 ist wirklich ein besonderes Objektiv. Ein eingedampftes 28-75 im Ultra-Weitwinkel-Bereich als ideale Ergänzung zum selbigen. Für unseren Test haben wir uns vor allem folgende Fragen gestellt:

Ist das Objektiv gut UND kompakt?

Es ist schon manchmal paradox. Spiegellose VF-Kameras (und gerade natürlich die von Sony) haben natürlich klassischen DSLRs gegenüber einen entscheidenen Größenvorteil, der oft und gerne eben als Grund für Spiegellos angeführt wird. Und im gleichen Moment schraubt man so eine große Menge Glas an das Bajonett, dass der Größenvorteil im Nichts verpufft. Bekommt man mit dem neuen Tamron ein Objektiv, was klein und kompakt ist und trotzdem optisch in der gleiche Liga wie ein GMaster Objektiv spielt?

Ist das Objektiv gut UND preiswert?

Was nichts kostet, ist auch nichts. Alte Bauernregel, gerade im Foto-Sektor auch sehr gerne rezitiert. Nun wird das Objektiv natürlich nicht nichts kosten. Im Internet rumort gerade eine UVP von ca. 1200€ und ein Straßenpreis von 999€, was selbstverständlich nicht wenig Geld ist, aber doch um einiges mehr als z.B. das 16-35 f2.8 GMaster mit einer UVP von 2699€. Die Frage ist: Kann das Tamron da für weniger als die Hälfte des Preises mithalten?

Ist das Tamron 17-28mm genau so gut wie das Tamron 28-75mm?

Das 28-75 hat uns echt überrascht. Das Objektiv hat sich gegen die GMaster-Konkurrenz und auch gegen ein Zeiss Otus extrem gut behauptet. Kann Tamron daran anknüpfen?

Kann Tamron zaubern? (03:38 – 07:13)

Eine Frage, die man sich unweigerlich stellen muss, wenn man über die ganze Sache nachdenkt.. Tamron baut für viel weniger Geld ein kleineres und leichteres Objektiv, was optisch mit den teuren, schweren, großen Trümmern mithalten soll. Wie geht das? Zaubert Tamron? Können die anderen es einfach nicht besser?

Ganz so einfach ist die Frage natürlich nicht zu beantworten. Vielmehr geht es um verschiedene Philosophien im Objektivbau. Dazu auch gerne mal das Spezial-Video mit Anders schauen, wo wir über das 28-75 reden.

Tamron steht seit jeher für eine gewisse Ausgewogenheit in der Objektivkonstruktion. Während andere Hersteller oft auf die extremen Werte mit maximalst größtmöglicher Blende (zum Beispiel) gehen, lässt Tamron die Blende vielleicht ein wenig geschlossener, kann dafür aber Gewicht, Glas, Geld sparen und dem Objektiv ggf. noch einen Stabi verpassen. So geschehen beispielsweise beim 35 1.8 und 45 1.8. Denn was man immer im Hinterkopf haben muss: Eine größere Blende, ein größerer Brennweitenbereich, alles wirkt sich auf das Endprodukt aus. Mehr Glas braucht bessere Autofokus-Motoren, die Glasfassungen im Objektiv selber müssen stärker sein, die Vergütung wird teurer, ggf. braucht man weitere Korrekturlinsen uuuuuund so weiter und sofort.

Objektivkontruktion hat immer etwas mit Abwägen zu tun. Man gibt etwas, man kriegt etwas, wie Herr Uschold immer sagt. Und genau so macht es Tamron hier auch.

Der direkte Konkurrent? (07:17-11:36)

Denn das Objektiv mit dem sich das 17-28 vergleichen muss ist das 16-35 2.8 GMaster von Sony. Und es dürfte klar sein, dass das ein unfairer Vergleich ist. Das GMaster hat einen Millimeter mehr Brennweite nach unten (was im Weitwinkel-Bereich durchaus einen Unterschied macht) und ganze sieben mehr nach oben. Eine solche Konstruktion ist erheblich komplizierter. Und eben verbunden mit mehr Glas, Gewicht und natürlich auch Preis. Wie sagt man so schön: “Every lens design is a tradeoff.”

