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FEHLER ERKENNEN, NICHT IMMER IST ES DIE TECHNIK!

Heute gibt es eine Lektion in Sachen BASICS! Und zwar möchte ich über einen Fehler berichten, von dem ich nachweißlich weiß, dass viele Fotografen ihn machen. Eine Stolperfalle die völlig logisch ist und gerade deshalb so gefährlich.

Schauen wir doch gemeinsam mal auf das beiliegende Foto. Kurz vor dem Foto, nur weniger Sekunden vorher sah das Foto noch ganz anders aus. So anders und so schlecht, dass ich kurz davor war, den Fehler um den es heute geht, selbst zu begehen. Daher weiß ich auch so gut von was ich spreche.

positionmodell_final-farbe

Ich rede davon, dass viele Fotografen zu schnell an die Technik greifen um ein vermeintlich kaputtes Foto zu korrigieren. Wenn ein Foto nicht gut ausschaut, dann braucht es nur noch einen Blitz, eine andere Softbox, doch lieber den Reflektor oder sollten wir es mal mit einem anderen Objektiv probieren? Meistens wird aber nicht an die Belichtung selbst oder auch die Pose des Models gedacht. Meistens ist das Licht schlecht… 🙂 Jaja… so nicht!

Schauen wir uns doch mal das erste Foto aus dem Shooting im Vergleich zum fertigen Foto an. Auf dem Foto rechts sah ich bereits das Potential, es war aber nicht gut. Weder war das Gesicht erkennbar, ein riesiger Schatten klebte auf dem Dekolleté und vorteilhaft war das Licht auch nicht.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Ich selbst wollte gerade einen Blitz auspacken und aufbauen, da habe ich der Sache doch noch eine Chance gegeben. Eine andere Position des Models, eine leicht hellere Belichtung und schwups, das Foto war perfekt.

Der Blick öffnet das Gesicht zur Lichtquelle und das nach hinten fallen sorgt für ein freies Dekolleté.

Daher die Frage! Denken wir noch sinnvoll oder zu technisch? Nehmen wir den einfachsten Weg oder lieber einen technisch verlockenderen Umweg? Mit diesem Beitrag möchte ich keine Regeln, keine 10 Tips für SoUndSoWas vorgeben. Ich möchte zum Denken anregen. Wir alle haben ein Hirn, warum es nicht auch nutzen? Muss es denn immer der Blitz und die Technik XY sein? Warum fotografieren wir? Um zu Blitzen, um Technik einzusetzen? Oder fotografieren wir für ein tolles Foto?

In diesem Sinne und mit einem offenen Ausgang…

Euer Martin

PS: Das Foto ist übrigens mit einer 5DII und einem 16-35mm bei ca. 23mm bei f2.8, ISO800 und 1/40s entstanden.

7 Kommentare

Dein Kommentar
  1. Hey Martin

    Danke für die immer wieder tollen Tipp’s, die du hier gibst… Gerade gestern hatte ich ein Homeshooting, da habe ich das gerade auch gedacht…

    Trotzdem muss ich sagen, auch bei deinem perfekten Bild, die schärfe des Bildes etwas auf der Strecke geblieben ist… Deshalb denke ich so wie du, setze aber gerne ab und zu auch einen extrem schwachen Aufhell-Blitz (von weit her mit grosser Softbox) ein, damit ich die Lichtstimmung möglichst wenig verändere, aber dafür habe ich die schärfe der Person und ich muss nicht elend mit dem ISO Wert hochschrauben…

    Was meinst du dazu?

    LG Patric

    • ‘@Patrick Foto ist verkleinert und dann wieder vergrößert worden… War kein “fertiges Topfoto” sondern ein Blog-Erklär-Fotos. Die fertigen Fotos darf ich hier nicht zeigen. Zu nackisch 😉

  2. Vielen Dank für den Beitrag, denn er spricht mir aus der Seele!

    Das Foto selber finde ich jetzt nicht so ganz den Hammer, aber darum geht es hier ja auch nicht und das ist immer eine Geschmacksfrage. Die Kernaussage, dass man zuerst einfach mal nachdenken sollte und dann das Bild – so weit es geht – mit vorhandenen Mitteln realisieren sollte, finde ich extrem wichtig. Dadurch bekommt man auch ganz besondere Stimmungen, so wie eben in diesem Bild durch die warme available light Situation.
    Ich würde die Aussage sogar noch weiter fassen: Leider sehe ich allzu oft Bilder, bei denen trotz beachtlichem technischen Einsatz das Ergebnis letztendlich nur durch ziemlich massiven Einsatz von Bildbearbeitung “gerettet” wird. Es gibt viele Fälle, da geht das auch in Ordnung, aber noch öfter Fälle, da fragt man sich, ob man nicht durch 5 Minuten Nachdenken und entsprechende Planung eine Stunde “Pixelschubsen” einsparen hätte können.
    Ich selber habe das Fotografieren noch zur analogen Zeit gelernt und auch damals gab es eine ganze Menge Tricks um in der Dunkelkammer ein Bild zu “retten”, wenn man bei der Aufnahme etwas übersehen hatte, aber der Aufwand und die Kosten waren riesig im Vergleich zu heute. Ausserdem hatte man nicht die Option das aufgenommene Bild sofort auf einem hochauflösenden Bildschirm zu analysieren. Genau diese Möglichkeit gibt uns aber heute die Chance das Motiv schon bei der Aufnahme zu optimieren und dazu braucht es v.a. das, was sich ca. 10cm hinter dem Sucherokular der Kamera befindet: das Gehirn des Fotografen und nicht etwa den reflexhaften Griff zu noch einem Blitz oder die Einstellung “das kann ich später schon in Photoshop richten”. Meiner bescheidenen Meinung nach, unterscheidet das den Fotografen vom “Knipser” – egal ob im Hobby oder im Profi-Bereich.

    Bei der Gelegenheit auch einmal herzlichen Dank für Eure vielen tollen Posts und Tutorials! Macht bitte weiter so!

    Wolf-Gunter

  3. Hallo Martin – danke für den anschaulichen Tipp … Das unterstreicht mal wieder, daß man auch ‘nur’ mit available light gute Fotos machen kann. Und es macht weniger Umstände als mit Aufsteckblitz und CTO-Filter rumzufummeln …. 😉
    Werde mal wieder – bewußt – nur die Kamera einpacken und die ISO hochfahren ….
    Gruß JED

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