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PANASONIC GH4 IM FOTO-PRAXISTEST

Heute gibt es einen neuen Tech-Beitrag für alle Kamera-Foto-Technik-Verrückten unter uns. Und natürlich auch für alle die einfach nur auf Draht bleiben wollen in Bezug auf neue Kameras. Oder aber für diejenigen, welche demnächst eine neue Kamera brauchen.

Wir haben nämlich Panasonic in unsere Kamera-Koffer genommen. Ursprung war, und da sind wir ganz ehrlich, dass wir mit der GH3 unsere künftigen Live-Sendungen filmen und streamen werden. Endlich eine Kamera, die wirklich wenig Licht braucht und richtig geile Aufnahmen bei der LiveSendung macht. Wir haben auch gezielt zu einer mFt Kamera gegriffen denn in der Live-Sendung wollen wir nicht mit einem iphone-Sensor filmen sondern schon einen tollen Unschärfe Look haben. Aber trotzdem brauchen wir eine relative Sicherheit für den Fokus bei ungeplanten Live-Situationen. Dabei müssen wir jetzt schon offen sagen, dass wir bisher keine Kamerakombination in Händen hatten, die so einheitlich und perfekt gefilmt hat. Alle vier Kameras der Live-Sendung sind sowas von gleich und identisch. Wow… aber das war eben nur der Ursprung. Und weil wir eben für die Zukunft unsere Kameras anschaffen wollen, haben wir eben die GH4 ins Auge gefasst. Die kann nämlich 4K und noch so einige andere besondere Kniffe. Dabei sprechen wir noch vom Videobereich.

Jetzt hatte ich aber endlich die Möglichkeit die Kamera richtig zu testen und zwar 2 Tage auf einem FotoWorkshop auf Norderney. Wir waren das letzte Wochenende auf der Insel und ich hatte absichtlich die große Kamera zuhause gelassen und habe nur die kleine, handlich-kompakte GH4 samt 3er Objektive eingepackt. Dabei wollte ich keine Videos machen sondern ausschließlich fotografieren.

Und nachdem ich sowohl die Model-Workshops mit der Kamera fotografiert habe, als auch auf Hasen- und Mövenjagd gegangen bin, kann ich jetzt von so einige Erfahrungen mit der Kamera berichten.

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Ich muss sagen, die Kamera ist in Punkto Dynamik echt ne Granate geworden. Und auch was Farben betrifft, finde ich die Kamera echt ne Wucht. In Sachen Gehäuse hatte die Kamera aber ruhig ne Nummer kleiner und winziger sein können, aber im Vergleich zu ner DSLR ist das ein Meckern auf hohem Niveau. Im Vergleich zu anderen spiegellosen ist die GH4 dann doch ordentlich groß geworden.

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Was genau die Kamera zu leisten im Stande ist, das zeigt sicherlich dieses Bild am Besten. Bei Facebook wurde direkt gefragt, ob das Foto mit einer PhaseOne aufgenommen wurde und zwar anhand von mehreren Belichtungen? Nein, es wurde mit einer GH4 aufgenommen, aus der Hand und auch nur als einziges Foto ohne HDR oder sonst was. Und ja, die Spitzlichter in den Spiegelungen waren nicht gerade ohne!

Teilweise behaupten Tests im Internet, dass die Dynamik besser als die der Canon 5D Mark III wäre. Solche Vergleiche will ich hier nicht anbringen, denn dafür müsste man ja entsprechende Tests fotografieren und ich habe die Kamera einfach nur benutzt und spreche aus Gefühl und Erfahrung.

