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LICHTFORMUNG… ÜBERBEWERTET?

Heute habe ich mal ein kritisches Thema für euch. Und zwar möchte ich über Lichtformung sprechen wobei die Lichtformung dabei nicht so dolle weg kommen wird. Wobei, wenn man versteht was zwischen den Zeilen steht, dann weiß man auch wie wichtig die Lichtformung ist und bleibt und weiß den Beitrag richtig einzuschätzen.

Es geht um das Thema Lichtformung. Viele Fotografen fragen sich immer wieder nach dem perfekten Lichtformer, was macht das tollste Licht. Die Frage ist aber nur sekundär wichtig denn vorher kommt die Frage, woher überhaupt wieviel Licht kommen soll.

Ich habe hier zwei Fotos fotografiert und bei beiden Fotos wurde eine unterschiedliche Lichtquelle genutzt. Aber jeweils an der exakt gleichen Position. Ich sage erst gleich, wie groß der Unterschied der Lichtquellen war aber vorher möchte ich auf die Gleichheit des Bildes hinweisen.

Einerseits sind die beiden Fotos (ACHTUNG: Es handelt sich um RAW-Testfotos aus einem Vortrag und nicht um fertig bearbeitete Ergebnisse) sehr unterschiedlich im Licht. Aber auch nur für irgendwelche Pixel-Vergleicher. Denn schaut man mal etwas distanzierter auf die beiden Fotos, so erkennt man unverkennbar eine Übereinstimmung des Looks. Beide Fotos sehen im Endeffekt “GLEICH” (von mir aus nennt es auch “sehr ähnlich”) aus. Auch wenn mich jetzt der Lichtgott gleich mit einem 3000Ws Blitz strafen wird aber ich finde die Fotos erschreckend ähnlich. Klar erkenne ich Unterschiede, klar gibt es da mehr Spitzlichter oder tiefere Schatten auf dem einen oder anderen Bild. Aber auf beiden Fotos sieht man eine Seite des Models, auf beiden ist der gleiche Bereich des Models erkennbar und beide Bilder wirken düster und eher geheimnisvoll.

SETUP HOW TO Tutorial PhotoSETUP HOW TO Tutorial Photo

Die Lichtquellen standen jeweils auf 90° genau seitlich vom Model. Und jetzt kommt der große Aha-Effekt. Während das linke Bild mit einer über 1,5m großen Softbox gemacht wurde, enstand das rechte Bild mit einem kleinen Schirmreflektor von nur 10cm.  Der Unterschied in der Lichtfläche ist enorm, ebenso der Preisunterschied. Aber der Unterschied auf dem Bild… naja, für Fachmänner erkennbar aber für den Laien wohl kaum.

Lichtformung wird überschätzt. Fotografen halten die Form und die Qualität des Lichts für viel zu wichtig. Aber leider ist “Qualität des Lichts” nicht nur der Lichtformer auf dem Blitz. Es ist viel viel mehr. Es ist Farbtemperatur, Abbrenngeschwindigkeit, Stärke und Konstanz und viel mehr die Position.

“Geiles Licht” ist es nicht, wenn ein teurer Lichtformer am Blitz klebt und man viel Geld dafür ausgegeben hat, sondern dafür braucht es eine tolle Position um eine tolle Wirkung zu haben. Am Beispiel oben würde ich sagen, dass dem Bildbetrachter entweder die Art des Fotos gefällt oder eben nicht. Wenn es gefällt, dann gefallen aber sicherlich beide Bilder und wenn es nicht gefällt, dann sind beide Bilder sicherlich unschön.

Ich möchte also nicht sagen, dass Lichtformung nicht wichtig wäre. Es ist sozusagen das i-Tüpfelchen auf einem Bild aber es ist für den Gesamtlook des Bildes nicht so entscheidend wie man denken mag. Der Look eines Bildes wird durch die Anzahl an Lichtquellen und derer Positionen bestimmt. Ein Seitenlicht bleibt ein Seitenlicht, entweder eben ein weiches Seitenlicht oder ein hartes Seitenlicht. Das macht schon einen Unterschied aber beides sind eben Seitenlichter. 🙂

Auf dem Bild oben kann man im direkten Vergleich Unterschiede sehen. Ist klar. Sind ja auch fast 1,4m Unterschied in der Größe der Lichtformer. Wäre da kein Unterschied, wäre was falsch. Aber sieht der Unterschied wirklich nach 1,4m aus und nach 200-300 €?

Macht euch also viel mehr Gedanken um die Position eurer Lichtquelle als darum was drauf steckt. Ob jetzt eine 90cm Octa oder eine große 70er Dish oder doch lieber 110cm quadratisch? Völlig Banane solange die Position nicht klar ist und erst wenn die Position fest steht (und damit der Look), erst dann braucht man sich überhaupt erst mit der Lichtformung beschäftigen und selbst dann wird die teuerste Softbox nicht dafür sorgen, dass aus einem schlecht gesetzten Licht ein tolles Licht wird.

Lichtposition schlägt Lichtformung.

Probiert es aus! Macht zwei Testreihen. Einmal den gleichen Lichtformer komplett unterschiedlich positioniert, dann eine zweite Testreihe mit der gleichen Position aber unterschiedlichen Lichtformern. Das Ergebnis ist erschreckend. Denn auch wenn viele Fotografen gerne auf den kleinen und feinsten Unterschieden von Schatten und Licht rumreiten, so formt das fertige Bild doch das Gesamte erstmal mehr wie das Detail.

Ich bin jedenfalls gespannt wie viele Fotografen hier zwischen den Zeilen lesen können oder doch nur schreiben… ist nix gleich.

Martin & Marc

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