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LICHTSETUP: ENTFESSELT BLITZEN KLISCHEE

Die Aktivitäten im Blog sind irgendwie abhängig von den sonstigen Aktivitäten im Hause. Und das bedeutet, dass bei den Arbeiten eben eine reziproke Proportionalität besteht. Und was genau das bedeutet, dass könnt ihr HIER nachlesen.

Lange Rede, kurzer Sinn. Wir haben gerade echt so viel zu tun, dass wir kaum Zeit finden um 1-2 Stunden einen Beitrag im Blog hier zu schreiben. Und ob ihr es glaubt oder nicht, die Fotos machen sich nicht von alleine, die laden sich nicht von alleine hoch, die richtige Größe haben die auch nicht in der Kamera und der Text… naja, ihr wisst gemeint ist. Und bevor wir anfangen wahllos unwichtige Dinge von uns beim Einkaufen, Essen, Nasepopeln oder am Rechner sitzen zu posten und irgendwelche Ankündigungen zu streuen, da schweigen wir lieber.

Dafür geht es heute mit einem klassischen Aufsteckblitzsetup weiter. Und zwar so klischeehaft angewendet, dass jeder Strobistler stolz wäre. Farbfolien, knallhartes, ungeformtes Licht, Sättigung bis zum Anschlag und alle Bilder nicht größer als ca. 650 Pixel gezeigt. So lässt sich super leicht tolle Fotos machen. Aber genug der Ironie und des Sarkasmus.

Anfangen wollen wir mit einem einfachen Rezept.

– Interessante Location

– Stimmiges Lichtsetup für diese Location

– spannendes Licht

– schrottiges Objektiv 🙂 (Wie langsam üblich hier bei uns!)

Die Location bzw. der Hintergrund in unserem heutigen Setup ist eine heutzutage sehr typische Tapete für Discotheken oder Bars. Diese Muster sind spannend und sehen oftmals edel und außergewöhnlich aus. Sind aber relativ schwierig auf ein Foto zu bekommen.

Denn so spannend diese Hintergründe auch scheinen mögen, so sehr können sie durch Kontraste und Muster vom eigentlichen Motiv ablenken und den Zuschauer verwirren.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Und weil wir schon jetzt ziemlich viel Text und wenig Bilder hatten, steigen wir direkt in das Setup ein in dem wir die Bombe gleich zu Anfang platzen lassen und das Setup verraten.

Auf dem nachfolgenden Foto sieht man das Setup und den Aufbau. Das Modell lehnt an der Wand, ein Blitz kommt von rechts außerhalb des Fotografens entlang der Wand auf das Modell. Der zweite Blitz ist hinter dem Modell in der Ecke des Raumes positioniert und blitzt von dort auf das gesamte Motiv (Modell und Hintergrund).

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Der Blitz vorne (Führungslicht auf dem Modell) ist ein alter SB-28DX und ist mit einer Wabe bestückt. Die Wabe sorgt für die Bündelung des Lichts. Die Leistung ist bei nur 1/64 +0,7 der maximal möglichen Leistung. Ausgelöst werden alle Blitze übrigens über Yongnuo RF-602*.

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Der uralt Nikon SB-28DX ist übrigens im manuellen Modus und das Display sieht genau so aus!

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Die Wabe ist übrigens von HONL Photo 1/8 Speed Grid* und es ist die 1/8 Zoll Wabe. Je kleiner die Löcher bei einer Wabe sind bzw. umso tiefer die Wabe ist, umso gerichteter wird der Lichtstrahl. Die 1/8 Zoll Wabe von HONL ist schon sehr eng und strahlt auf diese Entfernung von ca. 1m maximal auf den Oberkörper.

Damit hätten wir das Führungslicht abgearbeitet. Auf zum zweiten Blitz, dem Effektlicht. Schaut euch mal die nächsten Fotos an!

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Der zweite Blitz wird per Hand in das Setup gehalten. So kommt der Blitz auch richtig in die Ecke. Man kann auf dem mittleren Bild erkennen, dass der Blitz beinahe die Ecke berührt. Der Blitz ist ein Canon 580 Blitz und bestückt mit einem grünen Farbgel (Honl Photo Color Effects Filter Kit*)über ein Klettband. Ausgelöst wird auch dieser Blitz natürlich auch von einem Yongnuo RF-602* Empfänger.