Die Farben sind einfach intensiv und saftig und die Geschwindigkeit ist einfach Wahnsinn. Keine aktuelle spiegellose Kamera kann mit der Performance der GH4 mithalten. Sicherlich aufgrund der Tatsache, dass die 4K Videofunktion enorm große CPUs in der Kamera benötigt und für die sind die paar Foto-Megapixel einfach nen Witz. 🙂

Bei der GH4 ist aber der stete Kampf gegen die besonderen Videofunktionen ein Problem. Immer während ist man selbst genötigt die Funktionen zu sehr auf das Videosegment zu begrenzen. Die Kamera ist in Punkto Video einfach soooooo gut, dass das Fotokönnen untergeht. Aber nur weil die Kamera Video gut kann, heißt es ja nicht, dass Foto nicht gut sei. So scheint es nämlich immer zu wirken und das ist eben völliger Unsinn.

Die Kamera ist im Fotomodus extrem schnell und sicher im Fokus. Sicherlich auch nicht so das Problem durch den kleineren Sensor und die daraus resultierende Schärfenebene aber trotzdem eine Herausforderung. Gerade im Vergleich zum direkten Bajonett-Kollegen/Konkurrenten Olympus ist die GH4 spürbar schneller im Fokus.

Einzig die Tatsache stört, dass während des Fokussierens die Helligkeit des Bildschirmbilds auf den optimalen Helligkeitskontrast angepasst wird und sich damit beim Fotografieren immer wieder kurz verändert. Das macht das durch den Sucher gucken irgendwie etwas unruhig und nervt auf Dauer. Dieser Effekt stört aber nicht besonders in der freien Natur sondern eher in der Sonder-Studiofotografie. Z.B. bei dunklen Hintergründen und LowKey Ausleuchtungen. Da hat noch kein Hersteller etwas Gutes gefunden um die Studiokollegen happy zu machen. Die digitalen Sucher kommen nicht mit der Düsterheit der Aufnahmen zurecht. Aber auch das macht das Foto nicht schlechter. Spiegellos ist aber in diesem Punkt einfach anders als eine DSLR. Daran muss man sich dann gewöhnen.

Besonders gut finde ich bei der GH4 die FN Tasten. Die Kamera hat 5 belegbare FN-Tasten und die helfen besonders die individuell wichtigen Funktionen gezielt zu belegen. Z.B. die Art der Fokussierung zwischen Spot und FaceDetection oder auch das Aktiveren des WIFI-Funktion.

Würde ich mit einer Pistole an den Kopf gehalten nach negativen Punkten gefragt werden, dann würde ich folgende Dinge ins Rennen gegen die GH4 werfen.

  • Das Display wurde zwar deutlich vergrößert aber im Vergleich z.B. der Fuji ist das Display im Sucher immer noch klein.
  • Wer einen MFT Sensor verbaut, der sollte die Kamera so klein wie möglich machen. Da geht noch was!!! 🙂
  • Panasonic braucht einen stabilisierten Sensor. Unbedingt! Ohne Ausnahme! Das fehlt!

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Besonders reizvoll an der GH4 bzw. eigentlich an allen mFt Kameras ist der pure Vorteil der Größe. Betrachtet man nur die Kamera, dann mag man über den Größenunterschied vielleicht noch wegschauen können. Nimmt man aber die Objektive mit in die genaue Betrachtung, dann merkt man sofort einen gigantischen Unterschied.

Oben haben wir das Bild der Ausrüstung für Norderney. Ich hatte Brennweiten von 7-300mm dabei, umgerechnet 14-600m. Perfekt für die Insel und den Workshop. 3 Objektive und natürlich gab es auch Lücken. Die waren aber nicht besonders schlimm.

Das 7-14 von Panasonic ist einfach legendär gut. Damit wurde auch der Sonnenuntergang fotografiert. Das 25mm 1.4 ist die pure Portraitpower und damit kann man ordentlich freistellen. Und das 70-300 ist ein Winzling mit Oho-Effekt. Möven aufgepasst und Robben sowieso. Damit kann man Sachen fotografieren, die wirklich weit weg sind. Und mit weit meine ich auch weit. Diese Brennweiten hätten das drei bis vierfache an Platz für eine reguläre DSLR eingenommen. Nix mit kurz mal über die Schulter werfen und ne kleine Tasche dabei haben.