Natürlich  ist es gerade mit Blick auf das 28-75 nicht nötig, dass Tamron auf die 35mm hochgeht, aber durch das Vermeiden bzw. Auslassen dieser Randbereiche kann es Tamron gelingen, hier ein Objektiv zu konstruieren, was eben doch in Konkurrenz zum 16-35 steht und sich nicht verstecken muss.

Jetzt aber genug der Worte und direkt in die Vergleiche. Getestet haben wir übrigens einerseits gegen das 16-35 GMaster, aber auch gegen das Sony 28 f2.0 sowie die Schwesterlinse 28-75.

SCHÄRFE

17mm @ f2.8 SONY GMASTER VS. 17mm @ f2.8 TAMRON 17-28 // ZENTRUM // 100%

28mm @ f2.8 SONY GMASTER VS. 28mm @ f2.8 TAMRON 17-28 // ZENTRUM // 100%

28mm @ f2.8 SONY 28 F2.0 VS. 28mm @ f2.8 TAMRON 17-28 // ZENTRUM // 100%

17mm @ f2.8 SONY GMASTER VS. 17mm @ f2.8 TAMRON 17-28 // RAND // 100%

CHROMATISCHE ABERRATIONEN

17mm @ f2.8 SONY GMASTER VS. 17mm @ f2.8 TAMRON 17-28 // 200% ANSICHT

FARBWIEDERGABE

Wenn man sich noch einmal in Ruhe unseren Obstkorb anschaut, merkt man eine leicht andere Farbdarstellung der beiden Linsen. Ja, man muss darauf achten, der Unterschied ist aber da. Was da jetzt besser oder schlechter ist, mag jeder gerne selbst entscheiden.

17mm @ f2.8 SONY GMASTER VS. 17mm @ f2.8 TAMRON 17-28 // 200% ANSICHT

BOKEH

Bokeh ist etwas super subjektives. Was dem einen gefällt muss dem anderen deswegen noch lange nicht gefallen. Bokeh ist auch nur bedingt eine Frage der optischen Qualität, auch wenn Bokeh und Schärfe natürlich zusammenhängen. Retrolinsen mit extrem ruhigen und schönem Bokeh sind meistens nicht dafür bekannt, dass sie die beste Schärfeleistung haben, genau wie ein superscharfes Objektiv eher dazu neigt, ein unruhiges Bokeh zu haben. Aber entscheidet selbst. Wir haben wieder unsere vier Objektive direkt miteinander verglichen. Von oben links nach unten recht: Sony 28 f2, Tamron 28-78, Sony 16-35 GM, Tamron 17-28

Zusätzlich sind noch ein paar weitere Fotos mit dem 17-28 angehängt. Was auffällt: Tatsächlich hat das Tamron im Bokeh einen leichten Retro-Look. Die Kanten sind oft ein bisschen “punchy”, fast wie bei einem alten Spiegel-Tele.

Sony 28 F2Tamron 28-75

Sony 16-35 GMTamron 17-28

Verkrümmung

Dazu mussten wir wieder nach Köln. Auf Teneriffa ist alles irgendwie krumm und schief. 😉 Man sieht: Leichter Vorteil beim G-Master im puncto Verzerrung.

Transmission

Wieviel Licht trifft wirklich den Sensor? Keine Frage der Blendenöffnung, denn die ist ja bei beiden Objektiven gleich. Ein ND-Filter ändert ja auch nichts an der Blende. Durch verschiedene Gläser und Vergütungen kann es zu unterschiedlichen Lichtmengen kommen. Um das zu testen haben wir ein kleines Setup mit Blitzlicht und Graukarte aufgebaut, um auszuschließen, dass sich das Umgebungslicht ändert und das Ergebnis verfälscht. Hier sieht man: Das Tamron ist bei exakt gleichen Einstellungen einen Tacken heller.

Nach diesen vielen, vielen Vergleichen kann man jetzt erstmal in Ruhe durchatmen. Wir haben für uns festgestellt: Das Tamron kann wirklich wieder an den Erfolg des 28-75 anknüpfen. Was da an Qualität auf den Sensor kommt ist der Wahnsinn und ist in keinster Weise schlechter als das Sony 16-35 G-Master. Im Gegenteil!! Zusammen mit dem 28-75 (das übrigens den gleichen Filterdurchmesser hat – wie cool ist das denn?) ist das eine kompakte und geniale Kombo für unterwegs! Chapeau!

