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EINSTEIGER: DEN SENSOR NUTZEN

Der heutige Beitrag hat es nur in den Blog geschafft, weil wir so verdammt viele Anfragen danach bekommen. Das ist ein starkes Signal dafür, dass es darüber mal einen Beitrag geben mag. Mal wieder ist es ein Beitrag aus der Reihe der Einsteiger in die Peoplefotografie. Aber ich denke der eine oder andere jahrelange Fotograf wird sich auch mal wieder ertappt fühlen. Niemand muss sich aber outen.

Es geht um die Portraitfotografie und darum, ein Portrait in das Bild zu setzen. Damit ist im eigentlich der Schnitt gemeint aber viel wichtiger als der Schnitt ist oftmals der Platz drumherum. Sehr weit verbreitete Teufelsmeinungen sind nämlich:

  • NACHTRÄGLICH SCHNEIDEN IST SICHERER
  • WEGSCHNEIDEN IST EINFACHER ALS HINZUFÜGEN
  • WAS DA IST, KANN NACHHER NOCH WEG
  • ICH HAB SO VIEL MEGAPIXEL, DAS IST DOCH KEIN PROBLEM
  • DANN BRAUCH ICH MICH BEIM FOTOGRAFIEREN NICHT ENTSCHEIDEN

Alle Aussagen sind restlos falsch und völlig schwachsinnig.

Schauen wir uns aber mal ein Foto an, wie es oft auf Hobbyisten-Kameras bei uns auftaucht. Jedenfalls anfangs noch :-)…

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Und jetzt im direkten Vergleich das Foto, wie es aufgenommen werden sollte. Bei gleichen Einstellungen und absolut identischer Blende/ISO/Zeit-Kombo.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

Es gibt an dieser Stelle nämlich genau drei Punkte zu klären.

Gehen wir einfach Schritt für Schritt durch jeden einzelnen Punkt.

  • ENTSCHEIDUNGEN TREFFENDas ist der absolut wichtigste Punkt der Drei. Fotografie ist nix für entscheidungsunwillig Leute und Entscheidungen müssen BEIM Fotografieren getroffen werden und nicht erst danach. Denn dann kann man nix mehr ändern oder korrigieren. Man kann nur noch versuchen zu reparieren was bereits verbockt wurde.In diesem Punkt steckt zudem auch noch der Mut beim Fotografieren sich auf eine Idee festzuelgen. Ich weiß aus Erfahrung, dass gerade am Anfang der Mut nicht groß ist etwas zu wagen und sich auf eine z.B. Bildidee festzulegen. Und genau darum muss man es machen. Denn erst mit der Entscheidung kann ich mich auch vollends auf eine Idee fokussieren.

    Als Fotograf muss man beim Fotografieren wissen was genau soll auf das Foto, was soll nicht drauf, was soll weggeschnitten werden und was drauf bleiben.

  • UNSCHÄRFE & BILDLOOKSchaut euch mal beide Fotos im Detail an. Gemacht mit einer Blende von 8 und im zweiten Foto ist die Schulter in der Unschärfe, während im ersten Foto die Schärfe das komplette Motiv abdeckt.Ein häufig komplett vergessener Punkt zum Thema Schnitt ist nämlich die Unschärfe. Die hängt nämlich mit der Fokusdistanz zusammen und je enger wir schneiden, umso mehr Unschärfe haben wir. Glaubt mir, die Blende kann man garnicht so viel auf machen, dass man dieses Manko entsprechend überdeckt. Rein mathematisch nimmt die Schärfe in höherem Maße zu indem man mehr auf das Foto nimmt, als dass man über ein paar Blenden wieder zurück holen könnte. Daher haben wir im Makrobereich selbst bei so irren Blenden wie 48 oder 64 immernoch Unschärfe im Bild. Wir haben hingegen Portraits gemacht, bei denen bei f8 nur die Nase und die Augen in der Schärfe lagen.
  • AUFLÖSUNGUnd dann kommt noch der dritte Punkt. Die Auflösung. Dieser Punkt wird wohl am häufigsten aufgeführt, im Gegensatz zu den beiden oberen Punkten ist er aber schlichtweg lächerlich. Natürlich ist die Auflösung nicht irrelevant, aber viel schlimmer ist es doch, gar nicht zu wissen was man wirklich fotografiert, wo man den Fokus des Betrachters hinlenken will und was man garnicht auf dem Foto haben möchte, als dass die Auflösung von 21 auf 10 Megapixel schrumpft. Und gar keine Unschärfe in ein Bild zu bringen, obwohl es sogar mit f8 so einfach wäre, das sollte man können. Gerade auch weil am Anfang Objektive mit f1.2 und Vollformatkameras mit riesigem Chip eben nicht zu Grundausrüstung gehören. Man kann auch mit einer D90 und f5.6 Kit wahnsinnige Unschärfe erzeugen. Einfach schneiden was das Zeugs hält! Seht euch nochmals das Foto oben bei f8 an! Unschärfe auf den Schultern!Aber zurück zum Thema Auflösung. Dort gilt, dass man meistens mehr wegschneidet als man denkt. Und da wir über Fläche sprechen, also Länge mal Breite, so ist selbst ein kleiner Schnitt oftmals sehr “einschneidend”.

    Wir haben hier einmal in das Foto von oben ein imaginäres 2:3 Foto aufgelegt. Einmal haben wir 1/4 der Fläche gelassen, dann beim zweiten Foto ist es 1/2 und dann beim dritten Foto ist es etwas über 1/2. Im Endeffekt bedeutet das, dass wir aus der Auflösung einer 1D mit 12 Megapixel selbst beim dritten Schnitt eine Auflösung von knapp über 6 MP übrig haben. Egal was jetzt zu viel oder zu wenig ist, die Hälfte der Auflösung ist auf einem normalen Print definitiv ein sichtbarer Unterschied in Brillianz und Detail.

SETUP HOW TO Tutorial Photo

SETUP HOW TO Tutorial Photo

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Natürlich ist uns nicht unbekannt, dass es andere Meinungen zu dem Thema gibt. Aber es gilt mal wieder: Unser Blog, unsere ehrliche Meinung. Und weil unsere Meinung aber auch immer ist, dass heißer gekocht als gegessen wird, so gilt es auch wieder bei diesem Thema einen kleinen Abstrich zu machen. Ich denke 5-10% Rand ist noch im absolut erträglichen. Martin als Brillenträger sieht z.B. nie 100% was aufgenommen wird. Da muss man etwas raten und man muss auch nicht immer voll auf Risiko mit dem Schnitt gehen. Was man nicht gut genug sieht, das kann man auch nicht auf den Millimeter beschneiden. Trotzdem gelten die gerade gemachten Aussagen vollumfänglich. Entscheidung, Look und Auflösung müssen beim Fotografieren fest stehen.

Probiert es aus! Entscheidet euch, manchmal vielleicht falsch aber entscheidet euch wenigstens. Schneidet und schneidet auch manche Bilder kaputt. Aber schneidet in der Kamera BEIM Fotografieren und nicht erst Tage danach. Dann ist es zu spät!

So, damit dann gute Nacht für heute… und viel Spaß beim Fotografieren.

Martin & Marc

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