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Der Vorteil an den HONL Gels ist die Tatsache, dass die Gels nie den Blitz berühren und damit auch nicht durch die Hitze des Blitzes anschmelzen können. Mit den günstigen Farb-Test-Folien von Lee hatten wir immer Rückstände am Blitzgerät von der Hitze des Blitzens.

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Der 580 EX I ist übrigens nur auf 1/16 der maximalen Leistung. Zoom ist auf einen sehr weiten Winkel gestellt. Bei 35mm bestrahlt der Blitz auch wirklich die gesamte Szenerie.

Nachdem wir nun also die Blitze besprochen hätten, kommen wir zur Kamera. Welche Werte kann man denn überhaupt erreichen mit 1/16 der Leistung eines Aufsteckblitzes? Aber viel wichtiger ist doch die Frage, wie soll das Foto aussehen?

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Bei ISO100, einer Blende 2.2 und einer Verschlusszeit von 1/200s (der Yongnuo geht eigentlich nur bis 1/160s und doch schafft man oft viel schnellere Zeiten (wenn es denn die Kamera mitmacht)). Wir werden also mächtig Unschärfe haben.

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Und jetzt kommt, wie am Anfang angekündigt, die Kombo aus schrottigem PFLICHTOBJEKTIV (Canon EF 50mm 1,8 II*)mit einem die ganze Sache noch verschlimmernden Vollformatsensor. Eigentlich könnte man ja darauf zurückgreifen, dass die kritischen Randbereiche des 50mm Objektivs wenigstens durch den kleinen APS-C Sensor abgeschnitten würden. Fehlanzeige. Wir wollen diese Ecken gerade haben! Die machen den Flair.

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Schauen wir uns also mal den finalen Schichtaufbau des Setups an. Fotografieren und speziell die Lichtsetzung ist immer eine Art “Tortenbau”. Man setzt immer wieder eine weitere Kuchenschicht auf die vorherige Schicht.

Das ist das Grundbild. Das Licht kommt von einer sehr sehr nahen Leuchtstoffröhre. Dieses Restlicht kriegen wir leider nicht weiter reduziert. Wir haben ja extra schon die 1/200s genommen anstatt der normalen 1/160s. Hätten wir das Licht ausgemacht, dann hätten wir nix mehr vom Modell gesehen. Einstelllicht gibt es ja bei Aufsteckblitzen nicht. Angefangen haben wir übrigens mit 1/160s Verschlusszeit. Das könnt ihr auch auf dem Startseitenbild erkennen.

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In einer weiteren Weitwinkelaufnahme testen wir den Lichtreflex von hinten. Man sieht, dass der Reflex noch zu hoch ist und  gegen Hüfte des Modells zu sehr abfällt. Das Licht muss also tiefer positioniert werden.

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Jetzt ist das Licht tiefer und auch der Winkel der Kamera zur Wand wurde verkleinert. Man sieht, dass das 50mm Objektiv mit dem Gegenlicht nicht perfekt zurecht kommt. Es beginnt an der oberen Ecke milchig zu werden. Aber genau das gibt den Style einer Discothek. Gegenlicht, Strahler, Überbrennen. Das alles gehört eben dazu!

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Schaltet man jetzt das Führungslicht hinzu, so ergibt sich das finale Foto. Der grüne Schimmer auf dem Modell verschwindet und das Modell wird aus der grünen Discolight-Atmo heraus geholt. Perfekt… genau sollte es sein!

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Und damit wären wir auch schon am Ende. Man kann an diesem Setup eben diese Klischeehaftigkeit erkennen. Knallhartes Licht dass sogar durch eine Wabe noch gerichteter gemacht wird. Ganz typisch Strobisten, die nicht probieren gegen das Leistungsdefizit anzukämpfen sondern gerade damit arbeiten.

Farbfolie für außergewöhnliche Effekte. Man hätte hier auch locker 2-3 weitere Blitze mit Farbfolien nehmen können. Aufsteckblitze sind im Vergleich zu Studioblitzen sehr günstig und Farbfolien gibt es im 10er Pack. Auch wieder eine Stärke von Aufsteckblitzen…

Denkt drüber nach und genießt euer langes Wochenende. Für uns geht es direkt an die Ebooks, die neue DVD und noch viel mehr Sachen über die noch nix verraten wird…

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Martin & Marc

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