Hier einige der von uns gemachten Vergleichsbilder zum Download im RAW-Format für alle, die nochmal ganz genau nachschauen wollen:

⬇️ RAW-FILES MIT DEM TAMRON 17-28 ⬇️

Tamron 17-28 RAW-Files

Und weil wir nicht nur Fotos von Orangen gemacht haben, hängen wir einfach noch ein paar Bilder dran! 17-28 Millimeter sind ein toller Brennweitenbereich!

English version:

Meinung dazu?

2 Kommentare

Dein Kommentar
  1. Mal wieder ein “Augenöffner” Video von euch. Danke. Mal noch eine Anmerkung von mir. Mich wundert es wie auf YouTube mit vielen Produktpreisen umgegangen wird. 1000€ ist mal gar nix. Wer wird da eigentlich angesprochen? Verdienen “normale” Fotografen so viel Geld sich ständig die besten Kameras u Objektive zu leisten. Gib es die Massen an Hobbyfotografen die so viel Kohle ausgeben können? Ich finde den Tamron Weg richtig gut. Vernünftige Objektive zum vernünftigen Preisen. Letzten Endes ist es doch so, gute Bilder macht keine Kamara und kein Objektiv, die macht in erster Linie der hinter der Kamera, Kamera und Objektive sind (für mich als Hobbyfotograf) Hilfsmittel. So jetzt zu eurem Test im Walde und eurer Obstmahlzeit. Da kann ich was mit anfangen. Wie ist ein Produkt im Alltag. Für mich heißt das jetzt sparen für das 17-28. 28-200 hab ich. Mehr will ich nicht und brauche ich dann auch nicht mehr für meine Alpha 7 m2 und Next 5. LG

  2. Ich besitze bereits zwei der neueren Tamron Objektive für meine Sony Alpha 7 (II) und zwar das 28-75 und das neue 70-300. Nach diesen Erfahrungen und im Vergleich mit Kollegen, die auf die Objektive von Sony gesetzt haben, weiß ich, dass man Tamron inzwischen mehr als ernst nehmen muss.
    Als ich noch mit meinen analogen SLRs von Minolta fotografierte waren die meisten Fremdhersteller deutlich schlechter als die Originale von Minolta, die allerdings schon damals auch zum besten gehörten, was man an Glas für seine Kamera nutzen konnte. Sie waren damals wirklich so deutlich besser, dass mir kein Fremdhersteller in den Koffer kam. Das gleiche galt für Zoom Objektive. Die waren einfach meistens sehr schlecht.

    Heute muss ich dieses Urteil zumindest aufweichen oft sogar revidieren. Die Zoom Objektive sind deutlich besser geworden. Allerdings sind auch alle Objektive, die in den letzten Jahren neu entwickelt wurden deutlich besser als die alten Schätzchen. Das liegt wohl auch daran, dass man bei den DSLRs noch viele Objektiv-Konstruktionen aus der analogen Zeit einfach weiter verwendet hat.
    Spätestens bei den Objektiven für die neuen DSLMs hat man begonnen neu zu konstruieren, weshalb diese Objektive auch teuer werden mussten.

    Wenn ich mich aber an die Anfänge meiner Fotografie erinnere, dann waren die damaligen Objektive, die ja auch Neuheiten waren, auch sehr viel weniger erschwinglich wie heute. Ich habe damals sehr lange mit dem “Kit-Objektiv” 1:1,7 50mm MC Rokkor fotografiert, bevor ich mir ein 28mm 1:2,8 von Minolta leisten konnte. Das 135er Tele war sehr teuer und kam erst sehr viel später an meine Kamera.
    Warum sollte Fotografie und sollten die guten Geräte zu Massenware verkommen? Wer nur knipsen will, bekommt doch reichlich anderen Ersatz.

    Übrigens:
    Ich spare bereits für dieses Weitwinkel Zoom von Tamron und werde meine beiden Festbrennweiten (35 + 24mm) wieder verkaufen.

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