Die GH4 ist eine geile Fotokamera geworden. Features wie integriertes WIFI runden das Gesamtpaket noch weiter ab. Allerdings ist die Frage sicherlich in den meisten Fällen gar nicht ob die GH4 gut ist, sondern ob man mit einem so kleinen Sensor überhaupt gute Fotos machen kann. Das Stichwort MFT Sensor, Unschärfe, Cropfaktor etc… Ja oder nein. Und da kann man wirklich beruhigen. Es muss nicht immer Vollformat sein und auch ein kleiner Sensor kann große Fotos machen. Sieht man hoffentlich an dem Sonnenuntergang oben. Wäre das ein besseres Bild mit einer 5D Mark III geworden? Sicherlich nicht.

Für mich ist Panasonic mit der GH4 ein gigantischer Schritt gelungen. Nämlich die bereits etwas angestaubte GH3 auf ein aktuelles Niveau zu heben. Olympus hatte seinen MFT-Partner Panasonic mit EM1 und EM10 etwas arg in Schatten gestellt und diese Zeit kann mit der GH4 enden. Dass für mich beide Hersteller auf einem aktuell Niveau auf gleicher Ebene mit den DSLR Kameras produzieren ist sowieso fraglos.

Wenn bei der Kaufentscheidung zusätzlich noch die Videofunktion eine entscheidende Rolle spielt, dann gibt es eigentlich gar keine Frage mehr. Dann gibt es nur eine Antwort. Wer einmal mit der GH4 in FullHD mit 96fps oder gleich in 4K gefilmt hat, der möchte keine andere Kamera mehr haben. Und nicht nur wegen der Auflösung sondern wegen des Gesamtpakets der GH4. Aber wir sind und bleiben Fotografen und auch da gilt das bereits gesagt. Die GH4 ist auch TOP-Niveau unter allen aktuellen Kameras und wer diese Kamera hat, der kann die Schuld an schlechten Fotos nicht mehr auf die Kamera schieben.

Hier noch einige Impressionen aus Norderney. Vielen Dank auch an dieser Stelle nochmals an Mario Dirks. Toll war es auf der Insel. 🙂 Gerne wieder, dann aber einen Tag früher anreisen.

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5 Kommentare

Dein Kommentar
  1. Möchte mich für den Beitrag herzlich bedanken. Hat mich bei meiner Kaufentscheidung betärkt. Wirklich ein sehr ausführlicher und für jeden leicht verstänlicher Beitrag. Besser erklärt als mach teueres Magzin.

    Viele Grüße

    Wolfgang Frömberg

  2. Herzlichen Dank für den schönen Bericht! Ich bin als Nikon-Event-Fotograf immer wieder am Überlegen, ob ich auf eine Spiegellose umsteige. Wenn ich bei einem Kongress 2 Tage lang mit 2 DSLRs und 3 bis 4 Objektiven unterwegs bin, dann ist das schon vom Gewicht her ein ziemlich harter Job. Ich hoffe, dass ich die GH4 zusammen mit ein paar schnuckligen Objektiven selbst mal ausprobieren kann. Dieses Review ist auf jeden Fall eine Ermutigung für den Umstieg!

    LG Micha

  3. Besten Dank für den SUPER Bericht über die GH4.
    Ich nutze diese nun jetzt selber für Luftbilder also Fotos aus der Luft.
    Hat mir bei der Kaufentscheidung sehr geholfen !

    LG
    K.K Luftbilder

  4. Ich habe mir genau eure gute Bewertung der Kamera durchgelesen, möchte mir einen Zweitbody zur GX8 zulegen. Die Entscheidung wäre schon lange gefallen, aber das Nogo ist das fehlen eines Buldstabi im Body, das fehlt mir über alles. Im Weitwinkel eh ich so wichtig, klar, aber ein 300/400mm gibts nun mal nicht mit bezahl-tragbaren f1.8 ! Nun werde ich wieder zur Olympus EM1 greifen ( hatte schon zweimal eine). Schade.

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